Vergrößerung trotz Krise

  • vonRedaktion
    schließen

Bad Vilbel(dpa/pm). Der Getränkehersteller Hassia übernimmt zum Jahreswechsel seinen bisherigen Wettbewerber Wüllner aus Bielefeld. Damit gehen drei Brunnenbetriebe in Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt mit zusammen rund 360 Beschäftigten an das Familienunternehmen aus Bad Vilbel, teilt das Unternehmen mit. Enthalten sind auch die Marken- und Vertriebsrechte für die Mineralwassermarken Carolinen, Güstrower Schlossquell sowie Gaensefurther Schloss Quelle.

Ein Kaufpreis wurde nicht genannt. Hassia will alle drei Betriebe weiterführen und das Markengeschäft ausbauen. Alle Mitarbeiter werden übernommen und alle aktuell bestehenden Verträge und getroffenen Vereinbarungen behalten ihre Gültigkeit", heißt es in der Pressemitteilung des Unternehmens zur Übernahme.

Verbreitungsgebiet erweitern

Die Vilbeler sind größter Markenanbieter von alkoholfreien Getränken in Deutschland und haben bereits in der Vergangenheit mehrere Brunnenunternehmen in verschiedenen Regionen übernommen. Mit der Neuerwerbung Wüllner vereint die Gruppe künftig elf Standorte mit rund 1750 Beschäftigten. Im Geschäftsjahr 2019 erreichte Hassia bei einem Absatz von 820 Millionen Litern alkoholfreier Getränke und Apfelwein einen Umsatz von 282 Millionen Euro.

Der geschäftsführende Hassia-Gesellschafter, Dirk Hinkel, begründete die Übernahme mit der Vergrößerung des Verbreitungsgebiets. "Wir können Regionalität. Unsere Strategie basiert darauf, starke Marken in unterschiedlichen Regionen Deutschlands zu führen und weiterzuentwickeln", sagte der Hassia-Chef. Man sei daher auch in Zukunft bei guten Gelegenheiten an Übernahmen interessiert, wolle aber nun erst einmal die Wüllner-Brunnen sorgfältig integrieren. Das Stammwerk in Bielefeld biete zudem Möglichkeiten für die nationalen Hassia-Marken "Bionade" und "Ti".

Die bisherige Inhaberfamilie werde sich zum Jahreswechsel aus der operativen Geschäftsführung der Mineralbrunnengruppe Wüllner zurückziehen, heißt es. "Nach fast 100 erfolgreichen Jahren in der Getränkebranche sehen wir die Zukunft unserer Familie in anderen Bereichen. Gleichzeitig sehen wir uns als Familie in der Verantwortung für unsere Unternehmensgruppe und unsere Mitarbeiter. Wir haben deshalb einen starken Partner gesucht, der unser Unternehmen in unserem Sinne und zum Wohle aller unserer Mitarbeiter erfolgreich weiterführt", sagte Heike Wüllner für die Eigentümerfamilie.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare