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Säureangriff

Säureangriff in Bad Vilbel am späten Sonntagabend

  • Ines Dauernheim
    VonInes Dauernheim
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Schock in Bad Vilbel: In der Nacht auf Montag wurden zwei Personen mit Säure angegriffen. Die Täter sind flüchtig.

Ein Paar, das aus einer Bar an der Frankfurter Straße kam, wurde in der Nacht zum Montag gegen 1.15 Uhr mit Säure übergossen. Die beiden wurden mit Verätzungen an der Haut ins Krankenhaus eingeliefert. Die Bad Vilbeler Feuerwehr war mit fast 20 Helfern im Einsatz, um den Tatort von den Säureresten zu befreien. Was war geschehen? Ein 47-Jähriger aus Bad Vilbel und seine 35-jährige Begleiterin kamen aus einer Bar und wollten gerade in ihr Auto einsteigen. Just in diesem Moment kam ein Fremder aus Richtung Grüner Weg auf sie zu. Sofort schüttete der Angreifer eine Flüssigkeit über das Paar.

Der Täter war etwa 20 bis 25 Jahre alt. Er trug eine dunkle Hose, einen grauen Kapuzenpulli, den er ins Gesicht gezogen hatte. Er rief den Opfern etwas auf Deutsch zu. Nach Angaben der Polizei flüchtete der Mann in Richtung Grünen Weg, wo er als Beifahrer in ein Auto stieg.

»Ein solcher Angriff mit Säure ist mir aus der Wetterau bisher nicht bekannt«, sagte Polizeipressesprecherin Sylvia Frech. Die Polizei geht von einem kriminellen Hintergrund zu der Tat aus. »Es sieht nach einem bewussten Angriff aus«, sagt Frech.

Polizeiexperten ermitteln nun, um welche Säure es sich handelte. »Dazu gibt es noch keine Ergebnisse«, erklärt Frech am Montagmittag. Die Proben müssten noch analysiert werden.

Die Bad Vilbeler Feuerwehr rückte zum Tatort aus, um die Reste der Säure, die sich am Auto und auf der Straße befanden, zu beseitigen. Der Vilbeler Wehrführer Mario Migdalski leitete den Einsatz. Rund 20 Feuerwehrleute waren mehr als zwei Stunden damit beschäftigt, die Folgen des Angriffs zu beseitigen.

»Das Ausmaß war eher gering«, beruhigte Migdalski. Schon der beißende Geruch am Tatort habe auf eine Säure hingedeutet. Tests bestätigten die Annahme. Also setzten die Helfer Schaum und viel Wasser ein, das die Säure verdünnte und wegspülte. Anschließend testeten die Feuerwehrleute erneut, ob noch Säure vorhanden ist. »Damit sich morgens beim Gassigehen kein Hund an den Pfoten verletzt«, nimmt der Feuerwehrmann die Dramatik aus dem nächtlichen Einsatz.

Das schäumende Mittel, das eingesetzt wurde, gehöre zur Grundausstattung des Feuerwehrfahrzeugs. »Damit dämmen wir Flüssigkeitsbrände bei Benzin oder Diesel ein«, sagte der Wehrführer. Beim Stichwort »Gefahrgut« sei es normal, dass weitere Feuerwehrexperten aus der Wetterau alarmiert würden. »Sie konnten wir abbestellen, als wir am Einsatzort waren.« Die Helfer seien ohne die speziellen für Gefahrguteinsätze ausgelegten Anzüge ausgekommen. Lediglich diejenigen, die Proben genommen hätten, hätten spezielle Handschuhe getragen, die nach dem Einsatz entsorgt wurden.

Bislang gebe es keine Hinweise darauf, warum es zur Tat kam und von wem sie begangen wurde. Die Polizei sucht Zeugen, die den Säureangriff beobachteten. Wer Hinweise auf den Täter geben kann, ihn vor der Tat beobachtete oder das Fluchtfahrzeug näher beschreiben kann, wird gebeten, sich bei der Bad Vilbeler Polizei zu melden, Telefon: 0 61 01/5 46 00.

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