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Am Wichtigsten ist es bei der Abwehr eines Messerangriffes, den Angreifer auf Abstand zu halten. Dafür ist etwa ein Stuhl ideal.

Messerangriffe abwehren

Schutz gegen tödliche Bedrohung

Immer wieder hört man von Messerangriffen. Wie kann man sich dagegen verteidigen? Der TV Bad Vilbel veranstaltet in Kooperation mit dem TV Windecken Sicherheitslehrgänge zu diesem Thema.

Herr Baier, was macht einen Messerangriff so gefährlich?

Konrad Baier:Wird ein Messer als Waffe eingesetzt, dann ist es für den Täter leicht, schwere Verletzungen an den inneren Organen seines Opfers hervorzurufen. Die Angriffe erfolgen oft sehr schnell und nicht selten braucht das Opfer eine Weile, bis es überhaupt realisiert von einer Waffe verwundet worden zu sein. Betroffene beschreiben für gewöhnlich, dass sie das Messer zunächst gar nicht gesehen haben und die Verletzung im ersten Moment ebenfalls nicht bemerkten.

Und wieso ist es gerade das Messer, das als Tatwaffe genutzt wird?

Baier:Die Kombination aus der Möglichkeit zu schnellen lebensbedrohlichen Angriffen und die Verschleierung der Bedrohung machen die besondere Gefährlichkeit eines solchen Angriffs aus. Neben seiner verheerenden Wirkung ist ein Messer zudem noch kostengünstig zu erwerben und leicht zu verstecken.

In den Medien wird immer häufiger von Messerangriffen berichtet. Nimmt die Häufigkeit tatsächlich zu?

Baier:Das ist nach meinem Kenntnisstand noch immer nicht abschließend geklärt. Die Gewerkschaft der Polizei hat Anfang des Jahres zu recht moniert, dass nach wie vor keine belastbaren Statistiken zu Messerangriffen vorliegen. Die allgemeine Wahrnehmung, dass Messer häufiger bei Verbrechen genutzt werden, kann daher durchaus trügerisch sein. Für Menschen, die sich im Notfall selbst verteidigen können wollen, sind Statistiken allerdings vollkommen irrelevant.

Wie realistisch ist es, tatsächlich Opfer einer solchen Attacke zu werden?

Baier:Eine Vielzahl von Gewalttätern führt ein Messer mit sich. Kommt es mit solchen Personen zu einem unvermeidbaren Konflikt, so muss man auch damit rechnen, dass ein Messer gezogen werden könnte. Wer diese Möglichkeit für sich aus Bequemlichkeit ausblendet, kann leicht zu großem Schaden kommen.

Experten erklären oft, dass die sinnvollste Verteidigung gegen einen Messerangriff das Wegrennen ist. Warum soll man sich dann mit dem Thema beschäftigen?

Baier:Ein Messer ist eine tödliche Bedrohung auf kurze Distanz. Wenn ich mich von dem Angreifer fernhalten kann, dann bin ich auch in Sicherheit. Insofern ist Wegrennen in der Tat eine sehr gute Taktik. Aber sie ist leider nicht so leicht anzuwenden, wie man meint. Ist der Angreifer schon zu nahe gekommen besteht die Gefahr, dass ich auch bei der Flucht verletzt werde. Einem vielleicht jüngeren und schnelleren Messerstecher zur Flucht den Rücken zuzudrehen, kann tödlich enden.

Was ist dann die bessere Taktik?

Baier:Es gilt zunächst einmal die Anzeichen für eine solche Bedrohung zu erkennen, um rechtzeitig eine Gefahrenzone verlassen zu können.

Gibt es Techniken oder bestimmte Gegenstände, die mir die Verteidigung erleichtern können?

Baier:Wenn eine Flucht nicht mehr möglich ist, gilt es, sich ein Hilfsmittel zu suchen, mit dem ich den Messerstecher auf Distanz halten kann. Das ist aber für gewöhnlich auch nur dann eine Option, wenn ich durch eine fundierte Ausbildung die Anzeichen für einen bevorstehenden Angriff richtig eingeschätzt habe. Dann kann ein gewöhnlicher Stuhl, ein Regenschirm oder ein Besen mein Leben retten.

