Gesellschaftlichen Wandel mitgestalten: Seit 30 Jahren ist Klaus Neumeier Pfarrer der Christuskirchengemeinde in Bad Vilbel. 	FOTOS: NIKLAS MAG/PRIVAT
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Gesellschaftlichen Wandel mitgestalten: Seit 30 Jahren ist Klaus Neumeier Pfarrer der Christuskirchengemeinde in Bad Vilbel. FOTOS: NIKLAS MAG/PRIVAT

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Seit 30 Jahren in Bad Vilbel

  • vonNiklas Mag
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Seit 30 Jahren ist Klaus Neumeier nun Pfarrer der Christuskirchengemeinde in Bad Vilbel. Ein großes Jubiläumsfest kann im Moment natürlich nicht stattfinden, doch blickt der Pfarrer noch einmal zurück auf die vergangenen drei Jahrzehnte. Denn sowohl die Gemeinde, als auch die Stadt haben sich seit 1991 stark gewandelt.

Seit seiner Ordination im Jahr 1991 ist Klaus Neumeier Pfarrer der Christuskirchengemeinde. »Die Gesellschaft an sich, die Stadt und die Gemeinde haben sich unglaublich stark verändert«, sagt er und überlegt. 30 Jahre seien in der Lebensspanne eines Menschen eine recht lange Zeit. »Ich kam damals aus Bad Homburg nach Bad Vilbel, dort bin ich auch geboren«, sagt Neumeier. Ihm und seiner Frau, damals als Ärztin in Bad Homburg angestellt, sei klar gewesen, dass es eine Gemeinde im Umkreis der Stadt sein müsste. »So kam ich nach Vilbel. Die Gemeinde hier befand sich damals allerdings in einer schwierigen Gesamtsituation«, erinnert sich der Pfarrer.

Im Team der Gemeinde habe es damals gewaltig geknirscht, aber die Pröpstin habe ihm das Amt zugetraut. »Ich habe schon immer und lebe auch jetzt sehr gerne in Bad Vilbel. Ich verstehe meinen Beruf so, dass ich mich nicht nur in der Gemeinde, sondern allgemein in der Gesellschaft einbringen möchte.« Er erinnere sich an eine Geburtstagsfeier von Bekannten in deren Wohnzimmer, zu der er eingeladen gewesen sei. »Plötzlich wurde ich beim Tanzen von jemandem gefragt, wie das funktioniert, wenn man wieder in die Kirche eintreten möchte.« Dass er auch außerhalb der regulären Arbeitszeiten als Pfarrer angesehen werde, habe ihn aber nie gestört. Im Gegenteil: »Das ist der Job und den mache ich total gerne.«

Gemeindefeste vor dem Kurhaus

An viele Weichenstellungen kann sich Neumeier zurückerinnern. Viele davon hätten zum heutigen Gemeindemotto »Mittendrin« geführt. »Wir haben damit begonnen, Gemeindefeste vor dem Kurhaus zu feiern. Oder der Autoscooter-Gottesdienst auf dem Vilbeler Markt, der ja heute noch stattfindet.« Das Erntedankfest in den Streuobstwiesen und eine Zusammenarbeit mit dem Gewerbering seien weitere Beispiele, wie die Gemeinde sich in das Stadtgeschehen eingebracht hat. »Und ganz aktuell stehen wir ja vor der Eröffnung der Kita im Quellenpark, die wir als Träger übernehmen, und sind am Familienzentrum im Stadtteil beteiligt.«

Neue Konzepte wegen Pandemie

Die Zeitung »Zack« (Zeitung aus der Christuskirche) habe die Rolle eines innovativen Gemeindebriefs übernommen, denn einen solchen gab es zuvor nicht. »Und ich denke, dass sich das durch die vergangenen 30 Jahre zieht. Wir haben als Gemeinde immer versucht, neue Wege zu finden und kreativ und innovativ zu sein.«

Besondere Gottesdienstformen wie »Kirche Anders«, aufwendige Konzertproduktionen und viele andere Konzepte hat sich die Gemeinde in den Jahren einfallen lassen. Besonders die vergangenen Monate waren Herausforderungen. »Wegen der Pandemie mussten wir uns sehr schnell neue Konzepte einfallen lassen, Gottesdienste in ein neues Format bringen und das technisch alles umsetzen«, so Neumeier. Generell sehe er das als schwierige Aufgabe an, die ihm und der Gemeinde immer wieder gestellt wird. »Sich hinterfragen und überlegen, ob Modelle noch so gut funktionieren, wie sich vielleicht früher einmal funktioniert haben.« Die nötige Distanz zu wahren, sei nicht immer einfach, doch sei er stolz darauf, wie die Ehren- und Hauptamtlichen der Gemeinde immer wieder neue Ideen verwirklichen. »Und das Planen und Konzipieren solcher neuer Ideen, macht mir persönlich wirklich viel Freude.«

Die Zusammenarbeit mit dem großen Team der Gemeinde, in dem sich auch viele Jugendliche engagieren, sei die größte Bereicherung in seinem Beruf. »Ebenfalls bereichernd sind unsere Partnerschaften nach Indien, Südafrika, die USA oder England.« Zahlreiche Fahrten habe es dorthin gegeben. »Das stärkt das Bewusstsein für die weltweite Christengemeinschaft und ist immer wieder ein Highlight.«

Da Besuche in Partnergemeinden wegen der Pandemie vorerst nicht stattfinden können, lädt die Christuskirchengemeinde für Sonntag, 31. Januar, 10.30 Uhr, über die Plattform Zoom zum Gottesdienst mit der nordindischen Gemeinde Amritsar. Interessierte können über die Meeting-ID 838 0654 2193 und den Kenncode »indogerman« beitreten. Ein Link zum Meeting und weitere Informationen sind unter www.ckbv.de zu finden. nma

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