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Therme Bad Vilbel: Nun beziehen die Investoren Stellung

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Die Therme Bad Vilbel soll realisiert werden: Die Unternehmensgruppe des früheren Bäderkönigs Josef Wund bekennt sich jetzt auch offiziell und ganz ausdrücklich zu dem Projekt.

"Wir wollen, dass Bad Vilbel seine Wund-Therme bekommt." Mit diesem Bekenntnis meldet sich Edelfried Balle, Geschäftsführer und führender Kopf der Holding des verstorbenen Bäderkönigs Josef Wund, zu Wort. Die Stellungnahme zum 200-Millionen-Euro-Projekt am Frankfurter Stadtrand veröffentlichte die Unternehmensgruppe Wund gestern per E-Mail. Sie folgt auf einen Bericht dieser Zeitung (Lesen Sie hier: Therme Bad Vilbel wurde umgeplant), wonach die Wund-Gruppe das Projekt "Tropenparadies Bad Vilbel" zwar fortführen, die Therme aber umplanen wolle. Statt mehrstöckig soll der Bau auf den Ackerflächen zwischen B 3 und den Schulen, Wohnhäusern und Berufsförderungswerk errichtet werden. Gestrichen ist offenbar das zuvor vorgesehene 250-Zimmer-Hotel.

Hotel offenbar gestrichen

Zwar soll es bei 5,9 Hektar bebauten Areals bleiben. Weil die Flächen der Therme jedoch anders aufgeteilt werden, ist ein aufwendiges Änderungsverfahren für den Regionalen Flächennutzungsplan notwendig. Die Umplanung bestätigt die Wund-Gruppe jetzt: "In unserer extrem dynamischen Branche mit sehr kurzen Innovationszyklen können mehr als drei Jahre alte Planungen allerdings nicht eins zu eins übernommen werden", erläutert demnach Edelfried Balle.

Daher habe man die Entwürfe aus der Feder von Josef Wund "technisch, architektonisch und wirtschaftlich unter die Lupe" genommen. "Nur so kann der nachhaltige Erfolg dieser enormen Investition gewährleistet werden", betont Edelfried Balle. Er spricht offiziell in Namen einer "VBI 52 Verwaltung Badimmobilien GmbH".

Hochzufrieden reagieren die Stadtwerke Bad Vilbel, die die Therme zusammen mit der Wund-Gruppe errichten wollen. "Beharrlichkeit zahlt sich aus", sagt Erster Werkleiter Klaus Minkel. An die Kritiker richtet er sich ebenso: "Mutlose können nicht gewinnen." Mit der Nachricht würden "alle Unken widerlegt, die meinten, das Projekt sei aufgegeben und solle nicht mehr realisiert werden". Er, Minkel, sowie Stadtwerke und Stadt hätten das Projekt "zu keinem Zeitpunkt aufgegeben". Es stand schon im Dezember 2017 unmittelbar vor der Realisierung. Dann jedoch kam Investor und Architekt Josef Wund tragisch bei einem Flugzeugabsturz ums Leben.

Die Wund-Gruppe bestätigt auch erneut, dass sie weiter auf die Erteilung des Erbscheins durchs Nachlassgericht warte. "Dies hemmt strategische Entscheidungen." Unter den Angehörigen Wunds herrsche aber Einigkeit. Die Wund-Stiftung solle Alleinerbin des Vermögen des Bäderkönigs werden.

Reger Austausch

Über den Nachlass wachen solle die JW TV Vermögensverwaltung GmbH, die Josef Wund noch zu Lebzeiten extra für die Vollstreckung des Testaments gegründet hatte. Sobald der Erbschein vorliege, "können die notwendigen, strategischen Unternehmensentscheidungen eingeholt werden", erklärt der Geschäftsführer der JW TV, Peter Baumeister. An den Grundlagen für diese Entscheidung "arbeiten wir unablässig", betont er. "Die Zeit bis dahin wollen wir möglichst produktiv nutzen."

Man stehe mit den Genehmigungsbehörden "hinsichtlich der sich abzeichnenden, erfolgversprechenden Änderungen in regem Austausch". Unter anderem ist beim Planungsverband Frankfurt/Rhein-Main bereits das Verfahren zur Änderung des Regionalen Flächennutzungsplan angelaufen.

Peter Baumeister richtet zudem einen Dank direkt nach Bad Vilbel, weil man dort dem Vorhaben die Treue halte. Der Stadtverwaltung, dem Stadtparlament sowie "allen weiteren beteiligten Behörden und politischen Entscheidern" sei er "dankbar für das weiterhin konstruktive Miteinander in einer durch den Schicksalsschlag herausfordernden Phase des Projekts".

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