Senioren im Hindernisparcours

Seit Jahren kämpft der Bad Vilbeler Seniorenbeirat gegen Stolperfallen in der Frankfurter Straße. Das Pflaster löst sich an manchen Stellen, dadurch entstehen Kanten, die nicht nur älteren Menschen zum Verhängnis werden können. Die Sturzgefahr ist hoch. Doch nun vermeldet der Seniorenbeirat einen Erfolg in Sachen Sturzgefahr in der Frankfurter Straße, wenn auch mit einem Wermutstropfen.

Von NMA

Seit Jahren kämpft der Bad Vilbeler Seniorenbeirat gegen Stolperfallen in der Frankfurter Straße. Das Pflaster löst sich an manchen Stellen, dadurch entstehen Kanten, die nicht nur älteren Menschen zum Verhängnis werden können. Die Sturzgefahr ist hoch. Doch nun vermeldet der Seniorenbeirat einen Erfolg in Sachen Sturzgefahr in der Frankfurter Straße, wenn auch mit einem Wermutstropfen.

Seniorenbeirat Jochen Brings spricht in der jüngsten Sitzung des Seniorenbeirats als erster über den Tagesordnungspunkt, der allen auf der Seele brennt: »Ich kenne mittlerweile zwei Leute, die in der Frankfurter Straße aufgrund der hoch stehenden Pflastersteine gestürzt sind«, sagt er. Seit Jahren ist dies immer wieder Thema, der Seniorenbeirat hat sich schon oft damit befasst und das nun auch mit Erfolg, denn der Erste Stadtrat Sebastian Wysocki schrieb dem Seniorenbeirat, dass die Stadt beabsichtige, die Gehwege in der Frankfurter Straße grundlegend zu sanieren und das Pflaster komplett auszutauschen.

Zwei Austausch-Voraussetzungen

Doch es gibt ein großes Aber: »nach dem Hessentag«, heißt es in der E-Mail. Zudem gibt es laut Wysockis Schreiben zwei Voraussetzungen für den Austausch des Pflasters. »Die Aufnahme in das Städtebauförderprogramm Aktive Kernbereiche«, sei die erste. Diese Voraussetzung ist mittlerweile erfüllt. Seit dem 5. September habe man das Aufnahmeschreiben vorliegen. Die zweite Voraussetzung sei, so der Erste Stadtrat, dass der Belagaustausch auch förderfähig sein müsse. »Hierzu werden derzeit Gespräche geführt«, berichtet Wysocki. Damit hat der Seniorenbeirat das lang verfolgte Ziel erreicht, wenn auch erst in zwei Jahren.

Die Mitglieder beratschlagen darauf das weitere Vorgehen und die Meinungen gehen auseinander: »Das ist nicht akzeptabel«, meldet sich Beiratsmitglied Claus Metz zu Wort. »Zumindest die größten Stolperfallen sollten vorher gemacht werden.« Er habe Fotos gemacht, auf denen Stürze nachgestellt sind. Damit wolle er die Bevölkerung für das Thema sensibilisieren und erreichen, dass die Sanierung doch früher erfolgt. »Ich sehe hier eine Vernachlässigung der älteren Verkehrsteilnehmer«, beschwert er sich.

Beiratsmitglied Norbert Kühl sieht die Antwort Wysockis gelassener: »Ich denke, Druck auszuüben, wäre jetzt kontraproduktiv. Wir sollten es als Erfolg zählen, dass der Erste Stadtrat sich so um die Sache kümmert.« Sozialdezernentin Heike Freund-Hahn wohnt der Sitzung bei und will die Wogen glätten: »In den vergangenen Jahren wurden immer wieder Stolperfallen beseitigt«, meint sie und erntet ein Raunen von den Senioren. »Aber eine umfassende Sanierung geht nicht mehr vor dem Hessentag. Es ist klug, bis danach zu warten«, erläutert sie. Sie sehe es zudem sehr positiv, dass Kurse zur Sturzprophylaxe in Bad Vilbel angeboten würden. »Senioren lernen hier, trotz möglicher körperlicher Einschränkungen, gut zu laufen, um nicht mehr an kleinen Steinkanten hängen zu bleiben.«

»Das ist aber der falsche Ansatz, wie ich finde«, drückt Kühl seine Skepsis aus. Seniorenbeiratsvorsitzender Reinhard Kreuzer formuliert seinen Standpunkt: »Es bleibt uns ohnehin nichts anderes übrig, als voller Hoffnung zu warten«, meint er. »Dennoch sollten wir mit der Stadt klären, dass die größten Stolperfallen schon jetzt gemacht werden.« Das sei sicher möglich, sagt Freund-Hahn. Die beiratsinterne Arbeitsgemeinschaft Mobilität und Verkehr wird sich in ihren kommenden Treffen damit auseinandersetzen und dem zuständigen Mitarbeiter der Stadtverwaltung entsprechende Stellen auflisten.

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