Mit raffinierten Arrangements

  • schließen

Wer schon immer eine Reise durch Amerika machen wollte, war am Wochenende bei den Jahreskonzerten der Stadtkapelle Bad Vilbel im Kultur- und Sportforum Dortelweil richtig. Die Musiker aus vier Orchestern nahmen ihr Publikum musikalisch mit durch das Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Wer schon immer eine Reise durch Amerika machen wollte, war am Wochenende bei den Jahreskonzerten der Stadtkapelle Bad Vilbel im Kultur- und Sportforum Dortelweil richtig. Die Musiker aus vier Orchestern nahmen ihr Publikum musikalisch mit durch das Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Dessen Facettenreichtum und Widersprüche spiegelten sich im Programm, das Querflötistin Christina Wolff moderierte. Beim ersten Konzert am Samstag begrüßten die Gäste 25 Musiker aus dem altersübergreifenden Schülerorchester. Dirigent Simon Gößling interpretierte gekonnt mit seinen Schülern die 1994 komponierte "Cascada Festival Ouvertüre" von Mark Williams, den Song von James Kazik "Best Day Of My Life" und die Filmmusik "Remember Me" von Ernesto de la Cruz aus dem World Disney Fantasyfilm "Coco".

Das sind die Nachwuchstalente

Am Sonntag wurden die Zuhörer von gleich zwei Nachwuchsgruppen begrüßt. Es waren die von Grudrun Werner geleitete Blockflötengruppe und das von Gößling dirigierte Miniorchester. Die Blockflötengruppe begeisterte unter anderem mit der Filmmusik "Wer hat an der Uhr gedreht" aus "Paulchen Panther", das Miniorchester mit dem "Beetle Blues" von Jacob de Haan. Danach gehörte die Bühne jeweils dem Hauptorchester.

Die 60 unter Leitung von René Wilhelm spielenden Musiker füllten die große Bühne komplett aus. Ihr anspruchsvolles Repertoire haben die Musiker ein halbes Jahr lang einstudiert. "Wir spielen heute in großer Besetzung von der Piccoloflöte übers Englischhorn bis zu Kontrafagott und Klavier", kündigte Dirigent René Wilhelm an. Vor allem für die Klarinetten stellte das Programm der "Musikalischen Zeitreise durch Amerika" eine Herausforderung dar. "Alle unsere heute Abend gespielten Kompositionen werden in Deutschland selten gespielt. Zu hören ist eine ungewöhnliche Klangsprache, die aber gut zeigt, dass ein Blasorchester das Medium mit sehr vielen Klangfarben ist", betonte Dirigent Wilhelm. Den ersten Konzertteil hatten die Musiker zeitgenössischer Musik verstorbener Komponisten gewidmet. Den Frühling begrüßte das Hauptorchester mit der "Springtime Celebration" von Alfred Reed. Das romantische Thema des Mittelteils lassen erst die Hörner erklingen. In schweifender Harmonik steigert es sich zu einem großen Orchestertutti bis zum brillanten Abschluss. Mit "On This Bright Morning" von David Maslanka spielten die Musiker, wie es die Moderatorin umschrieb, "ein Werk mit unglaublicher Leuchtkraft". Das bedeutende Werk der sinfonischen Blasmusik "Psalm For Band" von Vincent Persichetti bestach durch ungewöhnliche Harmonien.

Klänge aus Star Wars

Im zweiten Konzertteil bestand das abwechslungsreiche Repertoire aus einer beschwingten Mischung von Filmmusik wie der Komposition "Fate of the Gods" von Steve Reineke und leichter symphonischer Blasmusik wie der "Appalachian Overtüre, op. 51" von James Barnes. Nicht fehlen durfte die von John Williams komponierte Filmmusik aus "The Star Wars Epic", die den Kampf zwischen Gut und Böse musikalisch effektvoll umsetzt. Versüßt wurde das Ganze mit einem "Löffelchen voll Zucker" vom bekanntesten Kindermädchen der Welt, Mary Poppins. Mit den beschwingten Liedern aus dem Disney-Werk schuf Alfred Reed ein Arrangement, das die Farben des Blasorchesters gut zur Geltung brachte. Die Zugabe wurde mit "Englishman in New York" von Sting gegeben. Hier spielte Markus Ludwig das Solo auf seinem Sopransaxofon. Der 43-Jährige ist seit 2004 Musiker der Stadtkapelle Bad Vilbel und meisterte seinen erstes anspruchsvolles Solo bravourös.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare