Stadtwerke bauen preisgünstige Wohnungen

  • Holger Pegelow
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Bad Vilbel (pe). Wie kann man heutzutage noch preiswert bauen und damit die Mieten für Geringverdiener erschwinglich machen? Indem man auf einige Dinge verzichtet, die die Errichtung von Wohnhäusern verteuern. Das klingt logisch, muss aber auch umgesetzt werden.

Im Detail bedeutet das: keine Hanglage, keine Tiefgarage, keine Unterkellerung, keine Fahrstühle. Und behindertengerecht können auch nicht alle Wohnungen sein, sondern nur die im Erdgeschoss.

Mietpreise unter 8,50 Euro

Genauso ein Projekt planen die Bad Vilbeler Stadtwerke am Lehnfurther Weg in Dortelweil. Sie wollen dort nach Angaben von Stadtwerke-Chef Klaus Minkel 18 bis 20 Wohneinheiten errichten. Die Quadratmeterpreise sollen noch unter denen der Stadtwerke-Mietshäuser an der Konrad-Adenauer-Allee 99 bis 109 liegen. Dort sind zwei Drittel der Wohnungen für 8,50 Euro pro Quadratmeter zu mieten.

Laut Minkel ist es am Lehnfurther Weg vorgesehen, dass in der zweiten Jahreshälfte 2020 ausgeschrieben wird, sodass im für Frühjahr 2021 mit dem Bau begonnen werden könne. Nach zwölf bis 14 Monaten soll alles fertig sein.

All das geht der oppositionellen SPD nicht schnell genug. Für die nächste Sitzung des Ortsbeirats hat sie eine Anfrage formuliert. Darin will sie nicht nur wissen, wer die Bauherrin sein wird für die Wohnungen, sondern auch, ob das Grundstück in Erbbaupacht vergeben worden sei. Zudem heißt es in der Anfrage an den Ortsbeirat wörtlich: »Die SPD bittet um Erläuterung, wie es sein kann, dass der Bebauungsplan seit 1. Juni 2019 Rechtskraft erlangt hat, bislang aber außer einiger weniger Aufräumarbeiten noch nicht einmal ansatzweise eine Bautätigkeit zu erkennen ist. Und das, obwohl der Aufstellungsbeschluss des B-Plans bereits am 12. September 2017 durch die Stadtverordnetenversammlung im beschleunigten Verfahren gefasst wurde. Und dies gerade deshalb, damit eine kurze Planungsphase eine zügige Bautätigkeit nach sich zieht.«

SPD-Ortsbeirat Rainer Fich verlangt Auskunft darüber, wie es sein könne, dass die Mitglieder des Ortsbeirats über die Verzögerungen nicht automatisch in Kenntnis gesetzt worden seien.

Das ruft Stadtwerke-Chef Minkel auf den Plan. »Die Anfrage der SPD ist unverschämt«, teilt er mit. Es fehle jede Vorstellung davon, welches Arbeitspensum die Stadtwerke auf vielen Arbeitsfeldern für die Stadt und ihre Bürger seit Jahrzehnten leisten. Das führe zwangsläufig dazu, dass nicht alles gleichzeitig, sondern manches hintereinander abgearbeitet werden müsse, um die Qualität zu wahren. »Es gibt keine Stadt und keine Stadtwerke, zumindest in der Wetterau, die für eine größere Leistungsfülle sorgen wie Bad Vilbel. Die SPD ist offenkundig unfähig, diese Leistungen der Führung und der Mitarbeiter anzuerkennen«, sagt Minkel

Die nächste Sitzung des Ortsbeirats Dortelweil ist für den 17.. Juni geplant.

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