Oldtimer-Treffen

Raritäten rollen durch Massenheim

  • vonJürgen W. Niehoff
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Viele Hingucker waren beim 25. Massenheimer Oldtimer-Treffen zu Gast: Ein Adenauer-Mercedes, etliche Porsche, Ford-Cobra oder alte Militärfahrzeuge.

Großes Zuschauerinteresse herrschte beim Jubiläums-Oldtimer-Treffen in Massenheim. Mehr Zurückhaltung übten in diesem Jahr hingegen die Oldtimer-Besitzer. Dabei war das Wetter für so ein Treffen geradezu ideal. Nicht zu kalt und nicht zu heiß. Was störte, waren lediglich die gelegentlichen Regentropfen, die knallharten Oldtimer-Fans störte das wenig.

Bereits zum 25. Mal bot Massenheim ein Stelldichein für historische Autos, Radliebhaber und Traktoristen. »Die Idee nach dem Feuerwehrfest, dem Brunnfest, einen Tag später ein weiteres Fest anzuschließen, kam mir 1992. Da ich Autoliebhaber bin, schlug ich ein Oldtimer-Treffen vor«, erzählt der 45-jährige Andreas Bauditz von der Feuerwehr. Zum ersten Treffen kamen 40 Fahrzeuge. 650 Fahrzeuge wurden im Vorjahr auf gezählt.

Das Oldtimer-Treffen war als Verlängerung des Feuerwehrfestes gedacht und deshalb wird auch heute weder Eintrittsgeld noch Stand- oder Anmeldegebühr verlangt.

»Irgendwie haben wir ja alle einen Faible für Autos oder interessieren uns zumindest für die Mobilität. Deshalb kommen zu unserem Treffen auch nicht nur Männer in ölverschmierten Klamotten und dreckigen Fingernägeln, sondern es ist eine Veranstaltung für die ganze Familie«, erklärt Bauditz. Er arbeitet als Ingenieur bei einer Autofirma und besitzt selbst sechs Oldtimer, die er in seiner Freizeit aufarbeitet.

Dass bei dem Treffen nicht nur Kenner unter sich waren, war bei vielen Gesprächsfetzen zu vernehmen. »Komm, ich zeige dir das Auto, das ich schon immer wollte«, versuchte eine Frau ihren Partner von einer Neuanschaffung zu überzeugen. Oder: »Papa, komm, der Porsche ist doch viel zu alt. Lass uns lieber zu dem Ford-Cobra gehen. Da ist mehr Feuer drin«, redete ein etwa Sechsjähriger auf seinen Vater ein.

Der Cobra war schon deutlich älter als 30 Jahre, dem Mindestalter für Fahrzeuge bei diesem Treffen. Ganz so alt war die Daimler Motorkutsche von dem 74-jährigen Karl-Heinz Pfeffer zwar noch nicht. Im Gegenteil, Pfeffer hat seine Droschke erst in den Jahren 2008 bis 2012 zusammengebaut. Als Modell hat ihm dafür ein Fahrzeug aus dem 1888 gestanden, von dem er durch Zufall die alten Baupläne erhalten hatte.

Vier Jahre Arbeit, aber nicht einmal 5 000 Euro hat der gelernte Werkzeugmacher-Meister in das Fahrzeug investiert. »Heute rennt mir dauernd ein Russe mit einem Packen Geldscheine hinter her und bietet mir 60 000 Euro dafür«, erzählt er. »Das Fahrzeug ist unverkäuflich. Es ist meine Liebe«, macht der 74-Jährige aus Homburg deutlich.

Ähnliche Gefühle hegt auch der 78-jährige Karl-Heinz Sauer aus Frankfurt für seinen Oldtimer Baujahr 1961. Dabei handelt es sich um einen 300er Dienstmercedes, im Volksmund unter »Adenauer-Mercedes« bekannt. 1990 hat ihn Sauer in den USA ersteigert. »Leider hatte ich ihn mir zuvor nicht angesehen, denn die anschließende Restauration hat mich ein kleines Vermögen gekostet.« Bis auf die Ledersitze und das passende Kofferset, die beide noch Original sind, wurde alles von Grund auf überholt. Heute holt Sauer seinen Mercedes gelegentlich aus der Garage. Bei einem Verbrauch von 18 bis 25 Liter auf hundert Kilometer halten sich solche Ausflugsfahrten jedoch in Grenzen.

Tobias Stütz restauriert amerikanische Fahrzeuge. Zurzeit unterhält er einen Cadillac aus dem Jahr 1956 und einen Buick, ebenfalls 1956er Baujahr, den seine Ehefrau fährt. »Es ist kein Fahren, sondern eher ein Gleiten und Genießen, wenn man mit diesen alten Autos fährt«, verrät er.

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