Stipendien für Erzieher

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Händeringend sucht Bad Vilbel neue Erzieher, bekommt die offenen Stellen in den Kitas kaum besetzt – ein Problem, das fast alle Kommunen haben. Simpel mit mehr Geld wollen es die Grünen schaffen. CDU und FDP dagegen haben eine ausgefuchstere Idee. Wer als Erzieher arbeiten möchte, wird sich im Rhein-Main-Gebiet im Zweifel eher auf eine freie Stelle in Frankfurt bewerben. Denn dort werden die Fachkräfte in den Kitas ein wenig besser bezahlt als andernorts. Für die Grünen liegt die Lösung deshalb auf der Hand, wie die dauerhaft mindestens zehn freien Erzieherstellen in den Bad Vilbeler Kitas schnell besetzt werden können: Die Erzieher einfach besser bezahlen.

Händeringend sucht Bad Vilbel neue Erzieher, bekommt die offenen Stellen in den Kitas kaum besetzt – ein Problem, das fast alle Kommunen haben. Simpel mit mehr Geld wollen es die Grünen schaffen. CDU und FDP dagegen haben eine ausgefuchstere Idee. Wer als Erzieher arbeiten möchte, wird sich im Rhein-Main-Gebiet im Zweifel eher auf eine freie Stelle in Frankfurt bewerben. Denn dort werden die Fachkräfte in den Kitas ein wenig besser bezahlt als andernorts. Für die Grünen liegt die Lösung deshalb auf der Hand, wie die dauerhaft mindestens zehn freien Erzieherstellen in den Bad Vilbeler Kitas schnell besetzt werden können: Die Erzieher einfach besser bezahlen.

Jeweils 175 000 Euro sollen auf Vorschlag der Grünen daher in den Stadthaushalt für dieses und fürs kommende Jahr eingestellt werden. Das hat die Partei in den aktuellen Etatberatungen beantragt. Eine Teil-Gehaltsstufe soll es laut Fraktionschef Jens Matthias nach oben gehen. "Ohne eine angemessene Höhergruppierung wird Bad Vilbel stets als ein unattraktiver Arbeitgeber im direkten Vergleich zu Nachbarkommunen gelten." Allerdings räumt selbst SPD-Fraktionschef Christian Kühl ein: "Der Effekt wird eher gering sein", Zahlen zwischen 30 und 50 Euro Zuschlag pro Monat schwirren im Raum in der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses des Stadtparlaments. "Es wäre immerhin ein psychologisches Signal."

Aber zu welchem Preis? "Die Zahlen stimmen nicht", greift CDU-Fraktionschefin Irene Utter die Grünen an. Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU) bestätigt: Eine Höhergruppierung würde erheblich teurer. Er geht von jährlichen Kosten von rund 450 000 Euro aus allein für die Erzieher in den städtischen Kitas. Steige deren Gehalt, müsse jedoch auch das der Erzieher in Kitas von freien Trägern erhöht werden, da diese sonst gar keine Mitarbeiter mehr fänden.

Für zwei Jahre an die Stadt binden

Die Personalkosten dafür aber trägt ebenfalls fast komplett die Kommune. "Wir sprechen hier von jährlichen Mehrkosten von insgesamt einer knappen Million Euro", warnt Bürgermeister Stöhr. Und damit löse die Stadt das Grundproblem nicht einmal, wendet Irene Utter ein. "Es werden zu wenige Erzieher ausgebildet."Die Koalition aus CDU und FDP macht deshalb einen anderen Vorschlag: Sie will zum August Stipendien für Erzieher einführen. Bis zu zehn junge Leute sollen monatlich 600 Euro zusätzlich während ihrer Erzieherausbildung erhalten. Im Gegenzug müssen sie sich verpflichten, im Anschluss für mindestens zwei Jahre in einer städtischen Vilbeler Kita zu bleiben.

"Eine gute Idee", lobt SPD-Mann Christian Kühl. Er schlägt weitere vier Stipendien vor für die Kitas der freien Träger. Auf zehn Stipendien will Irene Utter das Vorhaben aber beschränken, um den Gesamthaushalt im Plus zu halten. Sie streicht deshalb die Vorgabe, dass die Stipendien nur für städtische Kitas gelten sollen. Was Christian Kühl akzeptiert. "Großes Lob", zollt auch SPD-Stadtverordnete Ysil Yönter der Koalition dafür. Sie findet aber, dass die Stadt die Stipendiaten gleich drei Jahre an sich binden solle. Was FDP-Fraktionschef Jörg-Uwe Hahn kritisch sieht: "Schon zwei Jahre könnten juristisch schwierig sein." Die gute Idee lobt letztlich selbst Grünen-Fraktionschef Matthias. Dabei hat der Antrag seiner Partei für die Höhergruppierung kaum Chancen auf eine Mehrheit, wenn das Stadtparlament am Dienstag den Doppelhaushalt 2019/20 beschließen will. Die Stipendien aber scheinen sicher. Denn die Probeabstimmung im Ausschuss fällt mit einem einstimmigen Ja aus.

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