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Der Ortsverbandvorsitzende des Deutschen Kinderschutzbundes, Dr. Reinhard Schneider, freut sich über die 800-Euro-Spende aus dem Kerzenverkauf von Renate Happel.

800 Euro für Kinderschutzbund

Spende: Regenbogenkerzen bringen Freude

  • vonChristine Fauerbach
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Renate Happel spendet aus dem Verkauf von 315 Regenbogenkerzen 800 Euro an den Kinderschutzbund. Inspiriert dazu haben sie die aufmunternden Worte eines Nachbarjungen, denn auch Happel kann seit Monaten keine Kurse anbieten oder auf Märkten ihre Kerzen verkaufen.

S pannt sich ein Regenbogen von Horizont zu Horizont, dann leuchten seine Streifen in kräftigem Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau, Indigo und Violett vor den dunklen Regenwolken. Alleine der Anblick des eigentlich kreisbogenförmigen farbigen Lichtbandes in einer von der Sonne beschienenen Regenwand sorgt bei fast allen Betrachtern für gute Laune. So auch bei Renate Happel von der »mobilen Kerzenwerkstatt«. In der Pandemie konnte sie ihre Kerzen nicht wie gewohnt auf Kunsthandwerker- oder anderen Märkten anbieten und es fanden auch keine Kurse für Kinder und Erwachsene statt.

Kerzenwerkstatt entfällt

»Alles wird gut«, tröstete sie ein kleiner Junge aus der Nachbarschaft vor ihrer Haustür. Und er schenkte ihr ein farbenfrohes Regenbogenbild mit dem aufmunternden Spruch gleich dazu. Auch andere Kinder malten Regenbogenbilder und hängten sie in die Fenster. »Auf Kunsthandwerkermärkten kommen immer viele Kinder zu mir in die mobile Kerzenwerkstatt.« Vor allem Kinder sind immer wieder fasziniert, wenn sie erleben, wie eine Kerze Schicht für Schicht unter ihren eigenen Händen entsteht. Der Trost des Nachbarjungen hat mich dazu inspiriert, Regenbogenkerzen zu ziehen«, berichtet die Dortelweilerin. Und sie ging fleißig an die Produktion von Leuchter- und Stumpenkerzen in Regenbogenfarben.

Der Reinerlös sollte Kindern zugutekommen. Und so entschied sie, ihn dem Ortsverband Bad Vilbel des Deutschen Kinderschutzbundes (DKSB) zu spenden. Gleich drei Bad Vilbeler Geschäftsfrauen fanden die Idee gut und boten sich an, die Kerzen für den guten Zweck zu verkaufen. Es waren in Dortelweil Silke Mahatzky von der »Lesezeit« im Brunnencenter sowie in der Innenstadt Monika Delazer von Delazer world of sports und Claudia Heyne von der Buchhandlung Büchergalerie. Der Verkauf der farbenfrohen, handgezogenen Regenbogenkerzen in verschiedenen Designs kam bei den Kunden gut an. Schnell wechselten 315 Kerzen den Besitzer. »Verkauft wurden 225 gerade oder gedrehte Leuchterkerzen und 90 Stumpenkerzen«, freut sich Renate Happel.

Jetzt überreichte sie einen Scheck in Höhe von 800 Euro an Dr. Reinhard Schneider, den Vorsitzenden des DKSB-Ortsverbandes Bad Vilbel. »Mir ist es wichtig, Kinder zu unterstützen, die besonders unter den einschränkenden Corona-Maßnahmen zu leiden haben.« Dr. Schneider und Vorstandsmitglied Beate Schirrmacher dankten der Spenderin. Gerade sind fünf Notebooks beim Ortsverein eingetroffen. »Die Notebooks sind wichtig, um die von uns betreuten Kinder auf den digitalen Weg zu bringen. Wir benötigen noch drei bis fünf weitere Notebooks samt Lizenzen für die Software, einen neuen Drucker, WLAN-Verbindungen sowie einen Profi, der uns alle Geräte ehrenamtlich zum Laufen bringt«, sagt Beate Schirrmacher.

Jedem Kind Teilhabe ermöglichen

Seit Mitte März laufen die Sozialpädagogische Hausaufgabenhilfe und die Kleinkinderbetreuung wieder in kleinen Gruppen. »Wir betreuen zurzeit 25 Schüler und sechs Kleinkinder.« Für die Kinder sei es wichtig, neben Eltern und Familie, Homeschooling und Wechselunterricht auch wieder ihre vertrauten DKS-Betreuerinnen zu treffen. Es gelte eine große Sorgfaltspflicht gegenüber den Kindern und dem Personal.

Dr. Schneider und Schirrmacher danken Happel für ihre »tolle Kerzenaktion« zugunsten des DKSB-Ortsverbandes Bad Vilbel, der seit 47 Jahren die »Lobby für Kinder« in der Quellenstadt ist. Kernziel aller Angebote und Projekte ist es, jedem Kind Teilhabe und Bildungschancen sowie Integration auf sprachlicher, kultureller und persönlicher Ebene zu ermöglichen. »Alle, die uns unterstützen möchten und Erfahrung im Umgang mit Kindern haben, sind willkommen. Wir freuen uns über neue ehrenamtliche Mitarbeiter, Betreuer, IT-Kräfte und Techniker. Zwei bis vier Stunden ehrenamtliche Arbeit pro Woche fallen an«, informiert Dr. Schneider.

»Es ist Arbeit, die Freude macht«, versichert Schirrmacher. Ab sofort sind Anmeldungen für das Zusatzangebot in Hausaufgabenbetreuung in der zweiten Osterferienwoche, montags bis donnerstags von 14 bis 16 Uhr, möglich.

Auf Bundesebene gründete sich der Deutsche Kinderschutzbund 1953, der hessische Landesverband 1965. Die Landesverbände repräsentierten circa 430 Ortsvereine. Der DKSB ist die Lobby für Kinder, setzt sich für eine kinderfreundliche Gesellschaft, in der die geistige, psychische, soziale und körperliche Entwicklung von Kindern und Jugendlichen gefördert wird und ihre Rechte auf gewaltfreies Aufwachsen und Beteiligung ein.

Sitz des Ortsverbandes ist Frankfurter Straße 85 (Stadtschule). Petra Mahl ist in der Geschäftsstelle, montags bis donnerstags von 13 bis 16 Uhr unter 0 61 01/8 82 19 (AB) erreichbar. Informationen gibt es unter www.dksb-bv.de.

Die Nummer gegen Kummer des Kinder- und Jugendtelefons lautet 116111 und die des Elterntelefons 0800/1110550. cf

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