Bürgerbeteiligung

Rockkonzerte im Vibeler Kurhaus?

  • VonJürgen Schenk
    schließen

Wird das fast 90 Jahre alte Bad Vilbeler Kurhaus ein neuer Treffpunkt für Konzerte, Kongresse, Parteitage und Märkte? Erste Ideen für das traditionsreiche Gebäude wurden jetzt vorgestellt.

hat seine Schmuckstücke. Eines davon ist das Kurhaus. Es steht zurzeit im Mittelpunkt des Interesses. Das 1927/28 als Volkshaus errichtete Gebäude hat längst nicht mehr die Bedeutung, die es verdient. Mit dem Putz bröckelt der Glanz vergangener Tage. Geht es nach den Plänen der Stadt Bad Vilbel und den Wünschen vieler Bürger, wird sich das bald ändern. Ähnlich dem Kultur- und Sportforum in Dortelweil, soll das Kurhaus zu einer multifunktionalen Stadthalle umgebaut werden. Mit dem Vorteil, dass das Gebäude an einem zentralen Punkt in der Kernstadt liegt. Die historische Bausubstanz soll erhalten und saniert werden. Klar, dass diese Pläne mit dem Hessentag 2020 zusammenhängen, für den sich die Stadt beworben hat. Rund 70 Gäste kamen, als am Montagabend das Projekt in der Stadtbibliothek von Kulturamtsleiter Claus-Günther Kunzmann und Bürgermeister Dr. Thomas Stöhr (CDU) vorgestellt wurde.

»Das Kurhaus ist aufgrund seines Baujahres und seiner Geschichte das zentrale Element der Stadt«, sagte Stöhr. »Das Gebäude soll nicht nur Zentrum der neuen Mitte, sondern auch Mittelpunkt unseres Hessentagsprojekts sein. Dafür stehen wir immer im Dialog mit der Bevölkerung.«

Wie soll das Kurhaus der Zukunft aussehen? Wie ist der Planungsstand? Informationen dazu gab Kunzmann. Studenten der TU Darmstadt würden in die Planungen mit einbezogen. Verschiedene Architektenbüros sollen bald Entwürfe vorlegen. »Die Stadt Bad Vilbel hat sich einen Mittelpunkt gegeben, eine lebenswerte Innenstadt. Das ist eine Qualität, die dafür sorgt, dass immer mehr Besucher zu uns kommen.«

Von Theater bis Parteitag

Mit dem Kurhaus hat Bad Vilbel Großes vor. Kunzmann nennt eine ganze Liste von Veranstaltungen, die nach dem Umbau abgedeckt werden könnten: Kongresse und Tagungen, auch über mehrere Tage, deswegen wolle man ein Hotel und eine Tiefgarage anlegen; Seminare, Workshops, Synoden, Konferenzen, Parteitage, Künstlermärkte, kleinere Messen. Durch die variable Inneneinrichtung und mit der richtigen Architektur könnten Klassik-und Rockkonzerte ebenso angeboten werden wie Theater- und Musical-Aufführungen. »Alles querbeet«, sagte Kunzmann.

Ein Anbau sei vorgesehen, dort wo jetzt noch das Kurmittelhaus steht. Das eigentliche Kurhaus wird gleichzeitig in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzt. Herzstück des Anbaus wäre ein Saal mit 700 Quadratmetern Grundfläche, teilbar in drei Drittel, mit Bühnen, Garderoben, Aufzug, Regieraum und Nebenräumen. Der barrierefreie Übergang zum alten Kurhaus ist an der Stelle geplant, wo heute die Glasveranda steht.

»Die Stahltreppen werden verschwinden, im Innern müssen weitere Fluchttreppen gebaut werden«, erklärte Kunzmann. »Das alte Haus steht unter Denkmalschutz. Darauf muss immer geachtet werden. Es ist eines der letzten Kurhäuser in unserer Gegend, die heute noch stehen.«

»Wunschdenken«, konterte ein Zuhörer. »Wenn’s klappt, sieht’s wegen dem Denkmalschutz ganz anders aus.« Ein anderer urteilte über die Ideen: »Super.« Der größte Teil der Anwesenden scheint dem Projekt positiv gegenüberzustehen. Leichtes Rumoren war nur bei der Frage nach dem Termin zu hören. Wenn man den Zuschlag für den Hessentag erhalte, solle alles bis 2020 fertig sein, erläuterte Stöhr. Mit dem Abriss des Kurmittelhauses und Hallenbades könne zur Jahresmitte 2018 begonnen werden.

Vorteile für Vereine

Bei der Frage nach den Nutzungskosten waren sich Stöhr und Kunzmann einig. Ein derartiges Vorhaben koste natürlich etwas. Daher müssten aus der künftigen Stadthalle Einnahmen generiert werden. Bei ehrenamtlichen Veranstaltungen versuche man aber alles beim Alten zu belassen. Gewerbetreibende müssen sich wohl mit einer anderen Lösung anfreunden. »Wir haben noch viel vor in Bad Vilbel«, sagte Stöhr.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare