Rollenspiel für Menschenrechte

»Die Würde des Menschen ist unantastbar«, heißt es in Artikel 1 des Grundgesetzes. Dieses Gebot ist in unserer Demokratie manifestiert und für alle Zeiten unabänderlich. Die Gründerväter der Bundesrepublik Deutschland wussten 1949 nur zu genau, dass sich diesem Artikel alles andere unterzuordnen hatte. Zu frisch waren die Wunden, die das Nazi-Regime geschlagen hatte. Viele Städte lagen noch in Trümmern. Und die Aufarbeitung der Unmenschlichkeit hatte gerade erst begonnen.

Von JSL

»Die Würde des Menschen ist unantastbar«, heißt es in Artikel 1 des Grundgesetzes. Dieses Gebot ist in unserer Demokratie manifestiert und für alle Zeiten unabänderlich. Die Gründerväter der Bundesrepublik Deutschland wussten 1949 nur zu genau, dass sich diesem Artikel alles andere unterzuordnen hatte. Zu frisch waren die Wunden, die das Nazi-Regime geschlagen hatte. Viele Städte lagen noch in Trümmern. Und die Aufarbeitung der Unmenschlichkeit hatte gerade erst begonnen.

Menschen, die unter ihrer Würde leben müssen, gibt es aber auch heutzutage reichlich. Religiöse und ethnische Konflikte sind dafür ebenso Ursachen wie wirtschaftliche Not und soziale Ungerechtigkeiten. Dies ist ein Problem, das auch unsere Gesellschaft betrifft. Aus diesem Grund hat man sich am Georg-Büchner-Gymnasium (GBG) Gedanken gemacht, wie man dieses Thema angehen könnte. »Damit stehen wir ganz in der Tradition unseres Namensgebers«, meint Schulleiterin Claudia Kamm. »Kräfte lassen sich nicht mitteilen, sondern nur wecken. Um das Demokratieempfinden unserer Schülerinnen und Schüler zu fördern, wollen wir einen Menschenrechtstag über Jahre hinweg etablieren.

« Sie bedankte sich beim gesamten Lehrerkollegium, vor allem bei dem Organisationsteam Silke Schellhaaß, Elly Eise und Michael Reißfelder.

Keine Werbung für Bundeswehr

»Wissen ist die Grundlage«, führte Schellhaaß die Aussage der Rektorin fort. »Wir möchten, dass Demokratie gelebt wird. Unsere Schüler sollen lernen, über den Tellerrand hinauszublicken. Projekte aus allen Gesellschaftsbereichen sollen aktiv gestaltet werden. Demokratie und Rechtsstaat sind dabei natürlich die zentralen Themen.«

Ganz im Sinne Büchners kam die Idee auf, einen Projekttag »Menschenrechte« zu organisieren. Am vergangenen Mittwoch zeigten die einzelnen Klassen und Lerngruppen ihre Beiträge. Dabei wurde neben interkulturellen und interreligiösen Problemen auch die ganze Palette an Menschenrechtsverletzungen deutlich aufgezeigt. Diskriminierung, Vertreibung, Völkermord, Folter, Todesstrafe waren Themenpunkte, mit denen sich die Schülerinnen und Schüler der verschiedenen Jahrgangsstufen beschäftigten. Aktuelle Konflikte wie der Bürgerkrieg in Syrien und die damit verbundenen Menschenrechtsverletzungen standen im Blickfeld. Nach Lösungsansätzen wurde gesucht. Eine zentrale Frage lautete: »Kann ich selbst etwas bewegen?«

Die Oberstufenklassen Q2e (Elly Eise) und E2a (Stefan Mey) beschäftigten sich schwerpunktmäßig mit der Simulation Pol&IS (Politik und internationale Sicherheit). Diplom-Pädagoge und Jugendoffizier der Bundeswehr Marius André als Leiter betonte, dass er von den Schulen eingeladen werde, um internationale Sicherheitspolitik anschaulich zu machen. »Es geht uns um Bildung und nicht um Werbung für die Bundeswehr«, stellte Klassenlehrerin Eise klar.

In einer Art Rollenspiel inszenieren die Schüler eine UN-Generalversammlung mit Neuvorstellung des Generalsekretärs, Vorträgen, Abstimmung. Ein Sicherheitskonflikt soll gelöst werden. Jeder Tisch im Klassenzimmer symbolisiert ein Land, bestehend aus Regierungschef und Staatsminister; dazu kommen Vertreter von Weltpresse und Amnesty International. Jedes Land hält eine kurze Rede, zu der anschließend von allen Seiten Fragen gestellt werden können. »Diese Simulation führen wir zum ersten Mal durch«, sagte PoWi-Lehrerin Eise. »Sie wird von den Schülerinnen und Schülern gut angenommen und umgesetzt.«

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