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Am Sonntagabend endete die 35. Burgfestspiel-Saison 2021 mit einem positiven Fazit, worüber sich Bürgermeister Dr. Thomas Stöhr, Dramaturgin und PR-Frau Ruth Schröfel, Dramaturgin Angelika Zwack, Intendant Claus-Günther Kunzmann und FSJlerin Kira Wörlen (von links) freuen.

Burgfestspiele Bad Vilbel

Saison mit vielen Herausforderungen

  • VonChristine Fauerbach
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Die 35. Burgfestspiele Bad Vilbel sind Geschichte. Bürgermeister Dr. Thomas Stöhr (CDU) und Festspielintendant Claus-Günther Kunzmann ziehen ein positives Fazit.

Bad Vilbel (cf). Die 35. Burgfestspiele Bad Vilbel sind Geschichte. Am Sonntagabend endete die Festspielsaison mit dem Gastspielprogramm »Kleine große Liebe« von Chansonsängerin Annett Louisan (Bericht folgt). Bürgermeister Dr. Thomas Stöhr (CDU) und Festspielintendant Claus-Günther Kunzmann ziehen ein positives Fazit einer von vielen Herausforderungen geprägten Festspielsaison, die allen Mitarbeitern große Flexibilität abverlangte.

»Das war eine spannende Saison. Der Spielplan war für 2020 geplant, außer einer Änderung. Das Musical ›Hairspray‹ wurde durch ›Sister Act‹ ersetzt«, informiert Claus-Günther Kunzmann. Begleitet wurde die um eine Woche verlängerte Spielzeit von bangen Fragen wie »Können wir spielen?«, »Wenn ja, unter welchen Bedingungen?« und »Wann können wir wieder den normalen Betrieb starten?«

Die erste Premiere Mitte Mai von »Die unendliche Geschichte« fand als geschlossene Veranstaltung statt. Die zweite Premiere eine Woche später von »Das Dschungelbuch« mit 200 Zuschauern. Ab Ende Juli durften 500 Zuschauer in die Burg. Das bildet sich auch in den Besucherzahlen ab. Kommen in einer »normalen« Saison von Mitte Mai bis Mitte September insgesamt rund 105 000 Besucher zu den Festspielen, so waren es dieses Mal unter Pandemiebedingungen mit 56 200 Zuschauern »nur« gut die Hälfte.

»Das Publikum verlebte in der Wasserburg erneut einen tollen Festspielsommer«, freut sich das Stadtoberhaupt. Er dankte mit Blick auf die Zuschauerzahlen Festspielintendant Kunzmann und allen Mitarbeitern für die am Anfang der Saison nicht absehbare, »sensationelle Entwicklung«.

Der Renner bei den Eigeninszenierungen war mit mehr als 10 000 Zuschauern »Sister Act«. Beim Theater für Kinder und Familien liegt »Das Dschungelbuch« mit rund 10 000 Besuchern klar vorn. Insgesamt sahen die Eigeninszenierungen im Abendprogramm 31 000 Theaterfans. Zu den Generalproben kamen 1000 Besucher. Die Gastspiele am Abend fanden vor 2350 Zuschauern statt und die in der Anzahl reduzierten Gastspiele »sonntags um zwölf« vor 3150 Festspielfans. Das Theater für Kinder und Familien lockte 17 500 in die Burg. In einer Vor-Corona-Saison waren es zwischen 35 000 und 40 000 Kinder und Jugendliche. Zum Spätprogramm stiegen 1200 Besucher in den Theaterkeller hinab. »Wir waren fast immer ausgebucht. Die Inszenierungen stießen auf positive Resonanz bei den Gästen«, ergänzt der Intendant.

Bei Einnahmen über Erwartungen

Bei den Gastspielen wurde teilweise das »Hessentagsprogramm« mit Stars wie Vicky Leandros oder Annett Louisan realisiert. Eine schöne Bestätigung für das Team ist: »Alle Künstler sagen, dass sie wieder zu den Burgfestspielen kommen wollen.« Kämmerer Stöhr ist erfreut über die Höhe der Einnahmen: »Wir haben mehr Karten verkauft als gedacht, wir liegen bei den Besucherzahlen 20 Prozentpunkte über den Erwartungen. Eingenommen haben wir deutlich mehr als eine Million Euro. Kalkuliert hatten wir mit einem Drittel der Einnahmen einer Normalsaison. Die Endabrechnung steht noch aus. Zwar können wir nicht mit Rekordeinnahmen wie in einer Vor-Corona-Saison rechnen, aber es war unter den genannten Bedingungen eine hervorragende Saison.«

Genutzt haben die Veranstalter zur Finanzierung der Burgfestspiele viele Fördertöpfe. So konnten mit Geldern eines Bundesprogramms vier Schirme für den erweiterten Gastronomiebereich vor der Zehntscheune gekauft werden, erklärte Claus-Günther Kunzmann. Bereits im Frühjahr hatte die Stadt die Eingangstüren zur Toilettenanlage vergrößert, um Staus und zu engen Begegnungsverkehr im Ein- und Ausgangsbereich zu verhindern.

»Der Aufwand im Hintergrund für einen reibungslosen Festspielbetrieb war sehr groß. So wurde die Bühne inklusive der Trennwände zweimal umgebaut und das Hygienekonzept mehrfach den geänderten Vorschriften angepasst«, berichtete Kunzmann. Dazu gehörte neben Hygienevorschriften, ein 3-G-Check ab Anfang August und nach Reduzierung der Abstandsvorschriften eine Maskenpflicht beim Theater für Kinder. Einen bravourösen Arbeitseinsatz habe das Team des Kartenbüros hingelegt. Ständig mussten sie aufgrund der veränderten Bestuhlung Plätze »tauschen«. Dann kamen Reservierungslisten hinzu, die jeweils vor den Vorstellungen abtelefoniert werden mussten und ab August Umbuchungen von eineinhalb Vorstellungen pro Tag mit einer Woche Vorlauf.

An das Ensemble und Mitarbeiter ausgegeben wurden Zigtausende Corona-Tests. »Es gab nur wenige Corona-Fälle in der Peripherie. Das alles glimpflich ausgegangen ist, da war auch Glück dabei. Im Juli war ich an einem Punkt angelangt, an dem ich hoffte, dass die Saison bald vorbei ist. Das hatte ich noch nie«, berichtet der Festspielintendant. Am 28. Oktober läuft der Vorverkauf für die 36. Burgfestspielsaison 2022 an. Mehr dazu in Kürze.

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