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Sozialwohnungen am Golfplatz

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Von: Holger Pegelow

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Aufregung in Dortelweil. Auf Facebook werden »Pariser Verhältnisse« befürchtet und in Leserbriefen wird Kritik am Magistrat laut. Der möchte nämlich für den Lehnfurther Weg neben dem Friedhof einen Bebauungsplan aufstellen. Ebenso übrigens wie am Berkersheimer Weg und neben dem Massenheimer Friedhof. Die Grundstücke an der Einfahrt zum Golfplatz sollen »mit preiswertem Mietwohnungsbau bebaut werden«. Darin sollen »Bewohner mit geringem und mittlerem Einkommen untergebracht werden«. Was in der Vorlage nicht steht: Die Häuser sind auch für anerkannte Flüchtlinge gedacht.

Aufregung in Dortelweil. Auf Facebook werden »Pariser Verhältnisse« befürchtet und in Leserbriefen wird Kritik am Magistrat laut. Der möchte nämlich für den Lehnfurther Weg neben dem Friedhof einen Bebauungsplan aufstellen. Ebenso übrigens wie am Berkersheimer Weg und neben dem Massenheimer Friedhof. Die Grundstücke an der Einfahrt zum Golfplatz sollen »mit preiswertem Mietwohnungsbau bebaut werden«. Darin sollen »Bewohner mit geringem und mittlerem Einkommen untergebracht werden«. Was in der Vorlage nicht steht: Die Häuser sind auch für anerkannte Flüchtlinge gedacht.

Erster Stadtrat Sebastian Wysocki (CDU) macht in der Sitzung des Ortsbeirats Dortelweil kein Hehl daraus, dass in diesen Wohnblock auch Flüchtlinge einziehen sollen. »Wir brauchen preiswerten Wohnraum für anerkannte Flüchtlinge«, sagen Wysocki und Sozialdezernentin Heike Freund-Hahn (FDP). Die Details des Baus seien noch völlig unklar. Man stehe erst am Anfang eines Prozesses. Es sei auch nicht klar, wer dort bauen werde. »Auf jeden Fall wollen wir eine gute Durchmischung.«

Bei der Diskussion der Vorlage zeigt sich jedoch etwas, was es sonst nicht gibt: Die Oppositionsparteien SPD und Grüne stimmen dem Ansinnen des CDU-Magistrats zu, Vertreter der CDU hingegen nicht. »Damit habe ich echte Probleme«, sagt Dirk Steitz. Eine solche Bebauung sei an diesem Standort »unpassend und städtebaulich bedenklich«. Ein Häuserblock auf diesem Gelände »riegelt den Ort ab«. Obwohl es in der Vorlage mit keinem Wort erwähnt werde, wolle die Stadt hier ein Flüchtlingsheim bauen. Der CDU-Politiker fordert, die Stadt solle »alternative Standorte prüfen«.

Stadträtin Freund-Hahn kontert, es handele sich bei den anerkannten Asylanten um Bad Vilbeler Bürger. »Die müssen wir versorgen.« Aber man wolle eine Ghettobildung vermeiden. Wie, sagt die Stadträtin nicht.

Wysocki betont, es sei überhaupt noch nicht klar, was genau dort gebaut werde. »Die Höhe der Gebäude ist auch nicht klar.« Das würden die Stadtverordneten entscheiden.

Rainer Fich begrüßt für die SPD das Bauvorhaben. »Die Grundidee deckt sich mit den jahrelangen Forderungen von SPD und Grünen nach preiswertem Wohnraum.« Der geplante Standort sei »mehr als diskutabel«. Denn zurzeit sei das eine nutzlose Fläche.

Dagegen meint CDU-Politiker Klaus Althoff, er habe mit der Vorlage »große Bauchschmerzen«. Aus der Vergangenheit wisse man, dass hier nur größere Wohnblöcke infrage kämen. Freund-Hahn kontert: Über die Größe werde noch nicht entschieden. »Die Vorlage des Magistrats ist die Chance, dass wir dort überhaupt etwas bauen können.«

Der SPD-Stadtverordnete Michael Wolf kritisert, der Magistrat trage mit zu den Hasskommentaren im Netz bei. Vor allem rügt er den »direkten Draht« das Magistrats im Amtlichen Bekanntmachungsorgan, der offenbar von Stadtrat Minkel verfasst worden sei. Wysocki springt dem Kritisierten bei: Minkel sorge sich sehr um die Wohnsituation anerkannter Flüchtlinge. »Diese Sorge ist berechtigt.«

Die Gegner wie Steitz und Althoff kann er mit diesen Aussagen jedoch nicht überzeugen. Bei der Abstimmung bleiben sie bei ihrem Nein, die anderen CDU-Ortsbeiratsmitglieder stimmen mit SPD, FDP und Grünen für die Magistratsvorlage.

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