Bad Vilbel tritt Kulturfonds bei

Als überhaupt erst zweite nicht kreisfreie Stadt wird Bad Vilbel Gesellschafter des Kulturfonds Frankfurt/Rhein-Main. Das hat das Stadtparlament in seiner jüngsten Sitzung einstimmig entschieden. Seit 2016 ist die Quellenstadt ein sogenanntes kooperatives Mitglied. In dieser Zeit sollten Bad Vilbel und die gemeinnützige Initiative testen, ob die Zusammenarbeit beiden Seiten nutzt. "Als kulturstarke Stadt war es von Anfang an unser Ziel, am Kulturfonds aktiv mitzuwirken", sagte Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU). "Das haben wir geschafft." In der Übergangszeit bis die jetzigen Miteigentümer den Beitritt auch offiziell beschlossen haben, kehrt Bad Vilbel zu seinem Status als Kooperationspartner zurück. Ende Mai wird beim Kulturfonds abgestimmt, dann muss dessen Satzung geändert werden und ein Vierteljahr später könnte der bürokratische Akt geschafft sein.

Von AGS

Als überhaupt erst zweite nicht kreisfreie Stadt wird Bad Vilbel Gesellschafter des Kulturfonds Frankfurt/Rhein-Main. Das hat das Stadtparlament in seiner jüngsten Sitzung einstimmig entschieden. Seit 2016 ist die Quellenstadt ein sogenanntes kooperatives Mitglied. In dieser Zeit sollten Bad Vilbel und die gemeinnützige Initiative testen, ob die Zusammenarbeit beiden Seiten nutzt. "Als kulturstarke Stadt war es von Anfang an unser Ziel, am Kulturfonds aktiv mitzuwirken", sagte Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU). "Das haben wir geschafft." In der Übergangszeit bis die jetzigen Miteigentümer den Beitritt auch offiziell beschlossen haben, kehrt Bad Vilbel zu seinem Status als Kooperationspartner zurück. Ende Mai wird beim Kulturfonds abgestimmt, dann muss dessen Satzung geändert werden und ein Vierteljahr später könnte der bürokratische Akt geschafft sein.

Der Beitritt an sich ist dabei tatsächlich nur noch Formsache, wie Kulturfonds-Geschäftsführer Helmut Müller erklärte. "Ich habe mich sehr über die Entscheidung gefreut", sagte er auf Anfrage dieser Zeitung weiter. "Für mich ist Bad Vilbel ein Musterbeispiels dafür, wie Kulturpolitik als Teil der Stadtentwicklung gedacht wird." Die Zusammenarbeit mit den Kollegen vor Ort sei stets sehr professionell und bereite ihm viel Spaß.

Als Mitgesellschafter ändert sich für Bad Vilbel im Vergleich zum vorherigen Status jedoch erst mal wenig. In den vergangenen drei Jahren seien Vertreter der Stadt in allen Gremien der eingetragenen GmbH Gast gewesen, erklärte Müller, nun bekommen sie dort auch ein Stimmrecht. Sonst soll die Festspielstadt wie gewohnt von den Strukturen des Unternehmens profitieren, das es sich zum Ziel gemacht hat, kulturelle Ressourcen im Rhein-Main-Gebiet zu bündeln. Konkret bedeutet das, dass die Mitglieder gemeinsam größere, übergreifende Kulturprojekte stemmen, wie beispielsweise die Skulpturen-Ausstellungsreihe Blickachsen, die es durch den Kulturfonds auch nach Vilbel geschafft hat.

Zwei Euro pro Kopf

Die Mitgliedschaft kostet die städtischen Kassen jährlich rund zwei Euro pro Einwohner, also rund 66 000 Euro. Abgesehen vom ersten Jahr der Kooperation ist nach Angaben der Stadt 2017 und 2018 aber jeweils gut das doppelte an Geld aus der Fördertöpfen des Unternehmens zurückgeflossen. 2016 war es demnach ein Nullsummenspiel gewesen. So hat der Kulturfonds seit Beginn der Kooperation beispielsweise mehrere Musicals in der Alten Mühle, Lesungen in der Stadtbibliothek oder das "Aquanauten"-Theaterprojekt an der Europäischen Schule mitfinanziert.

Gefördert werden dabei immer einzelne Projekte, eine große Geldausschüttung für den Kulturbereich gibt es nicht. "Passende Projekte zu finden fällt uns nicht schwer, wir haben ja ein breites Repertoire", lobte Stöhr. Für 2019 sind beispielsweise Summen über mehrere Zehntausend Euro für zwei Burgfestspiel-Veranstaltungen vorgesehen: Die Aschenputtel-Kinder-Oper und das Schauspiel "1984". Auch die Blickachsen kommen zurück und werden erneut gefördert. Als zusätzliche Leistung ist Bad Vilbel als ein Standort in der Broschüre "Theatersommer Rhein-Main" vertreten. Die 385 000 Ausdrucke liegen Zeitungen im gesamten Frankfurter Umland bei. "Ein gutes Beispiel für unser Netzwerk", befindet Kulturfonds-Chef Müller. Er hofft, dass so auch Zuschauer aus Hanau oder Wiesbaden ihren Weg nach Bad Vilbel finden – und umgekehrt. Die Erfolgs-Inszenierung "Tagebuch der Anne Frank", einst aufgeführt auf der Bad Vilbeler Burg und gefördert vom Kulturfonds, geht derzeit etwa in der Landeshauptstadt über die Bühne.

Der gemeinnützige Kulturfonds Frankfurt RheinMain wurde Ende 2007 von Darmstadt, Frankfurt, dem Hochtaunus- und dem Main-Taunus-Kreis sowie vom Land Hessen gegründet. Anfangs durften nur kreisfreie Städte und Kreise beitreten, erst für die Kreisstadt des Main-Kinzig-Kreises, Hanau, wurde diese Regel gelockert. Neben Bad Vilbel waren zuletzt Offenbach und Oestrich-Winkel Partner auf Probe. Der Kulturfonds hat seit seiner Gründung mehr als 480 Projekte mit einer Gesamtsumme von 50 Millionen Euro gefördert, darunter Konzertreihen, Literaturfestivals oder Kinofeste. Geld schießt auch das Land Hessen bei. Der Kulturfonds wächst beständig. Derzeit befindet man sich beispielsweise in Gesprächen mit der Stadt Mainz.

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