So einfach kann es sein: In nur wenigen Schritten ist die Registrierung der Kunden abgeschlossen. Es müssen keine Listen mehr ausgehängt und Kugelschreiber nach der Nutzung eines jeden Gastes desinfiziert werden. 
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So einfach kann es sein: In nur wenigen Schritten ist die Registrierung der Kunden abgeschlossen. Es müssen keine Listen mehr ausgehängt und Kugelschreiber nach der Nutzung eines jeden Gastes desinfiziert werden.

"ViGuard"

Schluss mit der Zettelwirtschaft: Bad Vilbeler entwickeln Web-App zur Kundendokumentation

  • vonPatrick Eickhoff
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Maskenpflicht, Abstandsregel, Kontaktdaten hinterlassen. Ein Besuch im Restaurant ist mit vielen Anforderungen verbunden. Ein Bad Vilbeler Unternehmen schafft Abhilfe. Mit "ViGuard" hat die Firma Blackpoint eine Web-App entwickelt, die die Dokumentation vereinfacht.

Wer in diesen Zeiten ins Restaurant geht, der kommt an ihnen nicht vorbei: Listen und Zettel. Die Dokumentation der anwesenden Gäste samt Adresse und Anwesenheitszeiten ist für die Betriebe zur Pflicht geworden. Wenn es nach Dirk Estenfeld und Mario Di Rienzo geht, ist mit der Zettelwirtschaft Schluss. Die beiden geschäftsführenden Gesellschafter der Bad Vilbeler Firma Blackpoint haben ein einfaches System fürs Smartphone entwickelt. "QR-Code scannen, Daten eingeben - fertig", sagt die Rienzo. "Es hängt keine Liste aus, es muss kein Kugelschreiber angefasst und desinfiziert werden, und der Betreiber hat eine umfassende digitale Übersicht, die er sofort exportieren und weiterleiten kann."

Die Idee ist Mario Di Rienzo zu Beginn der Corona-Krise gekommen. "Als klar wurde, dass die Dokumentation der Anwesenheiten Pflicht wird, habe ich sofort überlegt, wie sich das digital umsetzen lässt." Schnell kam den beiden Geschäftsführern die Idee einer Web-App. "Die Listen, die am Eingang aushängen, sind aus datenschutzrechtlicher Sicht natürlich erschreckend. Sie sind für jeden einsehbar", sagt Mario Di Rienzo .

"ViGuard" aus Bad Vilbel: Excel-Liste fürs Gesundheitsamt

Deshalb haben sie bei der Firma Blackpoint die Web-App "viGuard" entwickelt. Mit ihr können Betriebe die Registrierung ihrer Kunden, Gäste oder Besucher online durchführen, anstelle einer manuellen Zettelwirtschaft. "Und das positive ist, dass es keinen Download aus einem der App-Stores bedarf", erläutert Dirk Estenfeld. "Einfach den QR-Code scannen und man wird im Browser zur Kontakteingabe weitergeleitet."

Die beiden Geschäftsführer demonstrieren die Entwicklung in den eigenen Büroräumen. Es sind nur wenige Schritte und der Gast ist eingeloggt. Darüber hinaus stehen weitere Funktionen wie die Überwachung der maximal zulässigen Besucheranzahl zur Verfügung, oder im Gastronomiebetrieb wird die Speise- und Getränkekarte direkt auf das Smartphone gepusht. "Das freut vor allem die Kellner, die nicht mehr damit beschäftigt sind, die Speisekarte zu bringen und ständig desinfizieren zu müssen", sagt Di Rienzo .

"ViGuard" aus Bad Vilbel: Tennisverband ruft zur Nutzung auf

Die Firma Blackpoint gibt es seit 1996. Sie bietet eine Produktpalette aus den Bereichen Customer Experience, Hosting, Web und IT-Infrastruktur sowie IT-Security. Seit 2015 sitzt das Unternehmen in Bad Vilbel und hat rund 30 Mitarbeiter. "Bis zu sechs Personen waren an der Entwicklung von ›ViGuard‹ beteiligt", sagt Dirk Estenfeld.

Die Web-App hat eine Ampelfunktion. "Der Betreiber sieht, wie viele Plätze belegt sind und wie viele Gäste wirklich eingecheckt sind. Sind weniger registriert als dort sitzen, merkt er, dass etwas falsch läuft", erläutert Di Rienzo . Der 51-Jährige hat die Web-App in seiner Wahlheimat Bad Vilbel auch aktiv beworben. "Es machen einige Restaurants wie die Alte Mühle, die Pizzeria Pisa, die Gaststätte Zum Knoche oder auch das das Wewe-Café mit", sagt Mario Di Rienzo . Doch dabei bleibt es nicht. "Wir konnten bereits sowohl die Hassia Mineralquellen mit ihren Marken Elisabethenquelle und Bionade als auch eine Fitnessstudiokette als Produktpaten gewinnen und sind weiterhin in Gesprächen mit einigen Ministerien für Gesundheit und Sportverbänden", verrät der Geschäftsführer. "Der hessische Tennisverband hat gestern seine angeschlossenen Vereine aufgerufen, ›ViGuard‹ für den anstehenden Start der Medenrunde einzusetzen. Denn es ist einfach alle Betreuer, Trainer und Spieler so zu erfassen."

"ViGuard" aus Bad Vilbel: 20 Euro Einmalzahlung

Gegen eine Einmalzahlung von 20 Euro ist die Web-App zu haben. "Wir stehen bei Fragen der Betriebe und auch bei Anregungen die komplette Zeit über zur Verfügung", verspricht Dirk Estenfeld. Auf die Daten haben sie keinen Zugriff. Sie liegen verschlüsselt auf Servern. "Das war uns ganz wichtig. Die Daten sind sicher, aber wir haben keinerlei Möglichkeit, uns die Zahlen der Betriebe anzuschauen."

Und die Zahl der Betriebe wächst. Friseure, Tattoostudios, Naturheilpraxen, Sportstätten wie Golf- und Tennisclubs. "Auch das Restaurant im Bad Vilbeler Golfclub nutzt es", verrät Mario Di Rienzo . Das positive Feedback freut die beiden Geschäftsführer sehr. "Wir stehen in regelmäßigem Austausch und haben bisher nur Gutes gehört."

Die Geschäftsführer rechnen damit, dass die Dokumentation der Anwesenheit noch eine ganze Weile weitergeht. "Wir gehen mindestens von einem Jahr aus", meint Mario Di Rienzo. Deshalb erarbeiten sie bei Blackpoint Ideen, wie sich das System auch nach Corona nutzen lässt. Mario Di Rienzo sagt: "Wir sind derzeit in Überlegungen, inwieweit sich ein Reservierungs- und Mitarbeiter- Zeiterfassungssystem umsetzen lässt. Es wäre schön, wenn es mit der Bereitschaft zur Digitalisierung solcher und ähnlicher Prozesse auch nach Corona in Deutschland weitergeht, damit wir Anschluss halten können."

Auf der offiziellen Homepage www.viguard.eu/ haben interessierte Betriebe und Restaurants die Möglichkeit, sich einen Test-Account herunterzuladen. Bis zu fünf Personen können damit täglich ein- und ausgecheckt werden. Die Testversion läuft 30 Tage und bietet neben QR- Codes auch die Möglichkeit, eine digitale Speisekarte oder Preisliste zu implementieren. Außerdem gibt es auch bei der kostenlosen Testversion eine Besucherübersicht. 

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