1. Wetterauer Zeitung
  2. Wetterau
  3. Bad Vilbel

Für die Quellenstadt unverzichtbar

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Eng geht es zu in der Friedberger Straße, wenn sich die 30er-Busse vor dem Asia-Imbiss begegnen.
Eng geht es zu in der Friedberger Straße, wenn sich die 30er-Busse vor dem Asia-Imbiss begegnen. © Antje Christ. Grunenberg-Heuer

Bad Vilbel (pe). Tausende von Fahrgästen nutzen ihn täglich, und das nicht nur, um nach Frankfurt zu fahren. Der 30er-Bus erfreut sich großer Beliebtheit. Da lässt eine Idee der Verkehrsplaner aufhorchen, die »problematische« Linienführung des Busses durch die Vilbeler Innenstadt »ausführlich zu analysieren«. Soll der Bus also woanders fahren?

Die Heilsbergerin Annette Heinikel ist früher tagtäglich mit dem Bus zur Arbeit gefahren. Ziel war die Bank in der Frankfurter Innenstadt. »Die Buslinie hielt bei mir vor der Tür und hat mich dann schnell und komfortabel nach Frankfurt gebracht.« Vom Schneekoppenweg, der sogenannten Tarifgrenze, fuhr sie zum Frankfurt-Tarif hin und her. So wie sie machen das auch heute noch zahlreiche Vilbeler. Sie nehmen für ihre Fahrt zur Arbeit den 30er-Bus, vom Heilsberg allemal, aber auch von Haltestellen der Bad Vilbeler Kernstadt.

Auch umgekehrt nutzen viele Fahrgäste den Bus inzwischen, um in die Vilbeler Innenstadt zur Neuen Mitte und zu den Geschäften in der Frankfurter Straße zu fahren. Dass die Buslinie sich großer Beliebtheit erfreut, hat die sie betreibende Frankfurter Nahverkehrsgesellschaft traffiQ längst mit Zahlen belegt. Pressesprecher Klaus Linek sagt, der Bus werde pro Tag von durchschnittlich 12 000 Fahrgästen genutzt. Damit erziele man eine Auslastung von über 65 Prozent über alle Fahrzeuge.

Und auch für die Nutzung innerhalb Bad Vilbels hat er Zahlen parat. Während man im Jahr 2010 durchschnittlich 11 000 Fahrgäste zwischen dem Bad Vilbeler Südbahnhof und der Frankfurter Innenstadt zählte, sackte die Zahl im Jahr 2013 auf 200 ab. Und das hatte seinen Grund. Die Busse dieser Linie fuhren während der Baumaßnahmen für die Neue Mitte nicht mehr durch die Innenstadt, sondern über die parallel verlaufende Kasseler Straße.

Das spricht sehr deutlich dafür, dass die Beliebtheit des 30er-Busses auch für Fahrten innerhalb Bad Vilbels gilt. Deshalb drängte die Stadt Bad Vilbel auch darauf, dass nach dem Ende der Baumaßnahmen für die Neue Mitte die Busse wieder ihre alte Route nahmen, durch die Vilbeler Innenstadt.

Doch die Planer, die im Auftrag der Stadt auch den ÖPNV untersucht haben, geben die Streckenführung des Busses zu bedenken. Im Generalverkehrsplan heißt es: »Die regionalen Buslinien mit den großen Fahrzeugen, und hier besonders der Bus 30 als Gelenkbus, sind für Maßstäblichkeit der Bad Vilbeler Infrastruktur problematisch. (.

..) Die Linienführung des Bus 30 durch die Frankfurter Straße zwischen Südbahnhof und Friedberger Straße ist ganz sicher problematisch. Es wird daher angeregt, nach Fertigstellung des Bahnhofsvorplatzes anhand von aktuellen Fahrgastzahlen im Innenstadtbereich die Rolle des Bus 30 für die Bad Vilbeler Fahrgäste und damit die Linienführung des Busses ausführlich zu analysieren.«

Sollten die Planer damit eine Herausnahme des Busses aus der Innenstadt andeuten, dürften sie auf erheblichen Widerstand des Magistrats treffen. »Der Bus ist wichtig für die Innenstadt und die Neue Mitte«, sagt Stadtsprecher Yannick Schwander. Der Bus halte direkt an der Neuen Mitte. Ihn über die Kasseler Straße laufen zu lassen, würde bedeuten, dass vor allem Senioren und Mütter mit Kindern weiter zu den Geschäften und zu den Ärzten laufen müssten. Das könne man nicht unterstützen. Zudem sei es erklärtes Ziel des Magistrats, den Individualverkehr einzudämmen. Da würde eine Herausnahme eines gut genutzten Busses überhaupt nicht passen.

Dagegen stößt ein anderes Planspiel der Verkehrsplaner auf offene Ohren. Sie regen eine Verlängerung des 30er-Busses bis nach Dortelweil zur Europäischen Schule an. Zumal das aus Sicht der Planer einen weiteren Vorteil hätte: Der 30er könnte ab September 2017 Fahrgäste aufnehmen, die wegen der dann beginnenden Arbeiten auf der Main-Weser-Bahnstrecke zwischen Bad Vilbel und Frankfurt-West eine Alternative suchen. Mit dem Ausbau werden nämlich auch Behinderungen im Bahnverkehr befürchtet.

Hier sei aber zuerst die Bahn gefragt, sagt traffiQ-Sprecher Linek. Die müsse einen Ersatzfahrplan erarbeiten. »Wenn dabei der 30er-Bus eine Rolle spielt, kann man darüber durchaus nachdenken«, gibt man sich bei der Frankfurter Nahverkehrsgesellschaft offen. Allerdings sollten derartige Gedanken schnell an die traffiQ-Planer herangetragen werden. »Was ab dem zweiten Halbjahr 2017 fahren soll, muss schon bald geplant werden«, sagt Linek. »Für unsere Planer ist übermorgen schon sehr bald.«

Auch interessant

Kommentare