Der Rückstau auf der Kasseler Straße im Feierabendverkehr ist enorm. Würde eine Ampel dafür sorgen, dass er kleiner ausfällt?
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Der Rückstau auf der Kasseler Straße im Feierabendverkehr ist enorm. Würde eine Ampel dafür sorgen, dass er kleiner ausfällt?

Petition gestartet

Gäbe es mit einer Ampel weniger Stau am Vilbeler Südbahnhof?

  • vonPatrick Eickhoff
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Es staut sich am Vilbeler Südbahnhof - nicht nur im Berufsverkehr. Deshalb fordert Angelika Ungerer eine Fußgängerampel am Zebrastreifen der Bushaltestelle. Die Antwort der Stadt ist eindeutig.

Angelika Ungerer fährt gerne Auto. »Ich bin auch beruflich darauf angewiesen«, sagt sie. Dass das in Bad Vilbel nicht immer stressfrei ist, erfährt sie dabei täglich. »Ob morgens oder im Feierabendverkehr, teilweise braucht man 45 Minuten von Massenheim nach Heilsberg - das kann es ja eigentlich nicht sein.« Sie überlege immer häufiger, »einfach außen rum über die B 3 zu fahren, weil es schneller geht«. Um dem Stau entgegenzuwirken, hat sie vor Kurzem eine Petition gestartet.

Das Ziel: Eine Fußgängerampel am Zebrastreifen der Bushaltestelle Südbahnhof einrichten. »Damit würde man den enormen Rückstau auf der Kasseler Straße verhindern«, sagt sie. Denn besonders dort stehe man vom Kreisel bis zur Bahnunterführung im Stau. »Die Ampel könnte dafür sorgen, dass die Fußgänger gesammelt die Straße überqueren, anstatt vereinzelt.«

Stau Bad Vilbel: Erschrocken über Diskussion

Die Stadtwerke Bad Vilbel und der Magistrat haben die Situation im Sommer des vergangenen Jahres von einem Fachplaner begutachten lassen. »Die Untersuchung umfasste auch eine Videoanalyse zwischen Kreisverkehrsplatz und Viadukt (Homburger Straße)«, schreibt Bürgermeister Dr. Thomas Stöhr als Antwort auf die Petition. Pressesprecher Yannick Schwander fügt an: »Die Antwort ergab, dass eine solche Signalisierung keinen Zeitgewinn bringen würde, sondern sogar längere Wartezeiten zur Folge hätte.« Außerdem würden Zebrastreifen eine »sichere Führung der schutzbedürftigen Verkehrsteilnehmer, sprich Fußgänger und Radfahrer« sichern. Stöhr erläutert, dass im Vergleich zu Ampeln bei Zebrastreifen, »auch bei hohen Verkehrsstärken, geringere Unfallrisiken und kürzere Wartezeiten für die Fußgänger zu verzeichnen sind«.

Zwischen Kreisel, Zebrastreifen und Bushaltestelle ist immer viel Verkehr.

Eine eindeutige Antwort. Dennoch teilt Angelika Ungerer ihre Petition in den sozialen Netzwerken - und ist überrascht. »Die Reaktionen darauf haben mich erschrocken«, sagt sie. »Ich hätte mir eine sachliche Diskussion gewünscht, leider war die kaum möglich.« Viele hätten die Forderung auch missverstanden. »Ich wurde gefragt, ob ich Fußgänger gegen Radfahrer ausspielen möchte«, sagt sie. »Ich würde mir mehr ein Miteinander bei solchen Themen wünschen, als eine von Emotionen geführte Debatte ohne sachlichen Bezug.«

Stau Bad Vilbel: Überprüfung wenn Probleme auftreten

630 Unterstützer hätte sie benötigt, damit das Thema in einem städtischen Gremium behandelt wird. 43 Unterstützer sind es geworden. »Leider viel zu wenig«, bedauert Angelika Ungerer. Und nach den leidigen Diskussionen in den sozialen Netzwerken ist ihr auch ein wenig die Lust vergangen. »Man überlegt sich, ob es sich lohnt, viel Energie in Themen zu stecken, wenn am Ende unsachlich diskutiert wird. Ich wollte niemanden gegeneinander ausspielen.«

Und wie bleibt die Stadt bei den Stau-Themen auf dem Laufenden? »Solche Fragestellungen werden von unserer Straßenverkehrsbehörde dann geprüft, wenn Probleme auffallen«, sagt Pressesprecher Yannick Schwander. »Eine regelmäßige Prüfung gibt es jedoch ohne bestimmen Anlass nicht.« Angelika Ungerer habe als Petentin eine Antwort erhalten. Die Formulierungen des Bürgermeisters sind auf der städtischen Homepage für die Unterstützer und alle Interessierten einsehbar.

Stau Bad Vilbel: Wenige Unterstützer, klare Antwort

Wenige Unterstützer, eine eindeutige Antwort der Stadt - Angelika Ungerer will trotzdem dranbleiben, das Thema auch in die Politik bringen. »Wir haben in Bad Vilbel genug Brennpunkte zum Thema Verkehr«, sagt sie. »Einfach zu sagen ›so geht’s nicht‹, ist immer einfach. Eine Lösung zu finden, wäre deutlich besser.«

Ob neue Sitzbänke im Kurpark, der Ausbau eines Radwegs oder die Errichtung von Freiluftsportgeräten - auf ihrer Homepage bietet die Stadt Bad Vilbel allen Bürgern die Möglichkeit, eine Petition direkt online zu stellen. Wenn innerhalb des Sammlungszeitraums von acht Wochen mindestens 630 Unterschriften eingehen, wird die Petition in einem städtischen Gremium behandelt, das für diesen Themenbereich zuständig ist. Doch auch bei weniger als 630 Unterschriften wird das Anliegen aufgenommen und direkt an den Bürgermeister Dr. Thomas Stöhr weitergeleitet. Auf der Homepage www.bad-vilbel.de.de/politik/petitionen gibt es weitere Informationen zu den Petitionen.

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