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Sonnige Seite des Lebens im Griff

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Von: Christine Fauerbach

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Das Akkordeonorchester bezaubert beim Jahreskonzert mit vielfältigen Klangbildern. © Christine Fauerbach

Bad Vilbel (cf). Mit der stürmisch herbeigeklatschten Zugabe »Always Look on the Bright Side of Life« von Monty Python aus dem Jahr 1979 verabschiedete sich das Akkordeon-Orchester Bad Vilbel (AOBV) von seinem begeisterten Publikum im Kulturforum Dortelweil. Mit dem letzten Lied ihres traditionellen Jahreskonzertes unterstrich das Orchester mit Dirigentin Elke Deweil noch einmal ihre Ermunterung trotz steigender Coronazahlen und anderen Widrigkeiten im Leben nicht zu vergessen »auf die sonnige Seite des Lebens zu schauen«.

Die Dirigentin und die Musiker waren an diesem trüben Novembersonntag einfach nur glücklich darüber, wieder auf der Bühne zu stehen und zu musizieren.

Seit dem Sommer probte das AOBV für sein traditionell am Volkstrauertag stattfindendes Jahreskonzert. Aufgeführt wurden die beiden Konzerte unter Einhaltung der 2G-Regeln, mit 3G-Bestuhlung und ohne Pause. »Sie können hier heute mit nichts außer guter Laune angesteckt werden«, versicherte Moderator Dr. med. Boris Böddinghaus. Passend zu dieser optimistischen Ansage begrüßte das Orchester seine erwartungsvollen Fans mit dem Lied »Halleluja« von Leonard Cohen. So wie im Klassiker besungen, führte das auf der abgedunkelten Bühne spielende Akkordeonorchester sein Publikum mit Weltmusik-Evergreens »aus der Dunkelheit ins Licht«. Die Bandbreite und Vielfalt des Repertoires reichte von Tango über Filmmusik bis zu Pop. Oft reichten schon einige Takte aus, um ein Lächeln auf die Gesichter der Zuhörer zu zaubern.

Mit einem »Morricone Special« erinnerte das AOBV verstärkt durch drei Schlagzeuger an die Musik des unvergessenen Ennio Morricone. Zu seinen berühmtesten Stücken gehört die Filmmusik zum Western »Spiel mir das Lied vom Tod«. Dessen Kennzeichen ist der eindringliche Klang einer Mundharmonika, die durch eine Arm-Harmonika ersetzt wurde.

Musikalische Leichtigkeit

Vom rauen »Wilden Westen« ging die musikalische Reise weiter ins sonnige Hawaii. Auf der Insel flogen die Zuhörer gemeinsam mit den Musikern wie kleine Singvögel hoch in die Lüfte »Over the Rainbow«. Die Leichtigkeit des Klassikers aus dem Great American Songbook verflog mit der kontrastreichen Filmmusik »Pearl Harbor« von Hans Zimmer. Das dramatische Ereignis des Überraschungsangriffs der Japanischen Marineluftstreitkräfte in Friedenszeiten auf die in Pearl Harbor im Hawaii-Territorium vor Anker liegende Pazifikflotte der USA am 7. Dezember 1941 wurde musikalisch durch chorähnliche Passagen unterstrichen. Den beklemmenden »Klang der Stille« nach der Tragödie brachen die Musiker mit dem 1966 veröffentlichten Folk-Rock-Song »The Sound of Silence« von Simon & Garfunkel. Boris Böddinghaus führte das Publikum vom Norden des amerikanischen Kontinents in den Süden mit der Ansage: »Wer Akkordeon hört, denkt unweigerlich an Tango«. Der erklang in seinen beiden bekannten Varianten dem Tango Argentina mit »Por Una Cabeza« von Carlos Gardel, bei der das Ernste in der Musik gepaart mit erotischem Tanz die Zuhörer elektrisiert, gefolgt vom 1974 von Astor Piazzolla komponierten Tango Nuevo »Libertango«. Mit dem fünf Hits umfassenden Potpourri »Elton John in Concert« endete das Programm.

Zwölfjährige gibt Bühnen-Debüt

Ihr Debüt auf der Bühne gab bei den beiden Konzerten Emma Risson. Die Zwölfjährige ist seit Januar 2021 Akkordeon-Schülerin von Elke Deweil. Sie dirigiert das AOBV seit 1984, steht selbst seit 1972 als Akkordeonspielerin auf der Bühne. Sie dankte der Stadtkapelle Bad Vilbel für das Jahres- konzert geliehenen Pauken und dem Publikum für eine Spende. »Unsere Pauken sind Ende Oktober kaputtgegangen und die Firma gibt es nicht mehr.« Spender, die das AOBV beim Kauf neuer Pauken unterstützen möchten, sind willkommen.

Die Bankverbindung lautet bei der Frankfurter Volksbank lautet: Akkordeonorchester Bad Vilbel e. V., DE51 5019 0000 6201 1217 18,

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Elke Deweil Dirigentin © Christine Fauerbach

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