Eng verbunden: Elena Auschill mit ihrer Hündin Belle, die sie selbst als Welpe aus einem portugiesischen Wald gerettet hatte. FOTOS: NIKLAS MAG/PRIVAT
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Eng verbunden: Elena Auschill mit ihrer Hündin Belle, die sie selbst als Welpe aus einem portugiesischen Wald gerettet hatte. FOTOS: NIKLAS MAG/PRIVAT

Mittlerweile ein offizieller Verein

Straßenhunde sollen es in Bad Vilbel besser haben

  • vonNiklas Mag
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Elena Auschill aus Bergen-Enkheim ist im Herbst nach Portugal gezogen, um sich voll und ganz ihrem Herzensprojekt Place for Strays widmen zu können. Mittlerweile ist aus dem Hilfsprojekt ein offizieller Verein geworden.

L aura Arndt aus Gronau kennt Elena Auschill schon seit langem. "Ich bin mittlerweile eine Art Vermittlerin. Schon sechs gerettete Hunde leben mittlerweile in Bad Vilbel", erklärt sie freudig. Im vergangenen Sommer berichtete diese Zeitung erstmalig über Elena Auschills Projekt Place for Strays (ein Platz für Streuner), seitdem ist viel passiert. "Wir sind jetzt endlich ein offizieller und eingetragener Verein", berichtet die ehemalige Schülerin des Georg-Büchner-Gymnasiums. "Die Gründung hat wirklich viel Zeit gebraucht und bis wir alles zusammen hatten, aber wir haben jetzt eine bestätigte Gemeinnützigkeit."

So kann Place for Strays nun nicht nur Spendenquittungen ausstellen, sondern sich auch als offizieller Verein präsentieren. Als Kind waren ihr erstmalig die verwahrlosten Straßenhunde in Portugal aufgefallen. Eine über 2500 Quadratmeter große Fläche in Portugal wurde aufgekauft, seitdem dient der dort errichtete Shelter rund 30 Hunden als erstes Zuhause. "Die Tiere werden bei uns aufgepeppelt und danach vermittelt", beschreibt Elena Auschill.

Zuerst gehe es in Quarantäne

An der Arbeit des Vereins habe die offizielle Vereinsgründung nichts geändert. Noch immer sammelt das Team in Portugal verwahrloste Hunde auf und versorgt diese auf dem Vereinsgelände. "Wir haben jetzt sogar eine kleine medizinische Station auf dem Areal. Hier stecken wir die Tiere erstmal in Quarantäne, bevor sie zu den anderen dürfen." Gerade erst sei eine Hundemutter mit sechs Welpen im Shelter angekommen.

"Dieses Jahr kamen generell sehr viele Welpen zu uns", sagt Elena Auschill. Die Tiere erhalten alle nötigen Impfungen, werden so oft wie es sein muss zum Tierarzt gebracht. Dafür arbeiten mehrere Helfer in Schichten, auch setzt Place for Strays vor Ort auf Freiwillige. Ein kleines, eingerichtetes Häuschen befindet sich aus dem Gelände, das regelmäßig von Urlaubern bezogen wird, die nicht nur Portugal entdecken und günstig wohnen möchten, sondern in ihrer Zeit vor Ort den Verein unterstützen wollen. "Durch Corona gab es da natürlich einen Stillstand, aber das ist wieder gut angelaufen, wir sind gut ausgelastet", freut sich Auschill.

Ist einer der Hunde wieder vollauf gesund, kann die Vermittlung starten. "Das gelingt uns sehr oft. Bei Welpen geht das natürlich schneller, aber wir konnten wirklich viele Hunde im vergangenen Jahr vermitteln." Dafür sei das Vereinsteam in Deutschland wichtig, beispielsweise arbeitet der Verein mit zwei Pflegestellen zusammen, die die Tiere vor einer Vermittlung in Deutschland vorerst noch einmal aufnehmen.

"Oftmals kommen die Tiere in einem sehr schlimmen Zustand zu uns. Wir kämpfen dann zusammen mit ihnen und unternehmen alles, was wir können, aber manchmal ist es einfach zu spät", erzählt Auschill. "Letztens konnten wir einem Welpen nicht mehr helfen, obwohl ich extra noch nach Faro gefahren bin, um Bluttransfusionen für die Kleine zu holen. Das sind dann die wirklich harten Seiten." Auf der anderen Seite stehen allerdings zahlreiche Hunde, die Auschill und dem Team in Portugal und Deutschland ihr Leben zu verdanken haben.

Und diese Zahl soll künftig noch größer werden können: "Wir erweitern derzeit unser Grundstück und wollen zwei große neue Auslaufflächen bauen. Das machen wir jetzt Stück für Stück, immer wenn wir etwas Geld über haben", erklärt Auschill. Hierbei freut sich der Verein über Unterstützung aus der Heimat. Auch Sachspenden sind gerne gesehen.

Futter, Wasser, Strom und vor allem medizinische Versorgung für über 30 Hunde kostet Place for Strays eine Menge Geld. Der Verein bietet Patenschaften an, mit deren Hilfe einer der Hunde mit einer monatlichen Spende unterstützt wird. Auch eine Vereinsmitgliedschaft für 60 Euro im Jahr ist möglich. Doch freut sich der Verein gerade im Hinblick auf die anstehenden Bauarbeiten um Geldspenden, diese können unter IBAN: DE43 5019 0000 6201 1250 63, BIC: FFVBDEFF entrichtet werden. Weitere Infos sind unter www.placeforstrays.de zu finden. Laura Arndt ist per E-Mail unter laura@liebemachtbild.de oder telefonisch unter der Nummer 0151/ 72726575 zu erreichen. Sie nimmt auch Sachspenden entgegen. nma

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