Dr. Reinhard Schneider Vorsitzender
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Dr. Reinhard Schneider Vorsitzender

"Schüler sind disziplinierter geworden"

  • vonChristine Fauerbach
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Bad Vilbel(cf). Eine der wichtigsten Aufgaben des Ortsverbands des Deutschen Kinderschutzbundes ist neben der Kleinkinderbetreuung die sozialpädagogische Hausaufgabenhilfe. Während des ersten Lockdowns Mitte März bis Anfang Juni hatte der OV die Hausaufgabenhilfe "schweren Herzens" eingestellt, berichten der Erste Vorsitzende Dr. Reinhard Schneider und das Vorstandsmitglied Beate Schirrmacher. Die Mitarbeiter arbeiteten ein Hygienekonzept (Masken tragen, Hände desinfizieren, Abstandregeln einhalten, Stoßlüften) aus, hielten telefonisch oder per E-Mail Kontakt zu Kindern, Jugendlichen und Eltern. "Die Kinder haben sich sehr über die Wiederaufnahme gefreut. Für viele hatte der schulische Lockdown gravierende Folgen. Sie mussten die Hausaufgaben auf dem Smartphone und teils mit sechs oder mehr Geschwistern in einem Raum erledigen. Für Nachfragen fehlten kompetente Ansprechpartner."

Die Sozialpädagogische Hausaufgabenhilfe wird derzeit von 24 Grund- und Mittelstufenschülern besucht, um die sich zehn Betreuerinnen kümmern. Das Angebot richtet sich an Kinder, deren Familien aus unterschiedlichen Gründen die notwendige Begleitung durch die Schule nicht leisten können.

Elterncafé bis auf Weiteres ausgesetzt

Seit Juni seien die Schulkinder in der Hausaufgabenhilfe wesentlich disziplinierter als zuvor. Und könnten die Hilfe der erfahrenen Betreuerinnen mehr schätzen, berichtet Schneider. Alle hätten viel Erfahrung, kennen die Lehrpläne und die Schüler, sehen deren Schwächen und könnten gezielt helfen. Zudem legen sie bei den Kindern und Jugendlichen die Grundlagen für eigenständiges Lernen und ein soziales Miteinander. Wie nachhaltig und effektiv die Hausaufgabenhilfe ist, zeige sich unter anderem daran, dass in diesem Sommer fünf von neun Schülern eine Empfehlung fürs Gymnasium erhalten hätten.

Die Kleinkinderbetreuung wird derzeit von sechs Kindern ab zwei Jahren bis Eintritt in den Kindergarten besucht. Die vier Betreuerinnen der Gruppe wollen ihren Schützlingen vormittags einen sanften Einstieg in den Kindergarten ermöglichen. Dazu gehört das soziale Beisammensein in der Gruppe zu üben, erste Schritte in die Selbstständigkeit zu machen und von den Eltern zu lösen.

Die Kleinkinderbetreuung hat ihren Betrieb erst wieder Anfang September aufgenommen. "Wir haben mit dem Beginn länger gewartet, weil die Herausforderungen und Hygieneanforderungen bei dieser Gruppe deutlich höher sind als in der Hausaufgabenhilfe. So kann das gemeinsame Essen beispielsweise eines Apfels wie zuvor in der Gruppe nicht mehr stattfinden. Es war Teil des Konzeptes", informiert Schirrmacher.

Das Elterncafé, das immer freitags stattfand, sei bis auf Weiteres geschlossen. Es ist außerhalb der Pandemie ein beliebter offener Treffpunkt für Eltern mit ihren Babys und Kleinkindern. Verschoben wurde aufgrund der Coronakrise auch die Mitgliederversammlung von Mitte März auf den 11. September. In dessen Rahmen wurde Schneider zum neuen Ersten Vorsitzenden gewählt. Er ist Nachfolger von Freya Plashues, die nach fast 25 Jahren den Vorsitz abgegeben hat. Sie hält dem Orstverein aber weiterhin als Mitglied die Treue. Neue stellvertretende Vorsitzende ist Ingrid Diemel. Sie folgt Beate Schirrmacher nach, die dem Vorstand weiterhin als Beisitzerin angehört. Weitere Vorstandsmitglieder sind Protokollführerin Christine Kohl und Schatzmeister Reinhold Stahler.

"Wir sind fünf Mitglieder im Vorstand, drei weitere wären möglich. Wir freuen uns über alle, die sich engagieren wollen. Gern auch jüngere aus den Reihen unserer derzeit 100 Mitglieder", sagt Schneider.

Sponsoren willkommen

Der Dozent für Rechnungslegung, Steuerrecht und Immobilien an IHKs, dem Berufsförderungswerk und der Fachhochschule in Frankfurt, lebt seit 19 Jahren in Bad Vilbel und kennt seit vielen Jahren den Ortsverein des DKSB. "Ich bin sehr froh, dass wir so viele engagierte und erfahrene Mitglieder haben. Ich schätze den loyalen Umgang miteinander und die hohe Fachkompetenz der Ehrenamtler sehr und freue mich auf eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Wir brauchen Nachwuchs im Vorstand, gerne aus dem Marketing- und Verwaltungsbereich, aber auch allen anderen Branchen, die ihr Know-how mit in den DKSB einbringen möchten. Auch Sponsoren und Spender sind willkommen." FOTO: FAUERBACH

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