So soll das Hotel zwischen Rathaus und Theodor-Heuss-Straße in Dortelweil einmal aussehen. Die örtliche SPD zweifelt daran, dass es tatsächlich gebaut wird. ANIMATION: ARCHIV/PRIVAT
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So soll das Hotel zwischen Rathaus und Theodor-Heuss-Straße in Dortelweil einmal aussehen. Die örtliche SPD zweifelt daran, dass es tatsächlich gebaut wird. ANIMATION: ARCHIV/PRIVAT

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Planungen für Hotel geraten ins Stocken

  • vonNiklas Mag
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Bad Vilbel(nma). Das geplante Hotel in Dortelweil lässt weiter auf sich warten. Eine Investorengruppe aus der chinesischen Stadt Urumtschi möchte dort ein Hotel mit Gastronomie und Appartements entstehen lassen, die Planungen stocken. Die Dortelweiler SPD möchte es nun genau wissen und notfalls neue Überlegungen für die Fläche anstellen.

Rund 7,3 Millionen Euro soll die Investorengruppe aus dem chinesischen Urumtschi nach Bad Vilbel überweisen, um auf die Wiese zwischen Rathaus und Theodor-Heuss-Straße ein Hotel errichten zu können. Die vereinbarten fünf Prozent Anzahlung liegen bereits in der Stadtkasse. Schon im November berichtete Stadtrat Klaus Minkel dem Planungs-, Bau- und Umweltausschuss berichtete, dass die Planungen stocken würden (diese Zeitung berichtete).

Damals sagte Minkel, dass die Verhandlungen wegen kulturellen Unterschieden nicht weiterkämen, die Investoren würden viel auf der Beziehungsebene regeln wollen, während die Stadt das Geschäft eher durch Verträge und Gesetze regeln wolle. Ein halbes Jahr später ist vom neuen Hotel weiterhin nicht viel zu hören, weshalb Rainer Fich (SPD) für die nächste Ortsbeiratssitzung eine Anfrage formuliert hat.

"Da ist ja eigentlich alles in die Wege geleitet worden, aber die letzte offizielle Aussage, die uns bekannt ist, ist aus der Sitzung im vergangenen Herbst", sagt Fich. Bei dem Hotel handele es sich um das größte Einzel-Bauprojekt in Dortelweil. Deshalb wolle die SPD nach dem aktuellen Stand fragen. Die Sozialdemokraten wollen unter anderem Details zu weiteren Kaufpreisraten wissen und ob die Chinesen überhaupt weiterhin an dem Projekt festhalten. Zudem heißt es: "Wo liegt aus Sicht des Magistrats die Verantwortung für den beschriebenen Projektstillstand?"

Denn die SPD will die Fläche nicht viel länger ungenutzt sehen: "Wenn das nichts mehr wird, wäre es an der Zeit, mal über eine andere Nutzung nachzudenken", findet Fich. "Eine Nutzung für Wohnbebauung hätte sicherlich Priorität, gerade über günstigen Wohnraum sollte dabei nachgedacht werden." Die Anfrage der SPD sei von Stadtseite noch nicht beantwortet worden.

Auf Anfrage dieser Zeitung zum Sachstand des Themas lässt sich Klaus Minkel nur wenig in die Karten schauen: "Es läuft besser als gedacht." Doch stagniere das Projekt weiterhin: "Die Chinesen wollen entgegen der Vertragslage eine deutlich höhere Ausnutzung", sagt Minkel. Diese könne man aber nicht zugestehen. "Dadurch ist das Projekt derzeit blockiert. Das ist aber nicht weiter schlimm, da in Bad Vilbel genug gebaut wird."

Die nächste Sitzung des Ortsbeirates Dortelweil ist für den 2. September angesetzt. Das Areal, auf dem das Hotel stehen soll, umfasst rund 7300 Quadratmeter. Neben dem normalen Hotelbetrieb und Gastronomie sollen auch Boardinghaus-Appartements entstehen. Diese werden meist von Unternehmen genutzt, die Mitarbeiter über längere Zeit an einen Ort schicken. In den ursprünglichen Meldungen zu der Thematik im März 2017 hieß es zudem, dass die Handelskammer der chinesischen Millionenstadt sich in dem neuen Gebäude einrichten will.

Sicherlich war auch die weltweite Corona-Pandemie den Verhandlungen nicht weiter zuträglich, doch wenn die detaillierte Anfrage der SPD vom Magistrat beantwortet wird, ist die Chance groß, dass es in der Ortsbeiratssitzung am 2. September neue Erkenntnisse über den Stand des Projektes geben wird.

Die Stadt Bad Vilbel hat schon einmal schlechte Erfahrungen mit chinesischen Investoren gemacht. 2014 war der Verkauf von rund 275 000 Quadratmetern im Quellenpark geplatzt. Dort sollte ein Großhandelszentrum für chinesische Waren entstehen. Insgesamt ging es dabei um rund 94 Millionen Euro. nma

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