Die Umkleidekabinen haben einen neuen Anstrich bekommen, die Markierungen auf dem Boden sind dem Corona-Konzept geschuldet.
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Die Umkleidekabinen haben einen neuen Anstrich bekommen, die Markierungen auf dem Boden sind dem Corona-Konzept geschuldet.

Freibadsaison eröffnet

Bad Vilbel investiert 120.000 Euro ins Freibad

  • vonNiklas Mag
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Das Bad Vilbeler Freibad ist seit Mittwoch wieder geöffnet. Doch müssen sich die Badegäste auf die ein oder andere Änderung gefasst machen. Nicht alle davon gehen mit dem Coronavirus einher.

Wir füllen das Becken noch ein wenig«, schmunzelt Bürgermeister Thomas Stöhr mit Blick gen Himmel, denn vor Öffnung des Freibades zeigt sich das Sommerwetter noch nicht gerade in Topform, es regnet. Im Eingangsbereich stehen an diesem Morgen die Mitarbeiter des Bades und probieren fleißig die neuen Scanner aus, die seit der gestrigen Eröffnung erstmalig im Freibad zum Einsatz kommen. »Das ist eine der wichtigsten Corona-Maßnahmen, die wir getroffen haben, um das Freibad wieder öffnen zu können«, berichtet Stöhr.

Zum ersten Mal sind Tickets für das Freibad in diesem Sommer nämlich nicht an der Kasse erhältlich, sondern müssen online beim Ticketdienstlsieter Frankfurt Ticket oder im Kartenbüro der Burgfestspiele erworben werden. »Das hat verschiedene Gründe. Es bilden sich so keine langen Schlangen vor dem Bad und unsere Kassierer kommen nicht ständig in Kontakt mit den Gästen und andersherum. Außerdem können wir so besser kontrollieren, wie viele Leute Zutritt haben.« Anfallende Systemgebühren von 60 Cent pro Ticket übernimmt die Stadt.

Freibad Bad Vilbel: Saison wird nicht wirtschaftlich

Jeder Badetag ist ab sofort in vier verschiedene Schichten aufgeteilt, zu der jeweils 280 Personen auf das Gelände dürfen. Zwischen diesen Blöcken ist eine 30 minütige Pause eingeplant, in der das Bad desinfiziert und auf die nächsten Besucher vorbereitet wird. Weiterhin sind sämtliche Wege am Boden mit Pfeilen markiert, sowohl im Außenbereich als auch in den Umkleiden. Einige Bänke sind abgesperrt, damit Badegäste sich auch hier nicht zu nahe kommen. »An verschiedenen Stellen hängen außerdem Desinfektionsmittelspender«, ergänzt der Rathauschef. Rutschen und Sprungblöcke sind ebenfalls gesperrt.

»Wirtschaftlich wird diese Saison im Freibad beim besten Willen nicht«, sagt Stöhr, der auch die Aufgabe des Kämmerers inne hat. »Aber wir wollten den Vilbelern trotz allem das Freibad auch in dieser Saison zugänglich machen.« Mit Schwimmmeister Jürgen Lau und seinen Kollegen, sowie weiteren Fachbereichen der Stadt hätte man Schritt für Schritt das Corona-Konzept für das Bad entwickelt und sei nun guten Mutes. Auch ausreichend Personal sei verfügbar. Damit kann eine besondere Freibadsaison nun starten.

Freibad Bad Vilbel: Plötzlich kaltes Wasser

Lau, der bei den Abläufen vor Ort die Verantwortung trägt, ist wegen all der getroffenen Maßnahmen entspannt: »Für mich ändert sich im Arbeitsalltag eigentlich gar nicht so viel, außer den Zeitblöcken.« Er freue sich nicht darauf, die Badegäste am Ende der einzelnen Schichten bitten zu müssen, das Freibad zu verlassen, doch das müsse in der aktuellen Situation eben sein.

Lau kann aber auch über viele besondere Veränderungen im Bad berichten, die nichts mit Corona zu tun haben, sondern einfach mit einem neuen Status an Komfort. »Die Umkleidekabinen sind neu, wir haben sie gestrichen«, berichtet er. »Ich habe, glaube ich, einen Tag lang nur auf dem Boden gelegen mit einem Pinsel in der Hand«, sagt er und lacht. »Damit haben wir den Winter verbracht.«

Freibad Bad Vilbel: Vier Zeitblöcke zum Schwimmen

Ganz besonders auffallen dürften den Badegästen die neuen Duschen. Denn diese sind nicht nur mit modernen und neuen Verkleidungen ausgestattet worden, sondern auch mit nagelneuen Armaturen und Rohren. Plötzliche Wechsel zu Kaltwasser, die für unerwünschte Abkühlung der Badegäste sorgten, dürften damit passé sein. »Das Kinderbecken verfügt über einen neuen riesigen Sonnenschirm, da die Sonne dort oft zu stark hin scheinen konnte«, fährt Lau fort. Überall im Bad wurden zudem Bodenplatten ausgetauscht, um Stolperfallen zu reparieren, die Farben im Bad wurden erneuert und ein neuer Schwimmmeister-Turm steht am Beckenrand. Mit weiteren kleineren Änderungen hat die Stadt im Winter rund 120 000 Euro in das Freibad investiert.

Die verfügbaren Zeitblöcke sehen wie folgt aus: Frühschwimmen von 8 Uhr bis 9.30 Uhr; Mittagsschwimmen von 10 Uhr bis 13 Uhr; Nachmittagsschwimmen von 13.30 Uhr bis 16.30 Uhr; Abendschwimmen von 17 Uhr bis 19 Uhr. Karten können im Internet unter www.frankfurtticket.de oder im Kartenbüro, Klaus-Havenstein-Weg 1, montags bis freitags von 9 Uhr bis 18 Uhr und samstags von 9 Uhr bis 13 Uhr vorab erworben werden. Karten können maximal für 14 Tage gekauft werden. Die Preise bleiben wie bisher bei 3,50 Euro für Erwachsene und 2,30 Euro für Kinder. Erreichbar ist das Kartenbüro unter 0 61 01/55 94 55.

Freibad Bad Vilbel: SPD kritisiert Wegfall der Dauerkarten 

Die Bad Vilbeler SPD begrüßt, dass die Stadt ein Konzept erarbeitet hat, das unter den derzeit geltenden Corona-Schutzauflagen eine Freibadsaison ermöglicht. Wenig begeistert sind die Sozialdemokraten allerdings davon, dass die beliebten Dauerkarten für den Preis von 115 Euro pro Familie sowie 58 Euro für einen Erwachsenen wegfallen. Diese Preise hätten es vielen Familien oder Einzelpersonen bislang überhaupt erst ermöglicht, ihre Sommerfreizeit im Schwimmbad zu verbringen. Bei manchen sei dies auch ein Ersatz für den Sommerurlaub, schreibt die SPD in einer Pressemittelung.

Deshalb beantragt sie für die kommende Stadtverordnetensitzung, die Tarife um preisgünstige Familienpreise zu ergänzen: Sechs Euro für eine Familie und vier Euro Eintrittsgeld für ein Elternteil mit Kind. Familien mit geringerem Haushaltseinkommen dürften nicht vom Freibadbesuch abgehalten werden, begründet die SPD ihren Antrag.

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