Sylvia Becker-Pröbstel ermpfiehlt Obst und Gemüse, Vollkorn- und Getreideprodukte zur Stärkung des Immunsystems. Das könne eine Krankheit verhindern oder sie wesentlich milder verlaufen lassen.
+
Sylvia Becker-Pröbstel ermpfiehlt Obst und Gemüse, Vollkorn- und Getreideprodukte zur Stärkung des Immunsystems. Das könne eine Krankheit verhindern oder sie wesentlich milder verlaufen lassen.

Ernährungswissenschaftlerin

Tipps in Zeiten von Corona: Immunsystem mit richtiger Ernährung stärken

  • Holger Pegelow
    vonHolger Pegelow
    schließen

Mit der richtigen Ernährung kann jeder sein Immunsystem in Hochform bringen. Das sagt die Vilbeler Ernährungswissenschaftlerin Sylvia Becker-Pröbstel und gibt Tipps, die beherzigt werden sollten.

D as Immunsystem benötige neben Eiweiß, guten Fetten und komplexen Kohlenhydraten Vitamine sowie Mineralstoffe wie Eisen, Zink und Selen. »Eine große Rolle spielen die sekundären Pflanzenstoffe, zum Beispiel Flavonoide in Beeren und Carotinoide in Karotten und unterschiedlichen Ballaststoffe, die ausschließlich in natürlichen Lebensmitteln enthalten sind.« Die Fachfrau nennt zehn Punkte für ein starkes Immunsystem auch gegen Corona:

1.: Die Barrierefunktion stärken mit Ballaststoffen und Sauermilchprodukten. Tausende Bakterienarten helfen bei der Verdauung und Resorption von Nährstoffen und üben Schutz vor Krankheitserregern aus, in dem sie eine Schleimschutzschicht aufbauen. Zudem lieferten Ballaststoffe aus Vollkorngetreide und daraus hergestellte Produkte, Hülsenfrüchte, Gemüse, Obst, Nüsse und Samen, Grundbausteine für den Aufbau einer starken Darmflora.

Richtige Ernährung in Zeiten von Corona: Sauermilchprodukte zur Stärkung

2.: Vollkornprodukte sind unersetzlich für die Vermehrung guter Bakterien im Darm, sagt die Fachfrau. Sie enthalten neben Ballaststoffen reichlich Mineralstoffe und Vitamine. Unter den Mineralstoffen seien die Gehalte an Zink, Eisen und Magnesium und bei den Vitaminen B1, B2 und Folsäure interessant. B-Vitamine spielen laut Sylvia Becker-Pröbstel in der Zellteilung und Blutbildung eine besondere Rolle und sind daher für das Immunsystem besonders wichtig. »Zink ist ein Schwermetall und essenziell für unsere Abwehrkräfte.«

4. Sauermilchprodukte sind Multitalente der Abwehrstärkung. 300 Gramm probiotische Milchprodukte, wie Naturjoghurt, Quark, Dickmilch oder Kefir fördern das Wachstum von Laktobazillen und Bifidusbakterien, stabilisieren das säuerliche Milieu, fördern damit die Nährstoffaufnahme und stärken die gesamte Körper-Immunabwehr. Zudem tragen fette Milchprodukte maßgeblich zur Calcium, Magnesium, Zink, Jod, B-Vitamin, Vitamin A und D sowie der Folsäure-Versorgung bei.

5.: Gemüse und Obst enthalten neben Ballaststoffen, Antioxidantien, reichlich Vitamine und Mineralstoffe sowie bioaktive Substanzen in Form von Aromen, Farb- und Duftstoffen, die in der Bildung von Abwehrzellen auch Katalysatoreigenschaften übernehmen. Eine bunte Mischung von mehr als 500 Gramm Gemüse, Salat und Rohkost zu drei Mahlzeiten am Tag sei die Basis einer gut funktionierenden Immunabwehr. 6.: Kräuter seien wahre Vitamin- und Mineralstoffbomben, die entzündungshemmend, desinfizierend und schleimlösend wirkten. Besonders hilfreich seien Petersilie, Pfefferminze, Schnittlauch, Thymian, Kamille, Salbei.

Richtige Ernährung in Zeiten von Corona: Ingwer als Klassiker gegen Infekte

7.: Gewürze, wie Paprika, Pfeffer, Senf und Chili enthalten wirksame ätherische Öle. Der Klassiker gegen Infekte sei Ingwer. Die Inhaltsstoffe sollen anti-entzündlich, abschwellend und schmerzlindernd wirken.

8.: Fisch und Eier, Vitamin D und Omega 3-Fettsäuren. Vitamin D sei ein Multitalent in der Immunabwehr. Es fördere die Produktion von Abwehrzellen und sei in der Regulation der Immunantwort beteiligt, betont Becker-Pröbstel. Gute Quellen seien Fettfische, Milchprodukte, Eier, Pilze, Haferflocken, Sprossen. In Studien mit chirurgischen Patienten seien niedrigere Infektionsraten, verkürzte Krankheitsdauer und - sogar - eine verbesserte Lungenfunktion gefunden worden.

9.: Trinken: Flüssigkeitsmangel trockne Schleimhäute aus. »Krankheitserreger dringen schneller ein«, nennt die Fachfrau die Folgen. Mineralwasser mit frischem Zitronensaft, Kräutertees oder Ingwertee mit einem Teelöffel Honig und Kaffee seien als Durstlöscher geeignet.

10: Eine gute Vorratshaltung mit vier bis fünf verschiedenen Sorten blanchiertem Tiefkühlgemüse und Tiefkühlkräutern könne auch in Post-Corona-Zeiten zu höherem Gemüseverzehr motivieren, Leistungsfähigkeit und Gesundheit stärken.

Richtige Ernährung in Zeiten von Corona: So könnte ein Speiseplan aussehen

Die Ernährungsberaterin Sylvia Becker-Pröbstel gibt an dieser Stelle einmal Empfehlungen für eine sinnvolle Ernährung auch in Corona-Zeiten, quasi anhand eines Beispieltages. 

Frühstück: Müsli aus Naturjoghurt, gerösteten Getreidevollkornflocken, Samen, frischem Obst und Zimt.

Zwischenmahlzeit: Rohkost (Möhre, Gurke, Radieschen) und Nüsse. 

Mittagessen: Ratatouille, Wildlachs mit Kräuterkruste, Ofenkartoffel, Espresso und Vollkornkeks.

Zwischenmahlzeit: Erdbeerquark mit grünem Pfeffer. 

Abendessen: Tabouleh (Petersiliensalat) oder Wildkräutersalat mit Schafskäse. 

Als sinnvolle Getränke zu den Mahlzeiten nennt sie Ingwertee mit Limettensaft und etwas Honig, Mineralwasser, Kaffee, Schwarztee mit Kardamom.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare