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Karin Ostendorf hat sich im alten Kinderzimmer ihres Sohnes einen Traum erfüllt und eine eigene Töpferwerkstatt eingerichtet.

Jubiläum

Über eine Annonce zur Töpferin

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Karin Ostendorf aus Bad Vilbel feiert ein großes Jubiläum: Seit 25 Jahren leitet sie die Töpferwerkstatt im Efzet. Ihr Handwerk übt die Künstlerin schon seit fast doppelt so langer Zeit aus.

Das Wohnzimmer von Karin und Gerald Ostendorf macht einiges her. Die Möbel wirken futuristisch, die Farben sind perfekt aufeinander abgestimmt. "Die Möbel sind tatsächlich noch aus der Zeit als wir hier eingezogen sind", berichtet sie während eines kurzen Rundgangs durch das Haus auf dem Niederberg. So werden Stile immer wieder modern. Vom Wohnzimmer aus bietet sich dem Ehepaar ein grandioser Ausblick auf das kleine Tal zwischen Niederberg und Schöllberg. "Wir sind 1974 aus dem Münsterland hierher gezogen. Mein Mann hat einen Job in einer Frankfurter Bank angenommen", berichtet Ostendorf, während sie an einem runden weißen Tisch im lichtdurchfluteten Wohnzimmer Platz nimmt.

"1980 habe ich eine Zeitungsanzeige gesehen. Töpfern für Familien wurde angeboten. Mit unseren Kindern war ich dann einige Male dort, und mich hat es einfach gepackt", erinnert sie sich. Sie sei immer dabei geblieben, habe halbtags in einer Apotheke in Bergen-Enkheim gearbeitet und ihre freie Zeit zum Töpfern genutzt. "Denn das erfordert ganz regelmäßiges Üben. Vor allem das Drehen am Tisch."

Ton ist nicht gleich Ton

Sie habe zudem den Drang gespürt, sich beim Töpfern immer weiterzubilden. "Ich habe im ganzen Land Kurse besucht. Teilweise auch sehr spezielle. Ich bin zum Beispiel zu einem Chemiker gefahren, der neue Glasuren ausprobiert und vorgestellt hat", sagt Ostendorf. Als ihr Sohn irgendwann auszog, erfüllte sich die Vilbelerin einen kleinen Traum und richtete sich in dessen Kinderzimmer eine Werkstatt ein.

An den Wänden sind mehrstöckig Gefäße und Kunstwerke aufgereiht, die Ostendorf geschaffen hat. Sogar einen kleinen Brennofen hat sie hier. "Das ist die größte Größe, die noch ohne professionellen Abzug nutzbar ist", erklärt sie und öffnet den Deckel. Auf 1300 Grad Celsius kann der Ofen die Tonmasse beim Brennen erhitzen. An der gegenüberliegenden Wand stehen weiße Plastikgefäße. Sie haben verschiedenste Aufschriften. "Daraus werden die Glasuren gemischt. Das ist eine Wissenschaft für sich", erläutert Ostendorf. Die Tongefäße wirken in ihrer Textur und Farbe unterschiedlich. Denn Ton ist nicht gleich Ton: "Je nach Zusammensetzung ändert sich das Material. Schamotte ist beispielsweise eine Form von Ton, die kleine vorgebrannte Stückchen enthält", beschreibt sie. "Damit ist es möglich, deutlich höher zu formen als mit reinem Ton. Ton sei von Natur aus in verschiedenen Farben zu finden, könne aber vom Künstler auf alle möglichen Arten und Weisen eingefärbt werden. "Außerdem unterscheidet man zwischen Primär- und Sekundärtönen. Sekundärtone sind durch Flüsse und Seen gewandert." Ganz feine Töne gehen fast in Richtung Porzellan.

Es sei eben dieses Material, was sie am Töpfern so fasziniere: "Aus einem Stück Erde und Lehm kann etwas völlig neues entstehen. Noch dazu ist das Material simpel, preiswert und einfach erdverbunden", erklärt Ostendorf.

Selbst geschlämmt

Einmal habe sie ein Anruf aus Bergen-Enkheim erreicht. Dort hatte ein Mann auf seinem Grundstück gegraben und einen weißen Streifen Erde gefunden. "Das war tatsächlich weißer Ton. Ich habe ihn mitgenommen, geschlämmt, um alle Verunreinigungen zu entfernen und diesen verarbeitet", sagt die Künstlerin. Nicht nur das handwerkliche Geschick, auch die Expertise hat sie im Laufe der Jahre erworben und gibt ihr Wissen seit 25 Jahren an die Bad Vilbeler weiter. "Ich habe irgendwann festgestellt, dass ich in den vielen Kursen nicht mehr viel lerne. Dann hat mein Sohn mir erzählt, dass eine Kursleiterin im Efzet gesucht wird. So bin ich vor 25 Jahren dazu gekommen, auch zu unterrichten."

Montags von 18 bis 22 Uhr bietet Ostendorf den offenen Töpfertreff an. Dieser werde seit Beginn an gut angenommen. "Ich glaube, in dieser ganzen Zeit gab es nur zwei oder drei Abende, an denen niemand kam. Sonst ist eher das Problem, dass es zu voll wird", erzählt sie glücklich. "Jeder kann das Töpfern ausprobieren." Auch für den Bad Vilbeler Kunstverein gibt Ostendorf zweimal im Jahr Kurse. Der nächste findet ab 18. September immer mittwochs ab 16 Uhr statt.

Ausstellung zum Jubiläum

Am Wochenende präsentieren Karin Ostendorf und einige ihrer Schüler eine Ausstellung im Efzet, Saalburgstraße 1. Neben zahlreichen Werken werden Fotos aus den 25 Jahren Töpfertreff zu sehen sein, sogar musikalische und tänzerische Einlagen werden geboten. Die Ausstellung ist am Samstag, 7. September, und Sonntag, 8. September, jeweils von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Wem die Werke von Ostendorf gefallen, hat die Möglichkeit sie auf www.karin-ostendorf.de zu erwerben.

Am Wochenende präsentieren Karin Ostendorf und einige ihrer Schüler eine Ausstellung im Efzet, Saalburgstraße 1. Neben zahlreichen Werken werden Fotos aus den 25 Jahren Töpfertreff zu sehen sein, sogar musikalische und tänzerische Einlagen werden geboten. Die Ausstellung ist heute und morgen jeweils von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Wem die Werke von Ostendorf gefallen, hat die Möglichkeit, sie auf www.karin-ostendorf.de zu erwerben. (nma)

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