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Seit elf Jahren veröffentlicht Stella Fontana Kurzgeschichten, Kinderbücher und Kriminalromane. In "Geltungstod" ermittelt Anouk Bernstein. Foto: cf

Schwarze Seelen in ländlicher Idylle

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Bad Vilbel(cf). Aus dem herbstlich-feuchten Wetteraukreis in den verschneiten Harz nahm Autorin Stella Fontana ihr Publikum bei der letzten Lesung in der Vinothek und Bistro "Weinliebe" mit. Die Autorin, die in London, Madrid, Frankfurt, Zürich, im Großraum New York City wohnte und zurzeit mit ihrer Familie in Barcelona lebt, und Gastronomin Sabine Lehmann-Rehmshagen kennen sich schon lange. "Sabine und ich sind ein gutes Beispiel dafür, was man alles nach dem Banking Schönes machen kann."

Tod in der Bimmelbahn

Zum Schreiben gekommen ist die ehemalige Kapitalmarkt-Expertin als sie mit Mann und Tochter in die USA zog und dort keine Arbeitserlaubnis erhielt. Seit elf Jahren veröffentlicht sie Kurzgeschichten, Kinderbücher und Kriminalromane. "Ich liebe als Schriftstellerin die Recherche. Das analytische Arbeiten liegt mir." In Bad Vilbel las sie aus ihrem zweiten Kriminalroman "Geltungstod". Schauplatz ist der Weihnachtsmarkt in Goslar.

Die norddeutsche Kaiserstadt ist Wahlheimat und Arbeitsplatz von Kommissarin Anouk Bernstein und zugleich der Geburtsort der Autorin. Dort wird ein rüstiger Rentnerstammtisch am Bio-Glühweinstand Zeuge eines mysteriösen Todesfalls in der Goslarer Bimmelbahn. Zu den Fahrgästen gehören der bekannte Lokalpolitiker, Bauunternehmer und Wohltäter der Stadt, Heiko Schreiber und sein Assistent Johann Tiede. Als der Zug auf dem Weihnachtsmarkt hält, ertönen plötzlich kreischende Stimmen und Menschenmassen weichen von der Bahn zurück. "Der Anblick war erschreckend. Aus einer der geöffneten Türen der Bimmelbahn hing ein schlaffer Männerkörper halb heraus, der sich offensichtlich irgendwo verhakt hatte und nicht herausfallen konnte." Ermittlerin Anouk Bernstein und ihr Kollege Toni erfahren am Tatort, dass der Tote wohl nicht nur kräftig dem Glühwein zugesprochen hatte, sondern auch, wie ein Blick in seine weit geöffneten Pupillen zeigt, Drogen konsumiert hatte. Das Ermittlerduo stößt bei seinen Untersuchung des mysteriösen Mordfalles auf eine merkwürdige Witwe und deckt einen Sumpf aus kriminellen Machenschaften auf. Laut Ehefrau Gudrun Schreiber drehte sich das Leben ihres Mannes nur um "Geschäfte, Geschäfte, Geschäfte". Der Tote und andere örtliche Prominente sind in Geldwäscherei, Korruption und Erpressung verstrickt. Auch Verwicklungen in die Schlepper-Szene kommen bei den Untersuchungen zum Vorschein. Die heile Oberfläche "in der tiefsten Provinz" in der die Kommissarin nach einer gescheiterten Beziehung im hessischen Frankfurt gelandet ist, bekommt immer mehr und tiefere Risse. Die beiden Ermittler müssen sich durch ein gut funktionierendes Netzwerk aus patriarchalischer Macht und Gewalt kämpfen. Zu den Herausforderungen im Job kommen für Anouk Bernstein private hinzu. Ihre Vergangenheit holt sie wieder ein.

Die Zuhörer nutzten nach der Lesung die Gelegenheit, um sich mit Weltenbummlerin Stella Fontana über das Leben und Arbeiten im Ausland auszutauschen und sich über ihre Lesereise zu informieren.

Veröffentlicht hat Sella Fontana bisher "Ausdauertod", "Geltungstod" sowie den Kinder-Krimi "Die Hexenbande".

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