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»Sommerzauber« an der Nidda

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Mit barocken Klängen und Hula-Hoop-Artistik verzaubern »Die Aristokraten«.
Mit barocken Klängen und Hula-Hoop-Artistik verzaubern »Die Aristokraten«. © Christine Fauerbach

Bad Vilbel (cf). Rekordverdächtige Hitze, kühle Getränke, Musik und Animationen, gut gelaunte Besucher, jede Menge Spaß und Unterhaltung: Das und noch einiges mehr gab es am Pfingstmontag beim Römerbrunnenfest.

Auf dem Niddaradweg unweit der Gronauer Brücke verursachten staunende Radtouristen immer wieder Staus.Viele legten einen spontanen Halt ein, um sich von Künstlern und Musikern unterhalten zu lassen und die Angebote für Jung und Alt zum Mitmachen zu nutzen.

Die uneingeschränkte Aufmerksamkeit aller war beim Freiluftspektakel an der Nidda der Berliner Künstlertruppe »Die Aristokraten« aus dem Friedrichsbau Varieté sicher. Mit zahlreichen »Animation Acts« verzauberte Martin van Bracht mit seinen Artistokraten die Besucher. Das weiß gekleidete, barocke Künstlervölkchen zeigte schräge Späße, Gewagtes, Lustiges, Poetisches, Musikalisches sowie artistische Höchstleistungen. Ob auf dem Fahrrad, am Vertikalseil, mit Hula-Hoop-Reifen oder bei Luft- und Boden-Akrobatik: die muntere Gruppe begeisterte mit ihrem Programm »Sommerzauber – eine barocke Parkbespielung«. Das stimmte spontan in den fünfstimmigen, französischen Kanon »Der Hahn ist tot« ein.

Fürst Otto hatte in die Quellenstadt einen Teil seines Hofstaates dabei. Zu ihm gehörten sein Kapellmeister Blondini, sein Zeremonienmeister Antoine, seine Großkusine Henriette und die Kleinkusine Tatjana. Letztere fesselte die Römberbrunnenfestbesucher mit ihrer atemberaubenden Hula-Hoop-Artistik. Immer wieder gelang es der Varietégruppe die Besucher auf der Niddawiese in eine vergangene Welt voller barocker Späße, übermütger Opulenz und artistischer Eleganz zu entführen.

»The Fugitives« und »Soulfood«

Auf der Freilichtbühne sorgten eine kanadische Band und ein Vilbeler Chor für Furore: Die Indie-Folk-Band »The Fugitives« (Die Flüchtlinge) aus Vancouver legte auf ihrer Konzertreise durch Europa einen Zwischenstopp ein. Mit drei Gitarren und einer Violine verzauberten die Instrumentalisten, deren stilistische Bandbreite vom Bluegrass bis zum Jazz reicht, die Römerbrunnenfestbesucher. Ihre Musik aus klaren Folkmelodien von zärtlich bis überschwenglich, wird zu Recht mit Attributen wie aufregend, ergreifend, geschmeidig und samtweich umschrieben.

Zu hören waren Lieder aus ihrem aktuellen Album »Everything will happen« und ihrem ersten »Light organ records«. Frontmänner der kanadischen Indie-Folk-Band sind mit Adrian Glynn und Brendan McLeod zwei bekannte Poetry-Slammer, Schriftsteller und Schauspieler. McLeod ist ein mit Preisen dekorierter Schriftsteller und früherer kanadischer Poetry-Slam-Champion. Glynn ist als Schauspieler in »Chelsea Hotel« zu sehen und in einem Theaterstück, das auf Songs und Gedichten von Leonard Cohen basiert. Verstärkt wurden sie durch Geigerin Hannah Epperson und Multi-Instrumentalist Steve Charles. »The Fugitives« ließen in ihren Folkballaden Bildern von ihrer musikalischen Reise lebendig werden.

Afrikanische Gospelmusik und vielstimmige Songs aus Jazz, Blues, Pop und Traditionals hatte der Chor »Soulfood« unter Leitung von Stefan Weih zu bieten.

Der Nachwuchs kam beim Römerbrunnenfest an der Büdinger Straße beim Kistenklettern, in der Hüpfburg, im Pool beim Wasserlauf in großen Ballons und an der Wasserbaustelle, an der Wasserpumpe, im Bällchenbad, beim Kinderschminken und Riesenseifenblasenzaubern auf seine Kosten. Ein Bogensport-Schnupperkurs konnte am Stand des Schützenvereins absolviert werden. Ein scharfes Auge und eine ruhige Hand waren wichtig, um die Pfeile sicher zu platzieren.

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