Wollen in Bad Vilbel eine Informationsplattform für verschiedene Wohnformen im Alter aufbauen (v. l.): Günther Fitzenberger, Herri M. Stoss, Iris Stockbauer und Reinhard Kreuzer wollen mit Betroffenen ins Gespräch kommen.
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Wollen in Bad Vilbel eine Informationsplattform für verschiedene Wohnformen im Alter aufbauen (v. l.): Günther Fitzenberger, Herri M. Stoss, Iris Stockbauer und Reinhard Kreuzer wollen mit Betroffenen ins Gespräch kommen.

Altersgerechtes Wohnen

Wie Senioren in Bad Vilbel in Zukunft wohnen

  • Holger Pegelow
    vonHolger Pegelow
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"Gestalte Deine Zukunft in Bad Vilbel", wirbt die Stadt im Rahmen des Landesförderprogramms "Aktive Kernbereiche". Doch wie sieht die Zukunft der rund 9000 Seniorinnen und Senioren in der Stadt aus? Das weiß bislang niemand.

Weit muss man nicht schauen, wenn es um Wohn- und Lebensformen von Senioren geht. In Karben ist, auch mit städtischer Hilfe, das Projekt "Wohnen im Alter" entstanden. Und seit Jahren so erfolgreich, dass im künftigen Neubaugebiet an der Brunnenstraße in sehr zentraler Lage nahe Nidda-Grüngürtel und Einkaufsmöglichkeiten ein weiteres Projekt errichtet werden soll.

Gemeinsam statt einsam, könnte man den Untertitel nennen, denn dort wohnen Senioren in der Ramonville-Straße schon länger zusammen. Jeder kann für sich sein, kann sich aber auch gemeinsamen Unternehmungen anschließen.

So ein Projekt sucht man in Bad Vilbel vergebens

Ein solches Projekt sucht man in Bad Vilbel vergebens. Außer den Seniorenheimen in Dortelweil und auf dem Heilsberg sowie dem Quellenhof gibt es keine spezielle - andere - Wohnform, wie etwa die in Karben. Der Bedarf aber dürfte hoch sein. Das hat jüngst auch der Bürgerdialog zu den "Aktiven Kernbereichen" in der Stadtbücherei gezeigt. An den Stellwänden wurde gefragt, wann es denn in der Kernstadt ein Wohnprojekt gebe. "Neue Wohnformen" seien gefragt, zieht Iris Stockbauer Rückschlüsse aus den vielen Kärtchen mit Fragen, die an der Station von den Bürgern angepinnt wurden.

Neu ist das Thema für den städtischen Seniorenbeirat aber beileibe nicht. Schon seit 2018 befasse man sich mit dem Thema. Man sei bereits mit verschiedenen sozialen Trägern im Gespräch. Zudem habe man eine kleine Arbeitsgruppe gegründet, die einmal im Monat eine Sprechstunde halte. Zurzeit sei man dabei, die Wünsche der Bürger zu sammeln. Die vier Mitglieder der Arbeitsgruppe - neben Iris Stockbauer sind das Reinhard Kreuzer, Herri M. Stoss und Günther Fitzenberger - nennen das gemeinsinniges Wohnen. Dafür gebe es verschiedene Modelle wie etwa Nachbarschaft "Haus zu Haus" oder "Wohnung zu Wohnung".

Soziales Gefüge heute anders

Ziel sei es, eine Plattform zu erarbeiten, auf der die Menschen ihre neuen Wohn- und Lebensformen finden und diese planen könnten. Zudem wolle man die Entstehung von Gruppen fördern, in denen sowohl ältere als auch jüngere Menschen zusammen wohnen wollten. Man wolle auch Wohnprojekte unterstützen. Beiratsmitglied Herri M. Stoss sagt, das soziale Gefüge sei heute anders als vor zwanzig und noch vor zehn Jahren. Es gehe mehr denn je um die Frage: "Wie und wo finde ich im späteren Alter eine Heimat?" Dieser und vielen weiteren Fragen wolle man mit einer Vortragsreihe nachgehen.

