Tribüne für die Burgfestspiele steht

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Rund 100 Tonnen Material sind wahrlich "eine Menge Holz" obwohl es sich dabei zu 80 Prozent um schwere Stahlteile handelt, die für den Aufbau der Zuschauertribüne in den Hof der Vilbeler Burg geschafft wurden. Allein die rund acht Meter langen Vertikal-Träger bringen pro Stück rund eine Tonne auf die Waage und die Treppenwanne für den Aufgang noch einiges mehr. Innerhalb von fünf Tagen hat das 22-köpfige Team eines Gießener Unternehmens ganze Arbeit geleistet und bis auf wenige Nacharbeiten das rund 700 Sitzplätze fassende Tribünen-Rund aufgebaut.

Rund 100 Tonnen Material sind wahrlich "eine Menge Holz" obwohl es sich dabei zu 80 Prozent um schwere Stahlteile handelt, die für den Aufbau der Zuschauertribüne in den Hof der Vilbeler Burg geschafft wurden. Allein die rund acht Meter langen Vertikal-Träger bringen pro Stück rund eine Tonne auf die Waage und die Treppenwanne für den Aufgang noch einiges mehr. Innerhalb von fünf Tagen hat das 22-köpfige Team eines Gießener Unternehmens ganze Arbeit geleistet und bis auf wenige Nacharbeiten das rund 700 Sitzplätze fassende Tribünen-Rund aufgebaut.

Mit "temporärem Veranstaltungsbau" einen bleibenden Eindruck schaffen, das hat sich das Unternehmen "4e Veranstaltungsprojekt GmbH" laut Eigenwerbung als Ziel gesetzt. Wobei die vier "e" für "events, engineering, experience und emotions" stehen. Dass nicht nur Männer in schwindelnden Höhen Stahlteile montieren können, bewiesen im Burghof auch zwei Frauen, die sich für diesen einstmals reinen Männerberuf entschieden haben.

Für Bauleiter Ditmar Polozyk und den Großteil des Teams ist der Vilbeler Burghof ein seit Jahren vertrautes Gelände. Wann er das erste Mal dabei war, als die Tribüne für das Quellenstädter Freilichttheater aufgebaut wurde, kann Polozyk nicht mehr sagen. Aber jedes Jahr besteht die größte Herausforderung darin, die Arbeitsfahrzeuge und das Material über die über den Wassergraben führende schmale Brücke in den Burghof zu bringen.

Burgtor als Nadelöhr

Die Brücke ist für eine Traglast von 9 Tonnen ausgelegt, und schon der Teleskop-Stapler hat ein Eigengewicht von 8,9 Tonnen. Aber nicht nur bei der Traglast geht es eng zu, auch die Breite des Burgtores reicht gerade so aus, damit der Stapler durchfahren kann: "Das ist nur mit eingeklappten Außenspiegeln möglich", verdeutlichte Polozyk die Schwierigkeiten. "Zum Glück hat es nicht geregnet", ist der Bauleiter zufrieden. Bei Regen können vor allem die Schallschutzwände rund um die Tribüne nicht eingebaut werden. Wenn die feucht werden, verlieren sie ihre dämmende Wirkung. Sind sie erst mal montiert, wird eine wasserundurchlässige Folie darüber gehängt und der Regen kann ihnen nichts mehr anhaben.

Mit einer geräuscharmen Oberfläche sind die Beläge der Sitzreihen und der Treppenaufgänge ausgestattet. Die beiden seitlichen Zugänge werden durch einen sogenannten "Mundlochzugang" in der Mitte ergänzt, über den die Besucher bequem von hinten auf die Tribüne und die oberen Sitzplatzreihen gelangen. Vor vier Jahren haben die Veranstaltungstechniker von "4e" das Vilbeler Tribünensystem modernisiert. Um die Fläche im Inneren der Burg optimal auszunutzen, waren die im Viertelrund um die Bühne angeordnete Tribüne mit Kurvensegmenten ausgestattet worden. Dadurch konnte die Sitzkapazität leicht erhöht und der Komfort für die Besucher verbessert werden. Insgesamt 645 Personen sowie zehn Rollstuhlfahrer finden auf der überdachten Tribüne Platz. Zwischen der ersten etwas erhöhten Sitzreihe und der Bühne ist dann noch Raum für 74 ebenerdige und nicht überdachte Sitzplätze – sie garantieren sozusagen wahres "Open-Air-Feeling". Regnet es während einer Vorstellung erhalten diese Besucher von den Festspiel-Hostessen kostfreie Regencapes.

Während noch die letzten Aufbauarbeiten stattfinden macht sich Bauleiter Polozyk schon Gedanken über den Abbau der Tribüne im September. Dann müssen Stapler und Hubbühnen sowie die gesamten 120 Tonnen Material wieder durchs Burgtor und über die Brücke.

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