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Die Bad Vilbeler Sommertage sind nach Ansicht von Schaustellern und Stadt gut angenommen worden. ARCHIVFOTO: MAG

Bad Vilbeler Sommertage

„Es wurde sauber gearbeitet“: Erste Bilanz nach Volksfest-Testballon in Bad Vilbel

  • VonNiklas Mag
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Die Bad Vilbeler Sommertage sind vorbei. Sie waren mehr als nur ein kleines Volksfest während der Pandemie. Für Schausteller und Kommunen galt die einwöchige Kirmes als Testballon.

Bad Vilbel – Es wirkte irgendwie ungewohnt und doch alles so vertraut. Als die ersten bunten Buden auf den Festplatz gefahren wurden, sah das für pandemiemüde Augen schon etwas surreal aus, dann eine Woche ungewohnte Festlichkeiten und am Montagmittag sah der Festplatz wieder aus, als wäre nie etwas gewesen.

Die Bad Vilbeler Sommertage waren besonders, denn im Gegensatz zum Vilbeler Markt wurde die Aufstellung und die Organisation der Fahrgeschäfte und Buden den Schaustellern durch eine Sondergenehmigung der Stadt überlassen. »Es war alles sehr erfolgreich. Mit Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU) und der Stadt haben wir alles in 14 Tagen organisiert. Nur ein Fünftel der Beschicker im Vergleich zum Vilbeler Markt konnten dabei sein«, bilanziert Thomas Roie, Vorsitzender des Schaustellerverbandes Rhein-Main. Die Resonanz des Publikums sei groß gewesen, die Schausteller hätten viel Zuspruch in ihrer Notlage erfahren. Alle haben seit Pandemiebeginn einen massiven Einnahmenausfall.

Kleines Volksfest in Bad Vilbel zeigt: Es geht

»Bei den Sommertagen lief alles unter Einhaltung der Hygienevorgaben. Es wurde sauber gearbeitet.« Die Resonanz vieler Familien habe ihm klar gemacht, so Roie, was Volksfeste dieser Art für die Gesellschaft bedeuten. »Es kamen Familien mit kleinen Kindern, die in ihrem jungen Leben noch nicht einmal auf einem Karussell gesessen haben, weil seit zwei Jahren nichts stattfindet. Ich glaube, es ist wichtig, solche Feste auch während einer Pandemie mit Mut anzugehen.« Die Sommertage hätten gezeigt: Es geht. Mit geringen Auflagen.

Zu keiner Zeit sei es vor Ort überlaufen gewesen, erinnert sich Roie. »Im Notfall hätten wir Zäune und Einlasskontrollen aufstellen können, aber es war nicht nötig. Das Publikum hatte eine Eigendynamik. Wenn es voller wurde, haben sich die Menschen von selbst verteilt. So viel Verantwortung muss man den Menschen auch einfach zugestehen«, fordert der Verbandsvorsitzende. »Es war zu sehen, wir müssen uns etwas trauen und für uns Schausteller geht es weiter. Nicht nur wirtschaftlich, auch für die Seele war es wichtig, endlich mal wieder rauszukommen.«

Bad Vilbeler Sommertage: Aus Sicht der Polizei „unauffällig“

Ebenso gut habe der Sommergarten funktioniert, die Kontakterfassung per Luca-App habe es möglich gemacht, die Zahlen stets zu überblicken. »Friedberg und Frankfurt wollen nun ähnliche Veranstaltungen in den kommenden Wochen starten. Dieser Testlauf in Bad Vilbel war sehr erfolgreich«, betont Roie.

Auch die Stadt zieht eine positive Bilanz: »Auf Nachfrage bei der Polizeistation Bad Vilbel hat sich ergeben, dass die Sommertage aus polizeilicher oder ordnungsrechtlicher Sicht unauffällig waren. Zu Besucherzahlen können wir keine genauen Angaben machen. Aber sowohl unsere beiden technischen Marktmeister, die an allen Tagen vor Ort waren, als auch die Schausteller haben festgestellt, dass zu keinem Zeitpunkt ›die Gefahr bestand, dass mehr als die zugelassenen 1500 Gäste gleichzeitig auf dem Gelände waren«, heißt es von Stadtsprecher Yannick Schwander. Die Parkplätze seien gut ausgelastet gewesen. Aus Sicht der Stadt waren die Sommertage ein voller Erfolg. Im Rathaus sei man sehr zufrieden mit dem Verlauf.

Das betont auch der Erste Stadtrat Sebastian Wysocki (CDU): »Unser Dank gilt den Schaustellerinnen und Schaustellern, die nicht nur ein hervorragendes Konzept vorgelegt haben, sondern - wie in der Vergangenheit auch - stets gute und vertrauensvolle Partner waren. Ebenso bedanken wir uns bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadt, die mit dafür sorgten, dass die Sommertage stattfinden konnten und zu einem solchen Erfolg wurden.«

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