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Zwischen dem Dottenfelderhof und der Gerty-Strohm-Stiftung hakt es aktuell in Sachen Niddarenaturierung.

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Niddarenaturierung gerät ins Stocken

  • vonNiklas Mag
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Die Renaturierung der Nidda zwischen dem Dortelweiler Sportplatz und dem Dottenfelderhof stagniert. Der Grund scheint ein Kommunikationsproblem zu sein. Denn sowohl der Dottenfelderhof als auch die Gerty-Strohm-Stiftung verfolgen dasselbe Ziel, haben aber unterschiedliche Auffassungen vom aktuellen Stand.

Es war wohl nie deutlicher als in diesen Tagen, wie notwendig die Renaturierung der Nidda war und ist. Welche Wassermassen die geschaffenen Retentionsräume aufnehmen können, damit die lokalen Flüsse nicht die Stadt überschwemmen, beweist der See, der sich in den vergangenen Tagen zwischen Gronau und Rendel gebildet hat. Zwischen Dortelweil und dem Dottenfelderhof soll die Nidda eigentlich schon seit zwei Jahren renaturiert werden, doch das Projekt stagniert. Der Grund ist nicht ganz klar.

Die Gerty-Strohm-Stiftung gibt auf Anfrage dieser Zeitung eine schriftliche Aktualisierung zur Renaturierung der Nidda entlang des Dottenfelderhofs: »Die linksseitige Renaturierung der Nidda steht im Zusammenhang mit der bereits im Frühjahr 2019 realisierten rechtsseitigen Renaturierung der Nidda gegenüber dem Dottenfelderhof«, heißt es.

Im ersten Halbjahr 2019 habe die Stiftung mit dem Regierungspräsidium Darmstadt und mit dem Hof der linksseitigen Renaturierung zwischen dem »Bodirsky Steg« am Dortelweiler Sportplatz und den Stallungen des Dottenfelderhofs erarbeitet. »Ziel des mehrfach erweiterten Konzepts waren im Wesentlichen die Renaturierung der Nidda nach bewährten Konzepten und eine weiträumige Reaktivierung von Teilen des ehemaligen Retentionsraumes der Nidda.« Dazu sollte der linksseitige Hochwasserschutzdamm vom Ufer großzügig zurückverlegt werden, wofür Ackerland und Wiesen des Dottenfelderhofs umgewidmet werden müssten.

Verwunderung auf Dottenfelderhof

Im September 2019 sollten die Arbeiten starten, doch bislang ist es nicht dazu gekommen. Im vergangenen Jahr hatte Ortsvorsteher Herbert Anders (CDU) einen etwa 30 Meter langen Streifen zwischen den beiden Parteien vermittelt, dessen Renaturierung seit Mitte 2020 verfolgt wird.

Die Gerty-Strohm-Stiftung sieht die weitere Verantwortung aber beim Hof: »Die Bodenstiftung des Dottenfelderhofs sah sich als Eigentümerin des Landes durch die vorgesehene Renaturierung geschädigt. Sie sah diesen Schaden auch nicht als ausgeglichen an, wenn ihr andernorts Ackerland zum Tausch angeboten würde.« Man warte weiterhin auf einen schriftlichen Vorschlag des Dottenfelderhofs, in welchem Umfang und zu welchen Bedingungen man als Eigentümer des Landes bereit ist, an der Renaturierung mitzuwirken.

Eine Aussage, die Martin Mackensen vom Dottenfelderhof auf Anfrage dieser Zeitung sehr verwundert. »Es wurden uns bisher keine Flächen zum Ausgleich angeboten«, sagt er. »Wir möchten die Nidda-Renaturierung gerne gemeinsam mit allen Beteiligten fortsetzen, aber unsere Bodenstiftung hat eine klare Position«, so Mackensen. Diese ist allerdings gar nicht weit von den Forderungen der Gerty-Strohm-Stiftung entfernt. »Wir sind bereit, Wirtschaftsflächen für die Renaturierung abzugeben, wenn uns dafür Ausgleichsflächen angeboten werden«, sagt er.

Hier scheint eher ein Kommunikationsproblem vorzuliegen, als eine inhaltliche Uneinigkeit, vermutet Mackensen angesprochen auf die Aussage der Stiftung, der Hof hätte Ausgleichsflächen abgelehnt. »Ich denke, wir kommen da schon zusammen. Uns ist noch wichtig, dass der gesamte Abschnitt in einem Aufwasch renaturiert wird, das ist bestimmt die beste Lösung.«

Aus seiner Sicht liege der Ball allerdings derzeit nicht in der Hälfte des Dottenfelderhofs. Der Hof sei grundsätzlich mehr als interessiert an der weiteren Renaturierung, sagt Mackensen. »Unsere biologisch-dynamische Bewirtschaftung schließt den Naturschutz ein und da gehört das mit dazu.« Die Nidda solle in Zukunft als Teil des Hofs erlebbar sein. »Wir wünschen uns, dass Naturschutz und Landwirtschaft durch die Nidda-Renaturierung hier in Zukunft vorbildlich zusammengebracht werden.«

Auch Gewässerökologe und Nidda-Experte Gottfried Lehr vermutete beim Vorstellen der Pläne für die Renaturierung zwischen Dortelweil und dem Dottenfelderhof ein Kommunikationsproblem. Seit einem halben Jahr sei nicht mehr kommuniziert worden, warum wisse er nicht, erklärte Lehr im Dortelweiler Ortsbeirat im Dezember.

Die Behörden haben keine Probleme mit den Plänen der Renaturierung, fügte Lehr hinzu. nma

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