Eine neue Rampe ermöglicht eine ampelfreie Querungsmöglichkeit für die viel befahrene Büdinger Straße. ARCHIVFOTO: PEGELOW
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Eine neue Rampe ermöglicht eine ampelfreie Querungsmöglichkeit für die viel befahrene Büdinger Straße. ARCHIVFOTO: PEGELOW

Radwegausbau

Radwegausbau in Bad Vilbel: "Ziel noch lange nicht erreicht"

  • vonJürgen W. Niehoff
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Mit der Sanierung und dem Ausbau des innerstädtischen Radwegenetzes kommt Bad Vilbel gut voran. Doch ist das Ziel noch lange nicht erreicht, das räumt selbst der Erste Stadtrat Sebastian Wysocki (CDU) ein.

Mit der Sanierung und dem Ausbau des innerstädtischen Radwegenetzes kommt die Stadt gut voran. Doch ist das Ziel noch lange nicht erreicht, das räumt selbst Bad Vilbels Erster Stadtrat Sebastian Wysocki (CDU) ein. Auf der jüngsten Sitzung des Planungs-, Bau- und Umweltausschusses gab der Erste Stadtrat einen umfassenden Überblick über den gegenwärtigen Stand aller Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Ausbau des Radwegenetzes in Bad Vilbel.

4,2-Millionen-Euro-Investition

An 27 Stellen wurde in den vergangenen Wochen und Monaten das innerstädtische Radwegenetz ausgebessert, neu angelegt, aber auch umgelegt. Nicht nur die Radwege, auch die Beschilderung der Wege war nicht mehr zeitgemäß. Da sie aus den 90er Jahren stammt, waren die Schilder teilweise defekt oder führte in die Irre. Hinzu kommt, dass mittlerweile auch überregionale Fahrradrouten durch Bad Vilbel führen. Um hier ein einheitliches Bild bieten zu können, und zwar für den gesamten Wetteraukreis, übernimmt der Kreis die Kosten für die Beschilderung. In Bad Vilbel wird damit der Anfang gemacht. Wysocki ging dann auch auf die zum Teil immer noch unterschiedlichen Lösungen von Radverkehrsanlagen im Stadtgebiet ein. Seit dem Sommer 2016 werde daran gearbeitet und seit Fertigstellung des Radverkehrskonzeptes im August 2017 durch ein externes Ingenieurbüro werde dieses Schritt für Schritt nun umgesetzt.

Wie ernst die Stadt es mit der Realisierung des Konzeptes meine, zeige allein die Tatsache, so Wysocki weiter, dass in diesem und im kommenden Jahr Investitionen in den Radverkehr in rekordverdächtiger Höhe von 4,2 Millionen Euro geplant seien. Als eine der größeren Maßnahmen nannte der Stadtrat den Radweg durch den Quellenpark. Auf einer Länge von 1018 Metern und in einer Breite von 5,50 Meter wird der Weg für eine getrennte Nutzung von Fußgängern und Radfahrern ausgebaut. Hinzukommen fünf Verbindungen zu den Gebieten östlich und westlich der Haupttrasse, die als gemeinsame Geh- und Radwege mit einer Breite von drei Metern ausgebaut werden. Innerhalb der bebauten Ortslage wird der Weg beleuchtet, sodass er gefahrlos auch in den Abend- und Nachtstunden genutzt werden kann.

Weitere Maßnahmen, die auch den Fahrradfahrern zugutekommen, sind der Ausbau des Plattenweges auf dem Heilsberg für rund 400 000 Euro und der des Dortelweiler Weges in Massenheim für noch einmal 430 000 Euro. Mit über einer Million Euro schlägt sogar in Dortelweil die Lückenschließung des Niddaradweges und der Bau der Radfahrbrücke, die den Bodirsky-Steg ersetzen soll, zu Buche. Außerdem steht in Dortelweil der Ausbau des Pappelwegs mit Unterstützung des Wetteraukreises, gemeinsam mit der Stadt Karben an. In Gronau plant Hessen Mobil einen straßenbegleitenden Radweg entlang der L 3008 nach Niederdorfelden.

Diskussion um Überquerung

Eine weitere Maßnahme an der L 3008, nämlich deren rund vier Meter breite Überquerung, vorgesehen lediglich für Fußgänger und Radfahrer, sorgte anschließend für eine lebhafte Diskussion im Ausschuss. 890 000 Euro soll die Brücke kosten. Aufbringen muss die Kosten allein die Stadt. "Müssen wir dafür wirklich so viel Geld in die Hand nehmen, nur weil einige wenige die knapp 300 Meter über die Ampelanlage scheuen?", kam prompt die Frage aus den Reihen der SPD. So wenige seien das gar nicht, konterte Wysocki. Schließlich entstünde in diesem Bereich gerade ein neues Wohngebiet mit rund 330 Wohneinheiten.

Der Ausschussvorsitzende Jens Völker (CDU) regte noch an, dass der Bericht über die Baumaßnahmen zukünftig auf Stadtteile oder auf einzelne Routen begrenzt werden soll. "Es ist ja lobenswert, wenn die Stadt so viel für die Radfahrer macht. Aber wir hier im Ausschuss müssen das auch nachvollziehen können. Und das ist bei der Menge gar nicht möglich", sagte Völker. Wysocki versprach "Besserung", Zukünftig werde er nur abschnittsweise, dafür aber öfter und regelmäßig berichtet.

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