Die Mitglieder haben deshalb für die Seniorenmesse Ende November Vorträge vorbereitet. Dort wollen sie "Neue Wohnformen in Bad Vilbel" ebenso ansprechen wie Fragen des betreuten Wohnens, das Wohnen in einer Miet- oder in einer Eigentumswohnung ansprechen und auch gemeinschaftliches Wohnen. Es gehe ebenso um Fragen des selbstbestimmten Wohnens, wie auch Wohn- und Hausgemeinschaften für Pflegebedürftige.

Informationen werden gesammelt

Man sieht also, die Palette an Themen ist breit, wenn es um das Leben im höheren Alter geht. So breit, wie es früher nicht war. Denn es gab seinerzeit nur Seniorenheime und allenfalls betreutes Wohnen. Mehrgenerationenhäuser oder gemeinsame Wohnprojekte für Ältere waren bis vor einigen Jahren noch fremd. Deshalb geht es der Arbeitsgruppe darum, wie man eine solche Gemeinschaft aufbaut. Zur Information gehört, auf der Plattform mit dem Namen "Wohnsinn-Compagnie", auch Menschen mit Erfahrungen in verschiedenen Wohn- und Lebensformen zu Wort kommen zu lassen. Bereits jetzt sammelt man viele Informationen.

Wer also etwas beitragen möchte, eine Frage oder Anregung hat oder Erfahrungen weitergeben kann, wird gebeten, sich per E-Mail an stockbauer@seniorenbeirat-bv.de zu wenden. Allzusehr warten, sollte man nach Ansicht der Initiatoren nicht. Iris Stockbauer: "Die meisten von uns wollen lange selbstbestimmt wohnen. Um das sicherzustellen, kann man sich gar nicht früh genug mit dem Thema auseinandersetzen."

Das sagt die Stadt Bad Vilbel zum Thema Wohnen im Alter

"Grundsätzlich achtet die Stadt Bad Vilbel bzw. der Eigenbetrieb der Stadtwerke durchaus darauf, dass Wohnen für alle Generationen in Bad Vilbel möglich wird. So wurde beispielsweise das AGO Wohnheim in Dortelweil ermöglicht, und auf dem Heilsberg entsteht ja ebenfalls eine Seniorenwohnanlage", sagt Stadtsprecher Yannick Schwander.

Zudem seien die Wohnungen in der Konrad-Adenauer-Allee in Dortelweil, die derzeit gebaut werden, allesamt barrierefrei. Damit könne ein attraktives Angebot für Senioren gemacht werden. Guten Ideen sei die Stadt Bad Vilbel stets aufgeschlossen, aber man sei auch selbst tätig und werde weiter tätig sein. "Alles natürlich aber im Rahmen der Möglichkeiten, was verfügbare Bauplätze betrifft. Sollten daher Investoren, die entsprechende Baufelder erworben haben, auch die genannten Wohnformen umsetzen wollen, wird man sich seitens der Stadt gerne damit beschäftigen", so Schwander abschließend.

"Grundsätzlich achtet die Stadt Bad Vilbel bzw. der Eigenbetrieb der Stadtwerke durchaus darauf, dass Wohnen für alle Generationen in Bad Vilbel möglich wird. So wurde beispielsweise das AGO Wohnheim in Dortelweil ermöglicht, und auf dem Heilsberg entsteht ja ebenfalls eine Seniorenwohnanlage", sagt Stadtsprecher Yannick Schwander.

Zudem seien die Wohnungen in der Konrad-Adenauer-Allee in Dortelweil, die derzeit gebaut werden, allesamt barrierefrei. Damit könne ein attraktives Angebot für Senioren gemacht werden. Guten Ideen sei die Stadt Bad Vilbel stets aufgeschlossen, aber man sei auch selbst tätig und werde weiter tätig sein. "Alles natürlich aber im Rahmen der Möglichkeiten, was verfügbare Bauplätze betrifft. Sollten daher Investoren, die entsprechende Baufelder erworben haben, auch die genannten Wohnformen umsetzen wollen, wird man sich seitens der Stadt gerne damit beschäftigen", so Schwander abschließend. (pe)

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