Den Überweg vom und zum AGO-Alten-/Seniorenheim wollen die Grünen näher an die Einmündung der Kreisstraße verlegen. Doch die Mehrheit aus CDU und FDP sieht dafür im Ortsbeirat keine Notwendigkeit. FOTO: HOLGER PEGELOW
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Den Überweg vom und zum AGO-Alten-/Seniorenheim wollen die Grünen näher an die Einmündung der Kreisstraße verlegen. Doch die Mehrheit aus CDU und FDP sieht dafür im Ortsbeirat keine Notwendigkeit. FOTO: HOLGER PEGELOW

Ortsbeirat streitet

Streit um Überweg am Altenheim in Dortelweil

  • Holger Pegelow
    vonHolger Pegelow
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Fußgänger überqueren in Dortelweil oft die vielbefahrene Friedberger Straße, anstatt den Umweg über den Zebrastreifen zu nehmen. Die Grünen haben im Ortsbeirat beantragt, den Weg zu verlegen.

Es ist nicht viel los an diesem Donnerstagmorgen. Als das Foto zu diesem Bericht entsteht, sind bei Nieselregen gerade mal zwei Frauen zu Fuß unterwegs. Beide laufen über die Friedberger Straße, nutzen dabei den markierten und beschilderten Überweg. Der Grüne Clemens Breest hat jedoch beobachtet: "Der Hauptfußgängerstrom quert die Friedberger Straße im Mündungsberech der Kreisstraße." So steht es in seiner Begründung für den Antrag, den er zur jüngsten Sitzung des Ortsbeirats eingebracht hat.

Ihm liegt vor allem die kürzeste Verbindung zwischen dem Seniorenzentrum auf der einen Seite der Straße und der St. Marienkirche und dem Bäcker auf der anderen Seite am Herzen. Der kürzeste Weg liegt in Höhe der Kreisstraße. Deshalb beantragte Breest namens der Grünen zum Haushalt 2021/22, Geld bereitzustellen, um den Überweg vom jetzigen Standort Friedberger Straße/Nieder-Erlenbacher Weg in den Bereich Friedberger Straße/Kreisstraße zu verlegen.

Ortsvorsteher Anders: Zehn bis 15 Meter Umweg

"Das sind zehn bis 15 Meter", sagt Ortsvorsteher Herbert Anders (CDU) dazu. Er selbst sei das am Morgen abgelaufen und habe 50 Schritte vom Seniorenheim bis zum Überweg gezählt.

Damit hat er das Streitthema benannt, denn darum ging es der antragstellenden Fraktion ebenso wie der SPD. "Wir reden von den Leuten im Altenzentrum und nicht von den Berufstätigen", meldet sich Sozialdemokrat Rainer Fich zu Wort. "Für diese Menschen sind die zehn bis 15 Meter weiter zu laufen beschwerlicher als für uns."

Anders zitiert den Magistrat, der die Kosten für eine Verlegung auf rund 22 000 Euro beziffert hat. CDU-Mann Klaus Althoff hat beobachtet, dass die Berufstätigen vom Bahnhof in der Kreisstraße genau auf der Seite laufen, auf der später dann auch der Zebrastreifen liegt. "Den Antrag auf Verlegung finde ich quatsch", ruft er in Richtung Grüne und SPD.

CDU und Stadt nennen hohe Kosten

Breest meldet sich ein zweites Mal zu Wort, verweist auf eine Verwaltungsvorschrift für Fußgängerüberwege, die besage, dass lange Umwege zu vermeiden seien, wenn der Standort für einen Überweg ausgewählt werde. Es gebe die Empfehlung, wenn keine baulichen Gründe dagegen sprächen, den Weg zu verlegen.

Aber genau auf diese baulichen Gründe verweist der CDU-Stadtverordnete Cleve. "Wegen der Leitungen war eine andere Lage des Überwegs nicht möglich. Wäre der Umweg für die Altenheimbewohner 50 Meter, wäre ich auf für die Verlegung. Aber bei zehn Metern nicht. Die 22 000 Euro fehlen uns für andere Investitionen."

Seitens der Stadt heißt es, bei der Verlegung des Überwegs müsste sowohl der Verkehrsdienst der Polizei befragt werden, als auch Richtwerte geprüft werden, ob eine derartige Verlegung möglich sei. Hierbei sei zu beachten, dass sich in diesem Bereich bereits diverse Querungsmöglichkeiten befinden und der Fußgängerüberweg erst 2019 nachmarkiert worden und gut zu erkennen sei. Die bereits 2016 beantragte Verlegung des Fußgängerüberwegs in Richtung der Querungshilfe würde nach derzeitigem Stand der Dinge rund 22 000 Euro kosten, so die Stadt. Im Entwurf des Doppelhaushalts 2021/2022 seien diese Mittel jedoch nicht eingestellt. "Da sich weiter nördlich bereits eine Fußgängerschutzanlage (Ampel) befindet, ergibt sich zudem die Sinnhaftigkeit der Verlegung diese Richtung nicht", teilt Stadtsprecher Yannick Schwander weiter mit.

CDU und FDP lehnen Antrag ab

Die baulichen Bedingungen sind Breest bekannt, denn er schreibt in seinem Antrag, heute gebe es weniger aufwendige Lösungen für eine ausreichende Ausleuchtung des Fußgängerüberweges. Deshalb stehe aus technischer und baulicher Sicht einer Verlegung nichts im Weg.

Also musste die Entscheidung politisch getroffen werden. Die Vertreter der Koalition aus CDU und FDP lehnten den Antrag ab, weshalb er nicht als Wunsch des Ortsbeirats in die Haushaltsberatungen einfließt.

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