Abriss

Bad Vilbel: Die alten Kuranlagen landen in Containern

  • Holger Pegelow
    vonHolger Pegelow
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Die Arbeiten zum Abriss der alten Kuranlagen Bad Vilbel und des ehemaligen Hallenbades sind in vollem Gange. In dieser Woche wird das Kerngebäude des Bades "angeknabbert".

Baggerführer Arnd Willems betätigt zwei Hebel in seinem Führerhaus: Damit setzt er den großen Greifer seines Abrissbaggers in Bewegung. Die beiden Krallen fahren auseinander, dann fährt er seine Maschine noch einen Meter weiter nach vorne und setzt den offenen Greifarm an die Ecke. Die beiden Hälften schnappen zu. Wieder ist eine Ecke des alten Kurmittelhauses abgebissen. Seit Tagen sind Arnd Willems und sein Kollege Alex Karavan mit zwei Baggern damit befasst, die beiden Gebäudeteile abzureißen. Das scheint gar nicht so einfach, "denn man kann das nicht so schnell machen, muss viele verschiedene Materialien berücksichtigen. Das hält auf", sagt Willems in einer Pause.

Alte Liegehalle zuerst abgerissen

Der Plan zum Abriss der alten Gebäude ist klar: Zunächst musste die Rotunde dran glauben, in der sich früher die Kur- und Badegäste ausruhen konnten. Das eigentliche Kurmittelhaus mit seinen Therapiewannen und weiteren Räumen war als zweites dran. Zuletzt wird das eigentliche Hallenbad abgerissen.

Die Oberhausener Firma BST kommt nach Angaben von Bauleiter Wolfgang Winterscheid "planmäßig voran". Vor vier Wochen haben die laut Stadtwerke-Leiter Klaus Minkel 400 000 Euro teuren Arbeiten begonnen. Zunächst wurden alle beweglichen Teile aus den ausgedienten Kuranlagen und dem Schwimmbad herausgeholt und zum größten Teil bereits abtransportiert. Arbeiter in vollen Schutzanzügen haben die zum Teil schadstoffbelasteten Teile in einen festen Container verpackt und mit einer Plane abgedeckt. Leserhinweisen, dass in dem alten Bad viel Asbest verbaut worden sei, widerspricht Minkel: "Es sind nur geringe Asbestmengen in Zusammenhang mit den Heizkörperverkleidungen entdeckt worden." Zudem begleite ein Schadstoffgutachter die Abbrucharbeiten, sagt der Chef der Stadtwerke, die Auftraggeber für die Abbrucharbeiten sind.

Bad ist bis Ende Juli weg

Während ein Teil des Trupps am Kurmittelhaus zugange ist, hat der andere Teil bereits an der Außenfassade des alten Hallenbades gearbeitet. Dort sind die Buchstaben "Hallenbad" ebenso verschwunden wie die hellen Klinkersteine und die Fenster der alten Schwimmhalle. Übrig bleibt ein graues Betongerippe, dem es in dieser Woche an den Kragen geht. Gemeint sind die Schwimmhalle und die Becken. Das abzureißen, dürfte nicht allzu lange dauern, "zumal wir hier fast keinen Keller haben", sagt der Baustellenleiter.

Das ist jetzt der Abschluss der Herzkur für Bad Vilbel

Klaus Minkel

Tag für Tag werden bei den Arbeiten mehrere Container gefüllt. Wie viele Kubikmeter Material letztlich entsorgt wird, kann der Stadtwerke-Werkleiter nicht sagen. "Der Abbruch geschieht gegen Entsorgungsnachweis, so dass wir erst am Ende das genaue Abbruchvolumen haben." Bis zum Ende des Monats will die Firma das alte Bad abgerissen haben, dann, zuallerletzt, "wird der Boden aufgenommen". Sprich: Alle Fundamente und die Parkplätze werden zurückgebaut.

Stadt wird seit 1977 erneuert

Bis Ende August ist damit der Platz geschaffen für die neuen Bauten: eine große Stadthalle mit Tiefgarage und ein Luxushotel der Dorint-Gruppe. Bis zum Hessentag 2020 soll die Stadthalle mit rund 1200 Plätzen errichtet und die Sanierung des unter Denkmalschutz stehenden Kurhauses zumindest begonnen sein. Und 50 Meter weiter soll das Kongresshotel errichtet werden.

Dessen große Bedeutung für die Stadt hebt Minkel noch einmal hervor. 1977 sei Bad Vilbel eine Herzkur versprochen worden. "Die Stadt war in einem üblen Zustand wegen der Industriebrache rings um das Alte Rathaus und der Hüttenwerke von Betriebshof/Stadtwerken/Gärtnerei neben dem Burgpark sowie vieles mehr, zum Beispiel der tote Zentralparkplatz. Die Sanierung des Kurhauses, der Bau der Stadthalle und des Hotels sind jetzt der Abschluss der Herzkur, wofür durch neue Bücherei und die Auslagerung des Hallenbades die Grundlagen gelegt worden sind."

Zu den Wohnhäusern hin

Bauzaun mit Holz und Behang

Viele Passanten haben sich bereits gewundert über den Zaun, der um die Baustelle für den Abriss der alten Badeanlagen sowie des Kurhauses gestellt worden ist. Schon die Länge ist beachtlich, denn er beginnt an der früheren Ausfahrt aus dem City-Parkplatz, verläuft durch den westlichen Kurpark, entlang des Fuß- und Radwegs bis zur Büchereibrücke, um das gesamte Kurhaus herum und wieder bis zum Westteil des City-Parkplatzes. Zudem ist der Zaunabschnitt am Schwarzen Weg mit Holz verkleidet worden. Stadtwerkechef Minkel begründet dies damit, "um etwas Lärmschutz für die Anwohner zu erreichen". Zudem wurde der übrige Zaun mit Behang versehen, als "Standard gegen Staub". (pe)p>

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