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Um die Wette klettern

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Von: Patrick Eickhoff

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Vorfreude auf die Robin-Hood-Premiere: Ausstatter Claus Stump (links), Robin-Hood-Darsteller Mario Neumann und die Marian, Fee Zweipfennig, sind gespannt auf die Reaktionen des Publikums. © Patrick Eickhoff

Am kommenden Wochenende feiert das Stück »Robin Hood« seine Premiere bei den Bad Vilbeler Burgfestspielen. Eine Aufführung extra für Kinder mit einem spannenden Bühnenbild.

Manchmal«, verrät Mario Neumann, »da klettern wir um die Wette.« Wir, das sind Neumann und Fee Zweipfennig. Die beiden schlüpfen bei den Burgfestspielen in die Rollen von Robin Hood und Lady Marian. Für das kurzweilige Kinderstück hat Ausstatter Claus Stump ein Bühnenbild entworfen, das Neumann »ein Geschenk« nennt. »Es gibt immer was Neues zu entdecken.« Und deshalb wird in den Pausen geklettert, gesprungen, balanciert, was das Zeug hält. Getreu dem Motto: Höher, schneller, weiter.

Mehrere Figuren zum Identifizieren

Der Spaß hat bald ein Ende. Am Wochenende wird »Robin Hood« seine Premiere bei den Bad Vilbeler Burgfestspielen feiern. »Dann steht die Bühne, so wie sie ist«, erläutert Ausstatter Stump. »Da haben die beiden leider Pech gehabt«, sagt er und lacht.

Mit Robin Hood präsentiert Regisseurin Kirsten Uttendorf einen echten - mehrfach verfilmten - Klassiker auf der Bühne in der Wasserburg. »Jede Umsetzung hat seine eigenen Ziele und Ideen«, verrät Mario Neumann. Das Publikum darf sich ab Samstag (öffentliche Premiere) auf den Kampf um Gerechtigkeit zwischen Robin Hood und dem grausamen Sheriff von Nottingham freuen. Robin Hood lebt ein abenteuerliches Leben im Wald - doch sein Versteck bleibt nicht unentdeckt. »Robin bewegt sich in beiden Welten. Das finde ich spannend. Es ist ein Konflikt, den auch seine Persönlichkeit auszeichnet.«

Den Konflikt zwischen zwei Welten soll auch die Bühne widerspiegeln. »Wir wollten bewusst nicht klar definieren, in welcher Zeit es spielt«, erzählt Claus Strump über seine Ideen zum Ausgestalten.

Im Mittelpunkt steht eine große Zielscheibe, die sich drehen lässt. »Sie dient als Podest auf dem Marktplatz, aber natürlich in einer ganz wichtigen Szene als Zielscheibe.« Zu viel verraten will der Ausstatter noch nicht, »aber das ist eine trickreiche Idee«. Generell stelle die Bühne ebenfalls zwei Welten dar. Oben - unten. Arm - reich. Stadt - Wald. »Das ist eine klar definierte Idee. Wir haben einen Raum geschaffen mit vielen Spielmöglichkeiten.«

Kinder sind anspruchsvoll

Zwischen zwei Welten bewegt sich im Stück auch Lady Marian. Fee Zweipfennig ist erstmals bei den Burgfestspielen dabei und sagt: »Es ist schön, dass wir eine zweite Identifikationsfigur dabei haben. Sie zeigt, dass auch Frauen wesentlichen Einfluss haben.« Zweipfennig sagt: »Auch sie hat ihren Kampf zu kämpfen.« Von Bad Vilbel ist die Schauspielerin begeistert. »Man merkt, wie die Stadt sich auf die Burgfestspiele freut.« Dass Kinder durchaus ein kritisches Publikum sind, wissen beide Schauspieler. »Kinder sind viel direkter«, sagt Neumann. Die Reaktionen seien deshalb unterschiedlich. »Aber sie reagieren immer«, ergänzt Ausstatter Stump und lacht. Für alle drei ist aber klar: Die Ansprüche bleiben unverändert. Neumann sagt: »Kinder sind ein schlaues Publikum. Natürlich bereiten wir uns darauf genau so vor, wie auf eine Abendvorstellung.«

»Der Fokus«, sagt Stump, »liegt dabei auf dem Wesentlichen«. Theater für Kinder sei schließlich nicht bodenschwer und stark politisiert, »aber natürlich ist es anspruchsvoll«. Eines verspricht er: »Alle Besucher können sich auf ein lustiges und interessantes Stück freuen.«

Die öffentliche Generalprobe von »Robin Hood« ist am Samstag, 14. Mai. Die Premiere findet am Sonntag, 15. Mai statt. Informationen gibt es auf unter www.kultur-bad- vilbel.de/burgfestspiele/

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