Dank für außergewöhnliche Bereitschaft, Blut zu spenden: Harry Krebs und Silke Zuschlag. 	FOTO: NMA
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Dank für außergewöhnliche Bereitschaft, Blut zu spenden: Harry Krebs und Silke Zuschlag. FOTO: NMA

»Es tut nicht weh, und ich helfe damit«

  • vonNiklas Mag
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Bad Vilbel (nma). Harry Krebs hat zum 175. Mal Blut gespendet. Dafür wird er vom Land ausgezeichnet, doch auch die Bad Vilbeler DRK-Bereitschaftsleiterin Silke Zuschlag drückt ihm ihren Dank aus. Krebs hat mit seinen Spenden über die Jahre zahlreichen Menschen geholfen und möchte sein Jubiläum nutzen, um nach außen zu zeigen, dass Blut zu spenden - trotz Nadel - gar nicht schlimm ist.

Harry Krebs erinnert sich genau an seine erste Blutspende. »Ich war ein Jahr zuvor im Krankenhaus, musste über das Wochenende dort bleiben und erlebte dort leider einen Notfall mit«, schildert er. »Jemand wurde dort eingeliefert und es wurde dringend Spenderblut gebraucht. Ich hatte die richtige Blutgruppe - eine sehr seltene - durfte wegen der Operation, die ich zuvor hatte, aber nicht spenden«, sagt er.

Null Negativ ist die Blutgruppe von Harry Krebs, die für die Medizin von ganz besonderer Bedeutung ist. Denn sie ist universell, kann im Notfall also jedem Menschen, unabhängig von dessen Blutgruppe, verabreicht werden. »Ich habe gemerkt, es tut nicht weh, und ich helfe damit«, beschreibt Krebs. Berührungsängste mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) habe er ohnehin nicht gehabt, denn bereits zu Jugendzeiten war Krebs einige Jahre selbst im Ortsverband in seiner Heimatstadt Stuttgart aktiv.

14 Ehrenamtliche im Einsatz

Sechsmal im Jahr dürfen Männer Blut spenden, Frauen viermal. 56 Tage müssen mindestens zwischen den Spenden liegen. »Eine Weile habe ich kein Blut gespendet, weil Thrombozyten für Leukämie-Kranke benötigt wurden. Ich habe damals in der Nähe der Uni-Klinik gearbeitet und das regelmäßig gemacht.«

Im Gegensatz zum Blutspenden erfordere das Spenden von Blutplättchen einen hohen Zeitaufwand, da diese aus dem Blut extrahiert werden müssen, bevor der Spender es zurück erhält. »Dann kam ich in diese Region und bin regelmäßig zu Silke Zuschlag und ihrem Team zum Blutspenden gegangen.« In den Händen der DRK-Ortsgruppe Bad Vilbel fühle er sich beim Blutspenden am wohlsten. Silke Zuschlag stemmt die Blutspenden-Aktionen wie alles andere auch, an dem das Vilbeler Rote Kreuz beteiligt ist, gemeinsam mit Ehrenamtlichen.

Feierstunde mit Dinner

»Wir freuen uns jedes Mal auf die Blutspendentermine. Das gibt es sonst kaum, dass wir mal wirklich alle an einem Ort sind«, sagt sie. 14 Ehrenamtliche kümmerten sich bei den Blutspendeterminen um die Spender. Es gibt eine Menge Arbeit. Zwischen 120 und 160 Spender müssen versorgt werden. »Es ist wirklich immer voll bei uns, und das freut uns total«, sagt die Bereitschaftsleiterin. Und für die Spender hat das Blutspenden diverse Nebeneffekte: »Jeder bekommt Schokolade«, erklärt Zuschlag und lacht. »Außerdem haben wir immer einen Arzt da, Spender bekommen also einen kostenlosen Gesundheitscheck.« Zudem gebe es einen kleinen Imbiss und gute Stimmung. »Es schadet wirklich nicht und man fühlt sich nach dem Blutspenden einfach gut. Man hat etwas getan und ist die ganze Zeit über in professionellen Händen und in guter Betreuung«, fügt Harry Krebs hinzu.

Für ihn und andere hessische Blutspender, die eine so hohe Zahl erreicht haben, folgt eine Feierstunde im Biebricher Schloss. »Sie werden mit einem Chauffeur abgeholt, es gibt ein Dinner und der Ministerpräsident übernimmt die einzelnen Ehrungen«, kann Zuschlag dem fleißigen Blutspender berichten. »Harry Krebs ist der erste Spender, den ich zu 175. Spenden gratulieren darf. So viele waren es wirklich noch nie«, freut sich die Bereitschaftsleiterin. Für Krebs ist die Zahl kein Grund, aufzuhören: »Solange ich gesund bleibe, sollte die 200 kein Problem sein.«

Am Donnerstag, 5. März, findet die nächste Blutspendenaktion des Bad Vilbeler DRK statt. Los geht es um 15.45 Uhr im Kulturforum am Dortelweiler Platz, geöffnet ist bis um 20 Uhr. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, jeder Spender sollte vorher allerdings darauf achten, genug zu trinken, rät Silke Zuschlag.

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