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»Gemeinsam mit Rücksicht«: Karl-Heinz Diehl vermisst jene Rücksicht immer mal wieder auf dem neu ausgebauten Nidda-Radweg in Bad Vilbel.

Karl-Heinz Diehl macht sich Sorgen

Rücksichtslose Radweg-Raser an der Nidda? „Fahren teils wie die Bekloppten“

  • VonNiklas Mag
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Der neu ausgebaute Nidda-Radweg ist für viele Bad Vilbeler eine tolle Sache. Der Weg nach Frankfurt ist kürzer geworden, Ausflugsfahrten in die Wetterau funktionieren auch nach Regentagen ohne Matschpfützen auf der Strecke. Doch bringt der breite Radweg auch Probleme mit sich, die Karl-Heinz Diehl Sorgenfalten bereiten.

Bad Vilbel – Karl-Heinz Diehl ist in Bad Vilbel bekannt als Weltenbummler, der kaum eine Ecke auf dem Erdball noch nicht gesehen hat. Doch auch die heimischen Regionen besucht der Vilbeler gerne und leitet deshalb gemeinsam mit Hans-Rolf Kunzmann die Radtour-Gruppe des Bildungsforums Dortelweil. Als Viel-Radler sind Karl-Heinz Diehl bereits im Sommer 2020 gewisse Dinge aufgefallen: »Die Situation hat sich im vergangenen Jahr leider nicht verbessert. Es kommt immer wieder zu gefährlichen Situationen auf dem Nidda-Radweg«, moniert er.

Vor einem Jahr hatte Diehl im Gespräch mit dieser Zeitung seine Bedenken geäußert. Die Stadt Bad Vilbel hatte Schilder am Weg aufgehängt, die für gegenseitige Rücksichtnahme werben, und vor der Sommerpause der Politik wurde eine Leinenpflicht für Hunde auf den Radwegen auf den Weg gebracht.

Bad Vilbel „Größtes Problem sind die Rennradfahrer“

Doch sind es vor allem die Zweibeiner, die sich an ihre Nase fassen müssen, findet Diehl: »Das größte Problem sind die Rennradfahrer. Die haben keine Klingel, rasen mit hohem Tempo an allen vorbei.« Immer wieder habe er Situationen gesehen, wo beispielsweise kleine Kinder plötzlich nach links ausbrechen, weil sie zu einer Ente laufen wollen, und ein Rennradler gerade noch ausweichen konnte. »Die fahren teilweise wie die Bekloppten«, schmipft Diehl. »Da kann man nur an die Rücksichtnahme appellieren.«

Doch seien es nicht nur die Rennradfahrer, die den Nidda-Radweg teils gefährlich machen. Fußgänger mit Kopfhörern gehörten auch dazu. »Das hatte ich schon öfter. Jemand läuft mit Kopfhörern in der Mitte des Weges, hört die Klingel nicht und man muss absteigen oder so weiträumig außen herum fahren, dass die Person, auch wenn sie einen plötzlichen Schlenker zur Seite macht, nicht plötzlich vor das Rad läuft.«

Stadt Bad Vilbel sieht wenig Möglichkeiten, am Nidda-Radweg einzugreifen

Auch ein Bitte und Danke fehle gänzlich auf dem Radweg, moniert Karl-Heinz Diehl. Er hoffe darauf, dass sich das Verhalten der Nutzer des Wegs ändere, bevor es zu einem wirklich schlimmen Unfall kommt. »Abgesehen von diesem Problem ist der Radweg ja an sich eine wirklich tolle Sache. Wunderbar ausgebaut und toll gemacht. Da hat die Stadt jedes Lob verdient«, meint Diehl. Doch wie kann Rasern und Rücksichtslosigkeiten auf dem Nidda-Radweg vorgebeugt werden?

Matthias Stengel, Fachbereichsleiter Öffentliche Sicherheit und Ordnung, sieht wenig Möglichkeiten für die Stadt, aktiv in das Geschehen auf dem Weg einzugreifen: »Zur allgemeinen Situation auf dem Niddaradweg führe ich aus, dass die Teilnahme am Straßenverkehr - wozu auch die Rad- und Gehwege gehören - ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht erfordert«, erklärt Stengel. »Wer am Verkehr teilnimmt, hat sich so zu verhalten, dass kein anderer geschädigt oder mehr als nach den Umständen unvermeidbar behindert oder belästigt wird.«

Keine Klingelpflicht am Nidda-Radweg in Bad Vilbel

Das stehe bereits im ersten Paragraf der Straßenverkehrsordnung. »Der Straßenverkehrsbehörde liegen derzeit keine Erkenntnisse über eine Unfallhäufung auf den die Nidda begleitenden Geh- und Radwegen vor, die dann die Prüfung von Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit nach sich ziehen würde.«

Die Stadt Bad Vilbel habe ohne jedwede Rechtsfolge Hinweisschilder aufgestellt, die an die genannte Grundregel erinnern sollen. Weitergehende Maßnahmen seien derzeit nicht geplant. Eine Klingelpflicht einzuführen, ist nicht zulässig, meint Stengel, Fahrräder müssten aber immer mit einer hell tönenden Glocke ausgerüstet sein.

Auch das regelt das Gesetz, die Nutzung der Klingel hingegen nicht: »Fahrer sind allerdings nicht verpflichtet, andere durch Schallzeichen zu warnen. Es bleibt dem Führer des Fahrrades vorbehalten, ob es sich um eine Situation handelt, die den Einsatz der Fahrradglocke rechtfertigen würde.«

Drei Meter breit

Entlang der Nidda ist Bad Vilbel durch einen drei Meter breiten Fahrradweg verbunden. Sitzgelegenheiten finden sich in regelmäßigen Abständen und der Weg ist auch bei Nässe und Regen gut befahrbar. Im vergangenen Jahr wurde in Dortelweil der Bodirsky-Steg durch eine breitere Brücke ersetzt und der Weg am Sportplatz vorbeigeführt, statt wie zuvor am nördlichen Nidda-Ufer. nma

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