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Das neue Jugendhaus auf dem Heilsberg soll nach den vorgestellten Plänen so aussehen wie auf dieser Skizze des Architekturbüros Tzschoppe. REPRO: PEGELOW

Heilsberger Jugendhaus

Schlagabtausch über Jugendarbeit im Sozialausschuss

  • vonNiklas Mag
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In der ersten Sitzung des Sozialausschusses ging es am Mittwochabend in Bad Vilbel hoch her. Mit einem Antrag erzürnten die Grünen die anderen Parteien und sorgen für schwarz-gelbes Entsetzen. Die Antragsteller fühlen sich jedoch missverstanden mit ihrer Idee, die das Konzept des neuen Heilsberger Jugendhauses betrifft.

D er Baustart für das Jugendhaus auf dem Heilsberg ist erfolgt. Nach einer Diskussion, die bereits über 40 Jahre währt, ist das Jugendhaus endlich auf der Zielgeraden. Das Gebäude zu errichten ist die eine Sache, ein Konzept dafür zu entwickeln, die andere. Doch sprach der Sozialausschuss am Mittwochabend nicht inhaltlich über das pädagogische Konzept, das vor der Sitzung an die Ausschussmitglieder verteilt wurde (weiterer Bericht folgt).

Dafür sorgte ein Antrag der Grünen für viel Ärger bei CDU und FDP: »Der Magistrat wird aufgefordert, bereits während des Baus des Jugendhauses die Jugendarbeit auf dem Heilsberg zu intensivieren. Insbesondere die 13- bis 18-jährigen Jugendlichen, aber auch die jungen Erwachsenen sollen aktiv in die Gestaltung des Jugendhauses einbezogen werden«, so der Antragstext. Und weiter heißt es: »Neben den Jugendlichen sollen auch externe Experten einbezogen werden, um gemeinsam eine moderne, zielgruppengerechte Konzeption für die Jugendarbeit auf dem Heilsberg zu erarbeiten.«

Kathrin Anders (Bündnis 90/Die Grünen) stellte in der Sitzung den Antrag ihrer Fraktion vor: »Es ist uns ein großes Anliegen, dass es nicht zu weiteren Wartezeiten für Jugendliche kommt.« Gerade während der Pandemie trage Jugendhilfe zur Verarbeitung der sozialen Schwierigkeiten bei, die die Corona-Maßnahmen mit sich bringen und die für junge Menschen besonders schwer zu verarbeiten sind.

Grüne weisen Vorwurf zurück

Sozialdezernent Jörg Uwe-Hahn (FDP) antwortete: »Dieser Antrag ärgert mich.« Denn die Forderungen der Grünen würden implizieren, dass es in den vergangenen Jahren keine Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in Bad Vilbel gegeben habe. »Allein im vergangenen Jahr wurde das Konzept immer wieder justiert. Es ist schlichtweg falsch, dass es keine Kommunikation mit Kindern und Jugendlichen geben würde.«

Zwei Mitarbeiter des Jugendbüros seien zweimal pro Woche auf dem Heilsberg an der Dirt-Bike-Bahn, wo auch das neue Jugendhaus entstehe, und pflegten Kontakte mit jungen Vilbelern. »Wir tun bereits genau das, was Sie im Antrag beschreiben«, so der erboste Sozialdezernent. Er hätte in jedem Behördengespräch in jüngster Zeit gemerkt, was die Grünen mit ihrem Antrag angerichtet hätten, er habe deshalb viel Aufbauarbeit bei den Mitarbeitern leisten müssen.

Die Grünen wollten den Vorwurf, dass ihr Antrag einem Angriff auf die Mitarbeiter des Jugendbüros gleichkomme, keinesfalls auf sich sitzen lassen: »Ich finde es befremdlich, dass sie in unseren Antrag Mitarbeiter-Diskreditierung hinein interpretieren. Davon distanzieren wir uns, das sage ich hier ganz deutlich«, verteidigt Isil Yönter (Grüne) den Vorstoß ihrer Partei.

Genauso sei sie verwundert ob der Tatsache, dass die Parteien erst am Abend dieser Ausschusssitzung das pädagogische Konzept für das Jugendhaus überhaupt erst vorgelegt bekommen hätten. »Uns ist natürlich aufgefallen, dass viel gemacht wird. Aber es gibt neue gesellschaftliche Herausforderungen, die es aufzugreifen gilt. Leider ist es in den vergangenen Jahren völlig flöten gegangen, dass man sich im Sozialausschuss über inhaltliche Dinge, wie so ein Konzept für das Jugendhaus, austauscht«, kritisiert sie.

Auch CDU kritisiert Antrag scharf

Deliah Eckhardt (CDU) fand ebenfalls scharfe Worte für den Grünen-Antrag: »Ich finde es traurig, dass der Antrag mit Respektlosigkeiten gespickt ist.« Experten sollen einbezogen werden, zitiert sie aus dem Text. »Was sind denn dann die Mitarbeiter des Jugendbüros ihrer Meinung nach?«, fragt sie an die Grünen gerichtet.

Isil Yönter mahnt den scharfen Tonfall Eckhardts an, es wird kurz lauter im Kultur- und Sportforum in Dortelweil. Die Christdemokratin fährt fort: »Der Antrag ist ein Schlag ins Gesicht der Mitarbeiter, die schon lange an dem Konzept arbeiten.« Mit den Ja-Stimmen der Grünen wurde der Antrag vom Gremium abgelehnt.

Wie bereits im Planungs-, Bau-, und Umweltausschuss musste auch im Sozialausschuss das Los entscheiden, ob die CDU oder die AfD den verbliebenen Platz erhält. Das Los fiel auf die Christdemokraten, die künftig auch die Vorsitzende des Ausschusses stellen werden. Beatrice Schenk-Motzko wurde einstimmig gewählt, die Stellvertretung übernimmt Mirjam Fuhrmann (SPD, ebenfalls einstimmig). nma/FOTO: RED

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