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»Erst mal sehen, ob’s Vilbel hat« lautet der Slogan für die neue Online-Plattform »#downtown«, die trotz Corona für die Belebung der Geschäfte in der Innenstadt sorgen soll. Nach dem Lockdown können die Geschäftsleute ihre Kunden dann quasi analog und digital erreichen.

Bad Vilbel »downtown«

Bad Vilbel: So soll die Innenstadt attraktiver werden - Neuigkeiten für Einzelhandel, Gastronomie und Co.

  • Philipp Keßler
    vonPhilipp Keßler
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Corona-Krise und Lockdown zum Trotz soll die Bad Vilbeler Innenstadt attraktiver werden. Eine neue Initiative will alle Gewerbetreibenden in der Stadt digital vereinen.

Die Innenstadt erhält seit gut einem Jahr eine Art Frischzellenkur: Die Frankfurter Straße und die Stichwege zur Nidda werden modernisiert, Plätze zur Steigerung der Aufenthaltsqualität werden angelegt und die Gehwege neu gestaltet. Diese baulichen Maßnahmen sollen für mehr Attraktivität der Einkaufsstraße sorgen. Die Stadt Bad Vilbel, der Stadtmarketingverein sowie der Gewerbering haben darüber hinaus aber weitere Maßnahmen getroffen, um »das Herz Bad Vilbels«, die Innenstadt, lebendiger und vielseitiger zu gestalten - mit Blick auf die aktuelle Coronavirus-Pandemie, aber auch für die Zeit danach.

Bereits ab der kommenden Woche soll das Ergebnis sichtbar werden. Unter dem Slogan »Erst mal sehen, ob’s Vilbel« hat, der in breiten Bannern an zwölf Standorten in der Stadt aufgehängt werden soll, geht mit »#downtown« eine neue Plattform an den Start, die es Einzelhändlern, Gastronomen aber auch Dienstleistungsunternehmen erlaubt, neben ihrem Geschäft vor Ort auch digital Kunden anzusprechen.

»Wir haben mit dem Bad Vilbeler Unternehmen ›blackpoint‹, dem Stadtmarketing und dem Gewerbering ein fundiertes und starkes Konzept ausgearbeitet, das besonders die Bedürfnisse der Gewerbetreibenden umfasst und allen die Möglichkeit gibt, einen digitalen Einkaufsbummel durch unsere Stadt zu erleben. Ich freue mich sehr, dass dies durch alle Beteiligten ein echtes Bad Vilbeler Projekt geworden ist«, lässt sich Bürgermeister Dr. Thomas Stöhr in einer Pressemitteilung zitieren.

Laut »blackpoint«-Geschäftsführer Mario Di Rienzo seien bereits 470 Unternehmen (Stand Donnerstagmittag) - und damit mehr als die Hälfte der rund 850 Gewerbetreibenden der Stadt - registriert. »Wir scheinen hier echt ins Schwarze getroffen zu haben«, sagt Di Rienzo glücklich. Vier Vollzeitmitarbeiter seines 34 Personen umfassenden Teams seien aktuell damit beschäftigt, den Unternehmen zu helfen, ihre Angebote auf der Plattform zu integrieren.

Je nach Wunsch gibt es verschiedene Möglichkeiten, sich am Portal zu beteiligen - von einem einfachen Eintrag mit kurzer Vorstellung und Kontaktdaten sowie aktuellen Informationen zu Öffnungszeiten oder der Möglichkeit von Lieferung oder Abholung bis zur individuellen Gestaltung mit Text und Fotos sowie der Integrationen eines bestehenden oder dem Aufbau eines neuen Online-Shops.

Für einen Grundeintrag müssen die Betriebe nichts bezahlen. Die Stadt übernimmt im ersten Jahr die monatlichen Kosten, die Bad Vilbeler Traditionsunternehmen Stada und Hassia helfen zusätzlich als Sponsoren. Einmalige Gebühren fallen lediglich bei individueller Gestaltung bzw. einem Online-Shop an.

»Uns war es sehr wichtig, dass wir verschiedene Stufen anbieten können und jedem Gewerbetreibenden damit die Möglichkeit bieten, sich in ›Downtown‹ zu präsentieren. Für Handwerksbetriebe kann es etwa ausreichen, ihr Unternehmen erst einmal vorzustellen, wohingegen Einzelhändler oder Gastronomen auch einen Vertrieb anbieten möchten«, sagt der Vorsitzende des Gewerberings, Jochen Lukarsch. Seine Organisation beteiligt sich ebenso wie das Stadtmarketing finanziell an der Öffentlichkeitsarbeit, die in den kommenden Tagen und Wochen neben den großen Bannern auch um Sticker an Schaufenstern oder Türen ergänzt werden soll, um eine Wiedererkennbarkeit herzustellen.

»Die bisherigen Anmeldezahlen zeigen, dass wir den richtigen Weg gegangen sind und die gemeinsame Entwicklung des Systems gut ankommt. Auf ›Downtown‹ sind schon jetzt alle Branchen unserer Stadt vertreten. Die ersten Unternehmen bieten auch schon einen Online-Kauf an, womit wir unserem Ziel des digitalen Stadtbummels schon jetzt entsprechen können«, berichtet der Stadtmarketingsvorsitzende Kurt Liebermeister erfreut.

Hygienekonzepte sind gefragt, auch bei den Essensanbietern in der Frankfurter Straße.

Die Stadt selbst hat das Gesamtprojekt mit rund 50 000 Euro bezuschusst. Stadtmarketing und Gewerbering sowie weitere Sponsoren beteiligen sich zudem finanziell an der Gesamtmaßnahme. »Die Gesamtsumme wird nicht allein für die Online-Plattform genutzt, sondern wird auch in weitere Maßnahmen fließen«, erklären Bürgermeister Stöhr sowie Lukarsch und Liebermeister unisono. So sollen Veranstaltungen sollen ab dem Frühjahr die Innenstadt zusätzlich beleben. »Natürlich planen wir hier immer vor dem Hintergrund der aktuellen Situation und werden nur das anbieten, was zum jeweiligen Zeitpunkt auch möglich ist. Aber es sind großartige Ideen entstanden und wir alle freuen uns auf die Umsetzung und darauf«

Digitalpartner »blackpoint« richtet derweil schon den Blick in die Zukunft. Man sei auf der Suche nach einem Start-up und offen für Gespräche, einen zentralen Lieferdienst für die Quellenstadt aufzubauen. »Das wäre eine organisatorische Herausforderung, die ›Downtown‹ aber bewältigen könnte«, sagt Di Rienzo. »Die technischen Grundlagen sind geschaffen.« Das alles soll zeigen: Das Projekt einer hybriden Innenstadt ist von Grund auf über die Corona-Krise hinaus angelegt.

Die Online-Plattform »Down- town« ist über downtown -bad-vilbel.de zu erreichen. Dort gibt es weitere Informationen zu dem Projekt. Die geplanten Veranstaltungen sowie ein Programm für die Innenstadt sollen in Kürze vorgestellt werden. red

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