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Auch Bürgermeister Thomas Stöhr muss den QR-Code zu seinem Büro ebenso scannen, wie die Besucher im Rathaus. Das System kommt in allen Büros und Sitzungssälen der Stadt zum Einsatz.

Kontaktnachverfolgung

„AlertGermany“ soll Corona-Zettelwirtschaft beenden - Pilotprojekt in Bad Vilbel

  • VonPatrick Eickhoff
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Bad Vilbel nutzt als bundesweit erste Kommune das Informations- und Warnsystem »AlertGermany«. Es soll dem Gesundheitsamt die Kontaktnachverfolgung nach einem Corona-Fall erleichtern.

Bad Vilbel - Die Nachverfolgung einzelner Corona-Kontaktpersonen ist nicht immer leicht. Sollte sich ein Infizierter an verschiedenen Orten aufgehalten haben, greifen oftmals unterschiedliche Nachverfolgungsmethoden. QR-Codes, personalisierte Tickets, handgeschriebene Listen. Wenn alles zusammenkommt, bedeutet das für die Mitarbeiter des zuständigen Gesundheitsamtes viel Arbeit. Jene Arbeit deutlich zu erleichtern, das verspricht das System »AlertGermany«.

Über alle öffentlichen Einrichtungen, Altenheime, die Vereine und den Einzelhandel der Stadt bietet das unter Führung des hessischen Staatsministers a.D., Volker Hoff, stehende Unternehmen »The Call International« ein System an, über das die Bevölkerung in einfachen Schritten das Nachverfolgungsproblem der Gesundheitsämter minimiert und damit einen Schritt zurück zum »normalen« Leben geht. Das System sei nach allen datenschutzrechtlichen Gesichtspunkten geprüft, heißt es vom Unternehmen mit Sitz in Frankfurt. »›AlertGermany‹ ermöglicht die kontaktlose Registrierung und beendet die Zettelwirtschaft. Im Notfall verschafft sich das zuständige Gesundheitsamt Zugriff auf die registrierten Telefonnummern und kann im Rahmen der Pandemiebekämpfung die gefährdeten Bürgerinnen und Bürger anrufen und entsprechende Informationen übermitteln oder Fragen stellen«, beschreibt Hoff.

„AlertGermany“ in Bad Vilbel: Ende der Corona-Zettelwirtschaft?

»The Call«-Pressesprecher Bernhard Schmittenbecher sagt: »Bad Vilbel ist die erste Kommune, in der ›AlertGermany‹ so zum Einsatz kommt. Das freut mich als Bad Vilbeler sehr.« Und die Vernetzung in der Quellenstadt geht noch weiter. Der entwickelte QR-Code, der über die Kamerafunktion des Handys die Registrierung erleichtert, kommt von der Bad Vilbeler Agentur Blackpoint. »Die beim Scannen hinterlassenen Daten sind mit Ausnahme der Telefonnummer verschlüsselt. Über die Telefonnummer erfolgt die Nachverfolgung«, so Schmittenbecher.

Bad Vilbels Pressesprecher Yannick Schwander erläutert: »Wir nutzen das System im Rathaus, in jedem Sitzungssaal und für die Büros, in denen Bürgerinnen und Bürger empfangen werden. Zudem wird das System auch bei Sitzungen städtischer Gremien zum Einsatz kommen. Ziel ist es, dass alle Menschen, die zusammenkommen, das System nutzen, um etwaige Infektionen entsprechend nachverfolgen zu können.« Außerdem biete man das System für Vereine, Institutionen und Einrichtungen wie Seniorenheime, an. »Die Einrichtung haben wir als Stadt übernommen, und für das erste Jahr übernehmen wir auch die jeweilige Lizenz, sodass für die genannten Teilnehmer zunächst keine Kosten anfallen.«

„AlertGermany“: Bad Vilbel als Pilotprojekt bei Kontaktnachverfolgung

Bernhard Schmittenbecher berichtet von vielen positiven Erfahrungen aus Bad Vilbel. »Wir sind in Gesprächen mit anderen Kommunen und bekommen auch gutes Feedback aus der Landes- und Bundespolitik. Bad Vilbels gute Vernetzung ist da sehr förderlich.« ›AlertGermany‹ werde beispielsweise in Seniorenwohnanlagen in Bremen eingesetzt. »Weitere Gespräche laufen derzeit. Auch in Bad Vilbel sind wir in Beratungen, das Projekt auszuweiten.«

So sieht das Formular von »AlertGermany« aus.

Schmittenbecher geht besonders auf den Datenschutz und die Vereinfachung der Rückverfolgung ein. »Die Daten werden - wie vorgegeben - nach vier Wochen gelöscht.« Es würden ohnehin einzig und allein die Telefonnummern archiviert. »Denn über die läuft ja die Kontaktverfolgung. Sind alle Nummern im System erfasst, kann der Mitarbeiter des Gesundheitsamtes einen Anruf aufzeichnen und an alle Nummern senden, mit allen Informationen zum weiteren Vorgehen. Das spart enorm Zeit und macht vieles einfacher.« Denn anstatt alle ermittelten Kontaktpersonen des Infizierten einzeln anzurufen, nimmt der Mitarbeiter eine Art Sprachnachricht als Anruf auf und informiert so alle betreffenden Personen über die nötigen Maßnahmen.

„AlertGermany“: Bad Vilbel bietet System für Vereine kostenlos an

Bad Vilbels Rathauschef Dr. Thomas Stöhr ist begeistert: »Wir müssen jede Chance nutzen, die pandemiebedingten Einschränkungen zurückzuschrauben. Digitale Angebote können hierbei einen erheblichen Beitrag leisten. ›AlertGermany‹ scheint mir daher eine sinnvolle Hilfe, die wir unserem Gewerbe und den Vereinen und über diese allen Bürgern kostenfrei zur Verfügung stellen. Wir sind daher gern die Stadt, die mit gutem Beispiel vorangeht.«

Weitere Informationen zum Nachverfolgungssystem »AlertGermany« und dessen Funktion gibt es auf der Homepage unter www.alertgermany.de. wpa

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