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Kein Platz für Radler: Der ADFC kritisiert die Stadt in einem offenen Brief. Grund ist die Baustelle in der Wiesengasse.

Offener Brief

Radler kritisieren Baustelle

  • vonNiklas Mag
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In der Wiesengasse wird gebaut. Gar nicht glücklich darüber ist der ADFC, er kritisiert die Verkehrsführung der Umleitungen als auch die Beschilderungen. Die Stadt reagiert enttäuscht auf die Kritik.

Die Straße in der Wiesengasse ist aufgerissen und von Absperrungen umgeben. Eine schnelle Verbindung mit der Kasseler Straße und dem Niddaufer ist hier nicht gegeben. Wobei neben den Bauabsperrungen genug Platz ist, um ein Fahrrad hindurchzuschieben. Der Allgemeine Deutsche Fahradclug (ADFC) Bad Vilbel ist jedoch wenig begeistert von der Umsetzung der Baustelle: »Die Gesamtsituation nach der Sperrung der Wiesengasse vermittelt nicht den Eindruck, als sei ihr eine sorgfältige fachkundige Planung vorausgegangen, wie sie in einschlägigen Regelwerken gefordert wird«, teilt Ute Gräber-Seißinger, Vorsitzende des ADFC Bad Vilbel in einem offenen Brief mit.

Beschilderung verbessern

Die Radfahrer betrachten die Verkehrsführung mit Sorge, eine Umleitungsbeschilderung fehle nämlich gänzlich. »Darüber hinaus enthält die Radwege-Empfehlung der Stadt Bad Vilbel einen gravierenden Fehler. Die Radverkehrsführung zwischen dem Schulzentrum und der Stadtmitte an den beiden Kreisverkehrsanlagen rechts und links der Bahngleise steht nicht im Einklang mit den Bestimmungen der Straßenverkehrsordung«, kritisiert der Radfahrclub.

Dort müsste das Schild »Radfahrer absteigen« aufgestellt werden. Der ADFC fordert in dem offenen Brief die Überarbeitung der Radwege-Empfehlung, eine adäquate Beschilderung der Umleitungsstrecken in alle Richtungen und eine regelmäßige Überprüfung der Verkehrswege und der Beschilderungen.

»Bedenken Sie, dass die Wiesengasse Bestandteil der städtischen Schulwege ist. Die Bürgerinnen und Bürger Bad Vilbels haben unseres Erachtens einen Anspruch auf sichere Radwege für Menschen von acht bis 80 Jahren«, appelliert der ADFC.

Alternative Routen sind bekannt

Im Rathaus ist man recht irritiert wegen der harschen Kritik der Fahrradfahrer. Stadtsprecher Yannick Schwander sagt auf Anfrage dieser Zeitung: »Wir sprechen solche Dinge vorher mit allen Interessensgruppen ab. Auch mit dem ADFC gab es im Zuge der Planung der Baustelle im März eine Videokonferenz.«

Die Schulen hätten allesamt einen Umleitungsplan erhalten, damit sicher ist, dass die Kinder wissen, welche alternativen Routen sie nutzen können. »Auch der Schwarze Weg ist mittlerweile wieder frei und bietet die Möglichkeit von der Kasseler Straße in Richtung Kurpark abzubiegen«, erklärt Schwander. Radfahrer und Fußgänger hätten es generell nicht schwer, andere Wege zu finden.

»Ganz davon abgesehen, kann man die Wiesengasse auch während sich dort die Baustelle befindet weiter passieren. An den Seiten auf den Gehwegen ist genug Platz, um das Fahrrad durchzuschieben.« Was die Beschilderung angehe, nehme man sich die Kritik vom ADFC zu Herzen.

»Das wollen wir verbessern«, kündigt Stadtsprecher Schwander an. Generell sei es für die Stadt bei solchen Baustellen immer wichtig, alle Verkehrsteilnehmer mitzunehmen. Die harsche und öffentliche Form der Kritik könne man nicht ganz nachvollziehen, da sich wenige konstruktive Ansätze im Brief befänden und man bereits im Vorfeld der Bauarbeiten mit dem ADFC per Videokonferenz gesprochen hatte.

Kreis bietet Stadtradeln an

Vorerst bietet die ADFC Ortsgruppe noch keine geführten Radtouren an. Auch die sonst zum Start in die Radfahrsaison angebotene Codieraktion könne unter Pandemiebedingungen nicht angeboten werden, heißt es im ersten Newsletter des ADFC des Jahres. Darin laden die Radler dazu ein, sich am Stadtradeln des Wetteraukreises zu beteiligen. Dazu habe der ADFC Bad Vilbel/Karben eigens ein Team gegründet.

Der Wetteraukreis habe sich als Zeitraum zum Kilometersammeln die Tage vom 10. bis zum 30. Mai ausgesucht.

Das Konzept sei dabei, dass drei Wochen lang für ein gutes Klima geradelt werde. Das Auto könne in der Zeit stehen gelassen werden und dafür aufs Rad gestiegen werden. Das biete sich insbesondere zur Überbrückung von Entfernungen im Nahbereich an. Auf diese Weise würden sich CO2-Emissionen vermeiden lassen und die eigene Fitness werde gepflegt. Zur Teilnahme registrieren kann man sich unter www.stadtradeln.de. Nach der Anmeldung könne es schon losgehen, denn das persönliche Stadtradeln-Kilometerbuch werde gleich automatisch mitangelegt: Alle geradelten Kilometer, nicht nur die, die sonst im Auto zurückgelegt worden wären, werden notiert, aufsummieren und täglich, wöchentlich oder auch am Ende des Aktionszeitraums ins persönliche Stadtradeln-Kilometerbuch eintragen.

Klar sei , dass sich die Stadt Bad Vilbel auch am Stadtradeln 2021 beteiligen werde. Der Aktionszeitraum, zu dem sich die Kommunen ihre drei Wochen auswählen könnten, reiche bis in den September dieses Jahres. Für Bad Vilbel sei das Stadtradeln in der Zeit vom 30. August bis zum 19. September geplant. pv

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