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Bad Vilbel: Gefährliches Nadelöhr zum Marktplatzzentrum

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Dass es in der Bad Vilbeler Innenstadt im Straßenverkehr teilweise recht chaotisch zugeht, ist bekannt. Symbolisch dafür steht der Parkplatz vor dem Marktplatzzentrum.

Ärzte, ein Fitness-Studio, ein Supermarkt, das Haus der Begegnung und die Escudo-Bar befinden sich im Marktplatzzentrum in der Bad Vilbeler Innenstadt. Dazu gesellen sich weitere Geschäfte und Büros. Dementsprechend viel wird das Marktplatzzentrum frequentiert. Ein Parkplatz soll dies auffangen. Doch ist die Einfahrt eng, nur auf einer Seite gibt es einen Gehweg. Dieser wird im Verlauf allerdings immer schmaler, hat zudem sehr hohe Bordsteinkanten. Ein- und Ausgänge von Geschäften sind auf beiden Seiten der Einfahrt zu finden, die aus den Geschäften tretenden Kunden mischen sich in der engen Einfahrt mit ein- und ausfahrenden Autos, aber auch Autofahrern, die Parkgebühren vermeiden wollen und deshalb für ihre Erledigungen kurz am Rande der Einfahrt halten.

Ist der Parkplatz voll, öffnet sich die Schranke nicht und führt ebenfalls zu einer Fahrzeug-Warteschlange in der Einfahrt. Auch Fußgänger und Radfahrer, die zum Marktplatzzentrum wollen oder den Parkplatz als Abkürzung nutzen, verstärken den Verkehr in dem Nadelöhr. Und darüber ist Eugen Sommer ziemlich sauer. Seit mehreren Jahren befindet sich sein Geschäft direkt an der Kurve, die Autofahrer nehmen müssen, wenn sie die Einfahrt passiert haben und nach links an die Einfahrtsschranke lenken. "Die Tür ist neu, normalerweise habe ich aber einen großen Warnhinweis an der Tür, damit Kunden, die meinen Laden verlassen, nicht überfahren werden", erklärt der Fotograf. "Ich habe seit mehreren Jahren mein Geschäft hier und habe seitdem schon so einiges erlebt in dieser Einfahrt." Von der hohen Kante des engen Gehweges sei schon drei Mal jemand gestürzt. "Ältere Menschen mit Rollator kommen da doch gar nicht runter. Ich habe gesehen, wie eine Frau da in einer regelrechten Blutlache lag", erinnert sich Sommer. Vor etwa einem Jahr sei vor seinem Laden ein Hund überfahren worden. Beschimpfungen und Gehupe unter genervten Autofahrern seien an der Tagesordnung. "Ortsfremde kennen das hier nicht und sind von der Situation verwirrt. Das führt schnell zu weiteren Problemen." Unter anderem habe Sommer ein Mal seinen Laden gar nicht betreten können, weil sich ein Fahrer vor seine Tür gestellt hatte. "Jetzt habe ich ein Schild draußen stehen, damit das nicht mehr passiert." Regelmäßig würde er aus seinem Geschäft nach draußen eilen, erklärt Sommer, um Streits zwischen Autofahrern zu schlichten. "Ich kann schon verstehen, dass manchen da die Sicherung durchbrennt, denn die Verkehrssituation ist wirklich unübersichtlich. "

Parkplatz ist in Privatbesitz

Die Stadt kann an der Verkehrssituation nichts ändern: "Der Parkplatz ist in Privatbesitz, und zwar ab dem Bürgersteig, auch die Zufahrt ist nicht mehr öffentlich. Wir haben daher keinen Einfluss darauf", sagt Stadtsprecher Yannick Schwander. Verantwortlich ist der Eigentümer des Geländes. Dieser möchte namentlich nicht genannt werden, äußert sich aber zu den Vorwürfen: Es sei nicht zu verhindern, dass sich bei hoher Kundenfrequenz Autos in Warteposition stellen, um auf einen freien Parkplatz zu warten. Er weist darauf hin, dass ein Besetztzeichen Autofahrer rechtzeitig warnt, wenn der oberirdische Parkplatz voll ist und in der Tiefgarage dann in der Regel noch Plätze frei sind. Dass zeitweise so viele Autos auf den Parkplatz drängen, dagegen könne er wenig tun. Das stimmt, denn das Fahrzeugaufkommen in der Quellenstadt ist generell einfach enorm, gilt als eines der größten Probleme, die Bad Vilbel zukünftig zu lösen hat und der Platz in der Innenstadt ist zudem sehr begrenzt.

Der Eigentümer merkt an: "Ich denke, dass der Bau des Hotels und des Kurhauses, mit einer sehr großen Tiefgarage, Entlastung für die innerstädtischen Parkflächen bringen kann." Dennoch wolle er handeln und die Situation so hoffentlich etwas entschärfen: "Dass Autofahrer in der Einfahrt parken, ist in der Tat sehr ärgerlich. Wir werden die bekannten Fahrer darauf hinweisen, dass wir sie zukünftig abschleppen lassen werden. Für Parker, die wir nicht kennen, werden wir Sanktionsmaßnahmen einleiten, bis dahin, dass wir auch diese abschleppen lassen."

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Schranke öffnen?

Könnte es Entlastung durch das andere Ende des Parkplatzes geben? Die südliche Seite ist durch eine große Schranke verschlossen, die nur für Zulieferer des Netto-Marktes per Schlüssel geöffnet wird. Könnte hier nicht eine Ausfahrt eingerichtet werden, damit das angesprochene Nadelöhr nur noch vom Einfahrtsverkehr befahren wird? "Das kam uns auch schon in den Sinn", erklärt der Eigentümer des Marktplatzzentrums. Doch sei das vom Vorbesitzer bereits in Erwägung gezogen worden. "Das war aus verschiedenen Gründen aber nicht umsetzbar." (nma)

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