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Bis in die Nacht trainiert die Feuerwehr auf dem Acker das Löschen von Flächenbränden.

Feuerwehr Bad Vilbel

Die Stadt vor den Flammen schützen

  • VonNiklas Mag
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Wieder brennt in Bad Vilbel eine Fläche, doch diesmal ist das Feuer geplant. Die Feuerwehren aller Stadtteile haben am Donnerstagabend ein Feld in Brand gesetzt, um gemeinsam das Löschen mit tragbaren Geräten zu üben. Es dauert nicht lang, da brennt das Feld lichterloh.

A lle fünf Wehren stehen mitten im Feld ein Stück hinter dem Laupushof in Massenheim. Die Abendsonne steht tief, das Thermometer zeigt 37 Grad, und die Feuerwehrleute sind in ihren langen Hosen, mit Helmen und festen Jacken nicht zu beneiden. Doch die Ehrenamtlichen sind für einen wichtigen Grund zusammengekommen: Flächenbrände zu bekämpfen.

Schon zwei Mal hat es dieser Tage auf Wiesen im Stadtgebiet gebrannt (diese Zeitung berichtete). Gerät so ein Brand außer Kontrolle, kann es für besiedelte Gebiete schnell gefährlich werden. Ein Katastrophenszenario, das in diesen trockenen Tagen nicht zu ignorieren ist.

»Steffen Laupus hat uns freundlicherweise ein Feld zur Verfügung gestellt, auf dem wir üben können«, sagt Stadtbrandinspektor Karlheinz Moll. »Normalerweise würden wir bei einem Feldbrand mit den Autos direkt zu den Flammen fahren, um diese mit vollem Druck zu bekämpfen.« Das funktioniere im Wald oder auf einer nicht befahrbaren Fläche aber nicht. »Deshalb wollen wir heute das Wissen der Feuerwehrleute auffrischen.« Dabei wolle man darauf achten, möglichst wenig Wasser für die Übung zu nutzen. Es geht vor allem um die Benutzung von tragbaren Löschgeräten.

INFO: Kinder- und Jugendfeuerwehren

Die Bad Vilbeler Feuerwehren bestehen aus Ehrenamtlichen, die ihre Freizeit für die Allgemeinheit opfern. Bricht in Bad Vilbel ein Flächenbrand aus, sind sie es, die die Stadt vor den Flammen schützen. Fast alle Mitglieder der Einsatzabteilungen waren früher Teil der Kinder- und Jugendfeuerwehren. Diese gibt es in jedem Stadtteil und freuen sich immer über Mitglieder. Jugendwart Stefan Schmidt ist bei allen Fragen rund um die Jugend- und Kinderarbeit der Feuerwehren unter Tel. 01 63/31 44 31 9 oder stefan.schmidt @feuerwehr-badvilbel.de zu erreichen. Auch Quereinsteiger sind gerne gesehen. nma

Der stellvertretende Dortelweiler Wehrführer Henrik Mag begrüßt seine Kameraden und weist auf einen schwarzen Wasserbehälter: »Dieser fasst 3000 Liter.« Man überlege, auch noch einen mit 5000 Litern anzuschaffen. An diesen Behältern können die Feuerwehrleute ihre Wasserrucksäcke füllen, um mit diesen in das brennende Gelände vorzudringen. »Wir haben den Rollcontainer ›Wald- und Flächenbrand‹ dabei. Auf diesem ist alles drauf, was für Flächenbrände benutzt werden kann«, weiß Henrik Mag: verschiedene Schläuche, Wasserrucksäcke mit Spritzen und die sogenannten Feuerpatschen. Diese sehen aus wie Rechen, haben vorne aber stabile Metalllappen. Das Feuer wird damit »ausgepatscht«. Auch Löschrucksäcke sind dabei, tragbare Wasserbehälter, die mit Pumpen und einem kurzen Schlauch versehen sind. »Es sind D-Schläuche, also eher kleinere. Die haben zwar nicht so einen hohen Durchsatz, sind aber deutlich leichter.« Zudem gehören Löschlanzen, Waldbrandwerkzeuge und Geräte, die stark an Mistgabeln erinnern, zur Ausrüstung des mobilen Brandbekämpfers in schwierigem Gelände.

Die Theoriestunde ist vorbei und an der anderen Seite des Feldes steigt dichter Rauch auf. Die Feuerwehr hat den Brand gezündet. Für die erste Gruppe heißt das nun: Ausrüstung nehmen, die Rucksäcke mit Wasser füllen und quer durch das Feld Richtung Feuer gehen. Mit Schutzkleidung, Helm und 20 Litern Wasser auf dem Rücken machen sich die Feuerwehrleute auf den 350 Meter langen Weg über Erde und Weizenhalme zu den Flammen.

Die Hitze des Feuers ist aus über 20 Metern Entfernung deutlich spürbar. »Das Haushalten mit den eigenen Kräften ist eine Sache, die geübt sein muss«, weiß der stellvertretende Dortelweiler Wehrführer. Die schwere Ausrüstung und die Hitze sind schon problematisch, doch das Laufen durch unwegsames Gelände und die körperliche Anstrengung bei Benutzung der Feuerpatschen oder der Pumpen tun das ihrige dazu. Bei Waldbränden müssen die Kräfte für Stunden reichen.

Eine große Fläche im Feld ist bereits abgebrannt und komplett schwarz als die Gruppe eintrifft. Die Flammen schlagen hoch und fressen sich durch das abgeerntete Feld. »Es wäre viel problematischer, wenn das hier noch nicht geschnitten wäre. Auf diese Weise kommt das Feuer nicht so schnell voran«, weiß einer der Feuerwehrmänner. Schnell und effizient schlagen die Brandschützer zu. Müdigkeit ist keinem anzusehen. Die ehrenamtlichen Feuerwehrleute Bad Vilbels sind jetzt noch besser auf Flächenbrände vorbereitet.

In voller Montur mit Helm und 20 Liter Wasser auf dem Rücken, dazu Sonne und 37 Grad draußen: Feuerwehrleute leisten Schwerstarbeit.

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