Sternsingen mal anders. In kleinen Gruppen ziehen die Jugendlichen durch die Stadt und verteilen die Segensbriefe an die Haushalte. Sebastian Bartels (links) und Philipp Kaus übernehmen die Briefkästen nördlich der Innenstadt.	FOTO: NIKLAS MAG
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Sternsingen mal anders. In kleinen Gruppen ziehen die Jugendlichen durch die Stadt und verteilen die Segensbriefe an die Haushalte. Sebastian Bartels (links) und Philipp Kaus übernehmen die Briefkästen nördlich der Innenstadt. FOTO: NIKLAS MAG

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Segen per Post

  • vonNiklas Mag
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Die Liste der Gruppen, denen Corona Probleme macht, ist im Winter noch länger geworden. Auch die Sternsinger haben sich etwas Neues einfallen lassen müssen. Denn auf die Spenden für Kinder im Ausland zu verzichten, kam für die katholische Sankt-Nikolaus-Gemeinde nicht in Frage. Das Sternsingen steht dieses Mal deshalb unter einem besonderen Stern.

Dieses Jahr wird nicht geklingelt, nur die Briefkästen werden genutzt. Ein Einschnitt in den Dienst der Sternsinger, der sich wegen der Corona-Pandemie aber nicht vermeiden ließ. Dennoch trafen sich kurz vor Weihnachten fünf Jugendliche mit Gemeindereferentin Monika Burkard und Gruppenleiterin Christine Bartels am Gemeindehaus gegenüber der Burg. »An so einem Tag bleibt man ja eigentlich lieber im Bett. Deshalb finde ich es stark, dass sich die Jugendlichen bereit erklärt haben, die Briefe zu verteilen«, sagt Burkard.

Besagte Briefe gelten in diesem Jahr als Ersatz für das Singen vor der Tür. Doch kein Bad Vilbeler, der die Sternsinger vor der Tür haben möchte, muss in diesem Jahr auf die Segnung durch die Kinder verzichten. »Der Brief, den wir in den Haushalten einwerfen, wurde von den Kommunionskindern verziert«, erzählt Burkard und zeigt den mit glitzernden Sternen verschönerten Briefumschlag. Außerdem enthält jeder Brief eine Information der Gemeinde, warum das Sternsingen in diesem Jahr in dieser Form stattfinden muss, wohin das gesammelte Geld gespendet wird, einen Segensspruch und den Segen für den Türrahmen. Dieser wird in diesem Jahr eben nicht von den Kindern angebracht, sondern ist als praktischer Aufkleber beigelegt.

1900 Briefkästen ablaufen

»Unsere Gruppen hätten sich normalerweise zu diesem Zeitpunkt schon sechs- oder siebenmal getroffen. Das fiel alles weg«, bedauert die Gemeindereferentin. Mit einem Video möchte die Gemeinde dennoch den Vilbelern die Gesichter der Sternsinger zeigen. Und mehr noch: Die Musik kommt dank Internet auch nicht zu kurz. Denn im Video singen die Gemeindemitarbeiter, die Jugendlichen und Kinder und zeigen die Vorbereitungen zum besonderen Sternsingen in diesem Jahr.

Doch eines ändert sich im Vergleich zu den Vorjahren nicht: Sternsingen ist auch harte Arbeit. Laufarbeit vor allem. 1600 Briefkästen müssen gefüllt werden, hinzu kommen 300 auf dem Heilsberg. Da die Sternsinger nicht in vollem Umfang unterwegs sein können, haben sich bereits einzelne Familien auf den Weg gemacht und nun auch die fünf Jugendlichen, die von Christine Bartels gebrieft werden. Sie teilt Pläne und Zettel aus, die die einzelnen Hausnummern enthalten. Und so ziehen Philipp Kaus und Sebastian Bartels los.

Die beiden 13-Jährigen haben bereits viel Erfahrung im Sternsingen gesammelt und bewegen sich durch die Schulstraße in Richtung Büdinger Straße. »Wir waren die vergangenen Jahre schon unterwegs«, erklärt Bartels, während er die Karte genau studiert. Die einzelnen Hausnummern sind nicht ganz einfach zu finden, weiß er. Doch die ersten Briefkästen sind schnell gefüllt.

An einer Tür steht die Hausbesitzerin gerade auf der Schwelle und sieht die beiden Jungs kommen. »Sternsinger!«, kündigen diese an, die Bewohnerin strahlt und zückt ihr Portemonnaie. Doch auch dem spontanen Spenden macht Corona in diesem Jahr einen Strich durch die Rechnung. Kurz erklären die beiden, dass das Spendenkonto diesmal digital gefüllt werden muss, und überreichen den Brief.

20 000 Euro in 2020 gespendet

Rund 20 000 Euro sind im vergangenen Jahr in der Quellenstadt durch die Sternsinger zusammengekommen. Dieses Jahr werden Kinder in der Ukraine unterstützt. »In den Weihnachtsferien hat man nicht viel zu tun. Deshalb machen wir das immer. Ich finde das wichtig«, meint Sebastian Bartels unter Zustimmung seines Kollegen. Einige Stunden werden sie noch unterwegs sein, wenn auch ohne Kostüm und Gesang, aber mit hoffentlich viel Erfolg.

Das Video der Sternsinger ist auf dem Youtube-Kanal der Sankt-Nikolaus-Gemeinde Bad Vilbel zu finden. Wer für die Kinder in der Ukraine spenden möchte, kann Geld auf das Spenden- konto überweisen: IBAN DE95 3706 0193 0000 0010 31 und BIC GENODED1PAX. Empfänger ist das Kindermissionswerk »Die Sternsinger«, als Verwendungszweck reicht das Wort »Stern«. nma

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