Unter Naturschutz

Rebhühner verzögern Therme in Bad Vilbel

  • Holger Pegelow
    vonHolger Pegelow
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Das Rebhuhn kommt in der Wetterau nicht allzu oft vor. Aber ausgerechnet dort, wo das Bad Vilbeler Thermenparadies gebaut werden soll, leben vier dieser Tierchen. Was nun?

Auf den Feldern zwischen der B3-Abfahrt und dem Bad Vilbeler Schulzentrum sollten eigentlich schon die Bagger rollen. Denn auf dem Gelände sollte seit dem späten Frühjahr mit dem ersten Gebäude der neuen Bad Vilbeler Badewelt begonnen werden. Aber im verlängerten Massenheimer Weg ist noch alles ruhig. Und das hat seinen Grund. »Das naturschutzrechtliche Verfahren ist noch nicht abgeschlossen«, heißt es auf WZ-Nachfrage. Was sich dahinter verbirgt: Auf dem Gelände leben zwei Rebhuhnpärchen. Und bis geklärt ist, was mit ihnen werden soll, kann noch keine einzige Baumaschine anrollen.

Dabei sind schon vielfältige Vorbereitungen getroffen worden. So hat die Landesstraßenbehörde Hessen Mobil mittlerweile die sogenannte Sondernutzungserlaubnis an die Wund-Gruppe Friedrichshafen erteilt. Damit hätten die Investoren grünes Licht für den Bau einer eigenen Zufahrt von der Bundesstraße 3 zur Großbaustelle hinter dem Schulzentrum.

Eigene Abfahrt zur Baustelle

Laut Hessen-Mobil-Sprecherin Cornelia Höhl handelt es sich um eine zeitlich befristete reine Baustellen-»Abfahrt« von der Rampe der B 3 in Richtung der geplanten Therme. Zurück gehe es über das städtische Straßennetz. Die Genehmigung sei zeitlich befristet: vom 1. Juni 2017 bis 31. Dezember 2019. Der von Hessen Mobil unterzeichnete Vertrag liege den Investoren zur Unterschrift vor, sei aber von dort noch nicht zurückgekommen.

In diese Lösung eingebunden war auch die städtische Straßenverkehrsbehörde. Nach Angaben von Stadtsprecher Yannick Schwander sei mit der Wund-Gruppe vereinbart worden, dass diese zunächst jedoch den Ersatzschulweg »Massenheimer Weg« bauen werde, sodass der Schulweg stets gesichert wäre. Schwander zur WZ: Ein Teil des Schulweges würde nämlich über die Baustelle verlaufen. Da man dies nicht wolle, müssten die Investoren zunächst einen beleuchteten Weg entlang der Baustelle bauen.

Die sogenannte Sondernutzungserlaubnis sieht vor, dass die Investoren eng mit der Straßenmeisterei in Friedberg zusammenarbeiten müssen. Die Bad Vilbeler Straßenverkehrsbehörde ist dagegen für die Beschilderung zuständig. Erst wenn mit der Einrichtung der Baustelle begonnen werde, werde man seitens der Stadt die notwendige Beschilderung vornehmen. Schwander erläutert, dass die Zufahrt zur Baustelle von der B3 her erfolgen werde, die Abfahrt der Fahrzeuge geschehe jedoch über die Homburger Straße oder auf kurzem Weg bis zur nächsten Auffahrt der B 3.

Doch all das ist noch nicht in Sicht. Grund: Zunächst muss geklärt werden, was mit den Rebühnern passiert. Das Verfahren läuft über die Untere Naturschutzbehörde des Wetteraukreises. Offenbar ist das Thema komplex, denn erst jüngst hat sich Pressesprecher Michael Elsaß geweigert, eine Prognose abzugeben, wann die förmlichen Voraussetzungen abgeschlossen sind. Eine neuerliche Stellungnahme war bis Redaktionsschluss dieser Ausgabe nicht mehr zu erhalten.

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