Spendenmarathon

Verwahrlosten Tieren helfen

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Herrenlose Hunde sind in Italien ein Geschäftszweig. Das wurmt die Tierschützer vom Bad Vilbeler Verein "Leben für Streuner". Sie rufen sie zum Spendenmarathon für Tiere auf.

Ein Herz für alle Tiere, vor allem für Hunde, haben die Mitglieder des Bad Vilbeler Vereins "Leben für Streuner". Die sieben Gründungsmitglieder rufen dazu auf, ihr Projekt zu unterstützen. "Wir sammeln beim ersten "Spendenmarathon für Tiere" zusammen mit Tierfreunden aus aller Welt 30 000 Futter-Pakete. Die Spendenaktion läuft bis zum 22. Dezember", erklärt Anja Breimaier. Partner des Futter-Spendenmarathons ist der Tierschutz-Shop. "Das ist Europas größte Futter-Spendenplattform."

Vereinsgründung 2016

Der Ende Februar 2016 in Bad Vilbel gegründete, gemeinnützige Verein ist einer von 30 deutschen Tierschutzvereinen, die sich europaweit engagieren. Über 500 europäische Tierschutzvereine haben sich bei Tierschutz-Shop Wunschlisten mit Produkten angelegt, die sie dringend benötigen. Aus diesen Wunschlisten können Tierfreunde Futter und Zubehör spenden. Von jeder Bestellung zahlt Tierschutz-Shop dauerhaft eine Prämie als finanzielle Unterstützung an die Vereine. Die Ankunft der Prämie als auch die der Futter-spenden kann im Internet verfolgt werden. "Jeder Spender kann so viel spenden wie er möchte. Ein kleines Paket kann bereits für 98 Cent und eine Monatsration Futter für 50 Euro gepackt werden", sagt die Vilbeler Tierschützerin.

Kein Tier soll hungern

"Was uns besonders am Herzen liegt, ist beim großen Spendenmarathon für Tiere der Aspekt, dass man sicher, seriös und einfach mit wenigen Klicks von zu Hause aus spenden kann. Unsere Vision ist es, dass kein Tier mehr in Europa hungern muss." Alle Gründungsmitglieder des Vereins waren bereits seit einigen Jahren im In- und Ausland bei anderen Tierschutzvereinen aktiv. Unter-stützt werden sie derzeit von 50 Fördermitglieder, die aus ganz Deutschland, der Schweiz und Österreich kommen. "Leben für Streuner" unterstützt, die in Südapulien liegende Auffangstation "Oasi Nuova Vita". Die Station leitet Luigia Parco. Dort pflegen die Tierschützer bis zu 100 Hunde aus schlimmer Haltung, verletzte, kranke und ausgesetzte, aus Tierheimen befreite Hunde sowie aus Mülleimern gerettete Welpen.

"In Italien ist zwar wie bei uns das Quälen, Aussetzen und Töten von Tieren gesetzlich verboten, kann mit einer Geldstrafe oder gar Gefängnis geahndet werden. Doch der Staat subventioniert die Unterbringung von Streunern in Canili, die sich auf ehemaligen Schlachthöfen oder Industriearealen befinden. Deren Betreiber erhalten pro Hund und Tag bis zu sieben Euro vom Staat. Je mehr Hunde und je geringer die Ausgaben für die Versorgung sind, desto höher ist für diese der Gewinn."

Bis zu 1000 Hunde auf engstem Raum

Deshalb würden dort bis zu 1000 Hunde auf engstem Raum vor sich hin vegetieren. "Je tiefer man in den Süden kommt, desto schlimmer wird es." Vor allem auch, weil die Einrichtungen nicht kontrolliert würden. "Die Hunde erhalten gerade so viel Wasser und Futter, das sie überleben können. Eine medizinische Versorgung gibt es nicht." Meist machen Urlauber die Vereinsmitglieder auf das Leid der Tiere aufmerksam. "Tierschützer erfahren in Italien keine Hilfe. Sie werden von der Hundemafia bedroht." Luigia Parco kämpfe trotzdem seit Jahren gegen das Canile-System an. Sie setze sich für die Kastrationen von Streunern ein, um die Welpenflut und damit den Nachschub für die Canili einzudämmen.

In diesem Jahr konnte der Verein 70 Hunden zu einem neuen Zuhause verhelfen. "Wir sind sehr streng bei der Auswahl der Halter." Eröffnen würden die Vereinsmitglieder gern eine Tierhilfenotpflegestelle.

Informationen zum Verein "Leben für Streuner" gibt es unter www.leben-fuer-streuner.com. Spenden können auf das Konto Frankfurter Volksbank, IBAN: DE66 5019 0000 6701 0186 11 überwiesen werden.

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