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Ein Stand-up-Paddler lässt sich auf der Nidda treiben. Davon wird jetzt dringend abgeraten. Die Wassermassen seien momentan unberechenbar und die Fließgeschwindigkeit ist sehr hoch. Man könnte mitgerissen werden, warnt Bürgermeister Thomas Stöhr..

Nidda-Pegel steigt

Nidda steigt stark an: Bad Vilbel erwartet höchste Hochwasserwarnstufe

  • vonKatharina Ganz
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Starkregen und Tauwetter: Das Regierungspräsidium Darmstadt warnt vor einem stark steigenden Niddapegel in Bad Vilbel. Die Stadt hat bereits einen Krisenstab einberufen und Straßen gesperrt.

  • Hochwasser-Gefahr hält die Wetterau in Atem, Überschwemmungen verursachten jüngst große Schäden.
  • In Bad Vilbel richten sich alle Augen auf die Nidda: Man erwartet die höchste Hochwasserwarnstufe.
  • Die Stadt Bad Vilbel bereitet sich vor und will eine Katastrophe vermeiden.

Bad Vilbel – Die aktuelle Wettersituation verschärft die Hochwasserlage in Bad Vilbel. Wie das zuständige Regierungspräsidium Darmstadt mitteilt, verlagert sich durch den weiteren Regen und das Tauwetter die Hochwasserwelle in die Unterläufe der Nidda. Wegen der gesättigten Böden wird erwartet, dass die Pegel der Oberläufe über den heutigen Mittwoch wieder stärker ansteigen.

Der Pegel in Bad Vilbel steigt bereits seit Dienstag wieder. Durch den Zufluss der Nidder in die Nidda sei Bad Vilbel besonders vom Hochwasser bedroht. Nach Angaben des Regierungspräsidiums werde am Mittwochvormittag der Scheitel der Nidderwelle die Mündung erreichen, sodass der Pegel in Bad Vilbel im Laufe des Tages mit dem Scheitel durchlaufen wird. »Ein Überschreiten der Meldestufe 3 ist dabei nicht ausgeschlossen«, heißt es. Am Dienstagnachmittag wurde ein Pegel von 297 Zentimetern gemessen. Die Meldestufe 1 wird in Bad Vilbel bei 310 Zentimetern, die Meldestufe 2 bei 340 und die Meldestufe bei 370 Zentimetern erreicht.

Hochwasser in Bad Vilbel: Stadt beruft Krisenstab ein

Bürgermeister Dr. Thomas Stöhr hat am Dienstag den verwaltungsinternen Krisenstab der Stadt einberufen. Dort wurden Sofortmaßnahmen beschlossen, teilte die Stadt mit.

In Gronau habe die Feuerwehr ein Hochwasserschutzsystem installiert. Parkende Autos sollten weggefahren werden. »Die Feuerwehr wird die Anwohner informieren«, schreibt die Stadt. Der Fuß- und Radweg entlang der Nidder sei zwischen der Hauptstraße und dem Spielplatz am Dorfelder Weg gesperrt. »Hier droht die Nidder schon bald über die Ufer zu treten. Mit unserer frühzeitigen Sperrung sowie der Installierung eines Hochwasserschutzsystems beugen wir dem vor. Die Feuerwehr sowie die Bereitschaft des Betriebshofs sind alarmiert«, erklärte Erster Stadtrat Sebastian Wysocki.

In der Kernstadt zwischen der Rathausbrücke und der Wiesengasse werde der Pegelstand ständig beobachtet. Der stadtseitige Niddauferweg werde für Fußgänger und Radfahrer gesperrt. Auch dort werde die Feuerwehr einen Hochwasserschutz installieren. »Durch die Stützmauer am Niddauferweg haben wir den Hochwasserschutz hier bereits verstärkt. Da jedoch der Pegel weiter steigt und zudem Starkregen angekündigt ist, wird die Feuerwehr dort weiteren Hochwasserschutz installieren«, erklärte Stöhr.

Hochwasser in Bad Vilbel: Appell an die Bürger: Nicht nah ans Ufer gehen

»Dieser Tage zeigt sich sehr gut, dass wir in der Vergangenheit entlang der Nidda, der Nidder und des Erlenbachs gute Arbeit im Sinne des Hochwasserschutzes geleistet haben«, erklären Stöhr und Wysocki. Entlang der Flüsse gebe es Retentionsflächen, in denen sie sich bei Hochwasser ausbreiten können, die naturnahe Umgestaltung der Ufer trage ebenfalls zum Schutz vor Hochwasser bei. Stöhr und Wysocki loben den Einsatz der Feuerwehr und der Mitarbeiter des Betriebshofes. »Sie sind derzeit nahezu im Dauereinsatz, um die Bad Vilbeler vor dem Hochwasser zu schützen.« Einen Appell richten beide zudem an Bürger: »Bitte vermeiden Sie es, zu nah an die Uferbereiche der Gewässer heranzutreten. Die Wassermassen sind in dieser Situation unberechenbar und die Fließgeschwindigkeit ist so hoch, dass bei einem Unfall kaum eine Möglichkeit besteht, nicht davon mitgerissen zu werden.« Gesperrte Areale sollten weiträumig umgangen werden. (kgg/pm)

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