Laura von Flemming (vorne), Günter Hinkel und Andrea Schmitt haben die Außenflächen vor dem Hassia-Firmensitz neu gestaltet. Dort sollen nützliche Tiere das ganze Jahr über Nahrung und Unterschlupf finden. FOTO: NIKLAS MAG
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Laura von Flemming (vorne), Günter Hinkel und Andrea Schmitt haben die Außenflächen vor dem Hassia-Firmensitz neu gestaltet. Dort sollen nützliche Tiere das ganze Jahr über Nahrung und Unterschlupf finden. FOTO: NIKLAS MAG

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17 500 Pflanzen für Nachhaltigkeit

  • vonNiklas Mag
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Die Bad Vilbeler Firma Hassia setzt ihr Engagement für den Umweltschutz fort. Passend zum heutigen Tag der Nachhaltigkeit hat Hassia die Grasflächen vor der Zentrale durch Blumenwiesen ersetzt.

Die Vorgaben, die Hassia Mineralquellen der Landschaftsarchitektin Andrea Schmitt von Grünraum Design in Alzenau gesetzt hat, waren ambitioniert. Ökologisch sinnvoll sollten die Flächen rund um den Hassia-Firmensitz in Bad Vilbel genutzt werden können und pflegeleicht sein. "Außerdem war eine meiner Aufgaben, dafür zu sorgen, dass die neuen Pflanzen den Insekten zugutekommen", beschreibt Schmitt.

Die Lösung fand sie schließlich in dauerhaften Staudenmischpflanzen. "So können wir auf die Boden- und Standortbedingungen eingehen und das ganze Jahr über ist hier etwas zu sehen", weiß die Architektin und zeigt auf das wilde Grün, das sich entlang der Zentrale zieht. Im Gegensatz zu Rasen bräuchten diese Stauden nur wenig Pflege. Ein Mal im Jahr müssten sie heruntergeschnitten werden. "Die Farben sind in Blau und Gelb gehalten und passen so zum Firmenlogo", fährt sie fort.

Widerstandsfähige Amberbäume

Auch ein kleiner Hügel befindet sich in dem Beet, der dem Meer aus Pflanzen mehr Struktur gebe. Zu den Pflanzen gesellen sich einige Amberbäume. Diese sollen in Zukunft auch auf den Mitarbeiterparkplätzen der Firma stehen. "Amberbäume sind sehr widerstandsfähig und kommen mit Trockenheit und Sonnenstrahlung gut zurecht." Insgesamt hat Schmitt 14 500 Stauden, 3000 Kleinsträucher und 34 Bäume rund um den Firmensitz gesetzt.

Laura von Flemming ist bei Hassia für Nachhaltigkeit verantwortlich und hat das Pflanzprojekt angestoßen. "Es wird etwas dauern, bis alle neuen Pflanzen und Bäume ihre ganze Pracht entfalten", sagt sie. "Aber langfristig wird diese Investition für attraktive und blühende Flächen rund um Hassia in Bad Vilbel sorgen." Die Pflanzen stünden auch im Winter an Ort und Stelle und böten so Unterschlupf und Nahrungsangebot für verschiedene Tierarten. "Trotz allem war natürlich auch die Optik entscheidend, aber nur im Einklang mit Biodiversität", sagt von Flemming.

Ein Problem seien die verschiedenen Voraussetzungen für die Pflanzen gewesen. Das Beet an der Nordseite des Firmensitzes liegt hauptsächlich im Schatten, während die Westseite sehr viel Sonnenstrahlung erhält. Deshalb stehen dort eher wärmeliebende Pflanzen wie Thymian und Salvien. Von April bis Oktober blühen Potentilla, Bartblumen und Herbstastern und versorgen heimische Bienen mit Pollen und Nektar.

Die Flächen wurden gemulcht und mit feinem Lava-Split belegt, damit sich die Feuchtigkeit besser im Boden hält. "Wasser ist unser Element, deshalb deuten die Pflanzen eine Wellenform an", sagt von Flemming. Ein Flusslauf solle so dargestellt werden. Die neuen Pflanzflächen reihen sich nun in Hassias zahlreiche Klimaschutzbemühungen ein.

Auslöser für die Idee war ursprünglich der Hessentag. "Wir haben überlegt, was können wir hier Gutes tun und wie können wir den Firmensitz neu gestalten?", sagt Hassia-Seniorchef Günter Hinkel. "Andrea Schmitt hat uns mit ihrer einmaligen Planung und Umsetzung sofort überzeugt, und wir sind alle mit dem Ergebnis sehr zufrieden." Hassia lässt sich seit 2016 vom Institut Fresenius als ökologisch und sozial nachhaltiges Unternehmen zertifizieren.

Seit diesem Sommer arbeitet Hassia in Bad Vilbel komplett klimaneutral. Das gelang der Traditionsfirma durch Optimierung aller Prozesse und Ausgleichspflanzungen von über einer Million Bäumen. Insgesamt möchte Hassia in den kommenden Jahren einen dreistelligen Millionenbetrag in Modernisierungen und Maßnahmen stecken, die dem Klimaschutz helfen. nma

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