Was ist, wenn man wirklich überrascht wird?

Baier:Das ist in der Tat die absolute Extremsituation. Es gibt nun wirklich keine Sicherheit mehr, nicht verletzt zu werden. In so einem Fall sprechen wir nur noch von Notlösungen. Aber bevor man sich widerstandslos ermorden lässt, würde ich immer versuchen, dem Angreifer seinen schlimmsten Albtraum zu bescheren. Nur dann hat man noch eine Chance, möglichst unbeschadet aus der Situation zu entkommen.

Was erwartet die Teilnehmer der Sicherheitslehrgänge "Schutz vor dem Messerstecher"?

Baier:Im ersten Teil am 3. November beschäftigen wir uns ausführlich mit den "Strategien gegen den Messerstecher". Wir entwickeln Verhaltensweisen und zeigen den Umgang mit Hilfsmitteln, welche uns eine realistische Chance zum Schutz geben. Die Idee ist dabei eine Sensibilisierung zur Achtsamkeit zu vermitteln, sodass ein Messerangriff möglichst nicht überraschend erfolgt.

Und im zweiten Teil?

Baier:Der zweite Teil am 10. November, "Notlösungen bei einem Messerattentat", ist für jene absoluten Notsituationen gedacht, in denen man sich zwangsläufig waffenlos verteidigen muss. Es geht darum das universelle Konzept zu verstehen, um so ein Attentat zu überleben. Hierdurch kann man unter Anleitung die für sich selbst passenden Techniken finden. Die Ausbildung wird mit Schutzausrüstung und unter realitätsnahen Bedingungen erfolgen.

Seminar ab 16 Jahren

Die Seminare "Schutz vor dem Messerstecher" umfassen jeweils acht Schulstunden und sind für Teilnehmer ab 16 Jahren geeignet. Der Sicherheitslehrgang "Strategie gegen den Messerstecher" kostet 55 Euro. "Notlösungen bei einem Messerattentat" wird aufgrund des hohen Aufwandes bei 70 Euro liegen. Beide Sicherheitslehrgänge zusammen kommen auf 110 Euro. Mitglieder der Turnvereine Bad Vilbel, Windecken und Massenheim erhalten einen Rabatt von 5 Euro pro Seminar oder 15 Euro auf das Gesamtangebot. Alle Teilnehmer erhalten zudem die Möglichkeit, in einem verlängerten mehrmonatigen Grundkurs während des regulären Trainings der Turnvereine Bad Vilbel und Windecken, das gelernte Wissen zu festigen. Anmeldungen und Fragen zu den Kursen werden per E-Mail an selbstverteidigung@tvbv.deoder unter 0 162/79 68 0 11 beantwortet.

Die Seminare "Schutz vor dem Messerstecher" umfassen jeweils acht Schulstunden und sind für Teilnehmer ab 16 Jahren geeignet. Der Sicherheitslehrgang "Strategie gegen den Messerstecher" kostet 55 Euro. "Notlösungen bei einem Messerattentat" wird aufgrund des hohen Aufwandes bei 70 Euro liegen. Beide Sicherheitslehrgänge zusammen kommen auf 110 Euro. Mitglieder der Turnvereine Bad Vilbel, Windecken und Massenheim erhalten einen Rabatt von 5 Euro pro Seminar oder 15 Euro auf das Gesamtangebot. Alle Teilnehmer erhalten zudem die Möglichkeit, in einem verlängerten mehrmonatigen Grundkurs während des regulären Trainings der Turnvereine Bad Vilbel und Windecken, das gelernte Wissen zu festigen. Anmeldungen und Fragen zu den Kursen werden per E-Mail an selbstverteidigung@tvbv.deoder unter 0 162/79 68 0 11 beantwortet. (app)

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