Vereinspräsident Oliver Scharrer (M.) weiht mit Bürgermeister Dr. Thomas Stöhr und weiteren Verantwortlichen den neuen Platz ein. Nun werden die Plastikhalme durch Sand aufrecht gehalten - eine umweltschonendere Variante im Vergleich zu Plastikgranulat. FOTO: HANNA FEIGE
+
Vereinspräsident Oliver Scharrer (M.) weiht mit Bürgermeister Dr. Thomas Stöhr und weiteren Verantwortlichen den neuen Platz ein. Nun werden die Plastikhalme durch Sand aufrecht gehalten - eine umweltschonendere Variante im Vergleich zu Plastikgranulat. FOTO: HANNA FEIGE

Gelenk- und umweltschonend

Neuer Kunstrasenplatz in Massenheim freigegeben

Endlich ist die lang ersehnte Erneuerung des abgelaufenen Kunstrasenplatzes in Massenheim abgeschlossen. Es soll das Verletzungsrisiko der Spieler minimieren und umweltfreundlicher sein.

Wir haben alles bekommen, was wir uns gewünscht haben. Es gab keine Schwierigkeiten, und die Bauarbeiten waren sehr schnell abgeschlossen. Wir haben quasi ein komplettes Sportplatzpaket von der Stadt bekommen", freut sich Vereinsvorsitzender Oliver Scharrer. Rund 240 000 Euro hat die Erneuerung des Platzes gekostet. Neben dem neuen Sportplatz wurden auch neue Zuschauerbänke und Auswechselkabinen, sowie neue gepflasterte Wege und Aufstellflächen für die Tore gebaut.

"Immer mehr Spieler, selbst die Jüngeren, klagten nach dem Training über Hüft- und Gelenkschmerzen. Nach 13 Jahren war der Platz total abgelaufen und hart, da hat das Spielen keinen Spaß mehr gemacht. Das war für uns der Anlass für die Erneuerung", erklärt Scharrer.

Plastikgranulat durch Sand ersetzt

Eine Besonderheit auf dem Platz: Das Granulat, durch das die Plastikhalme aufrecht gehalten werden, ist üblicherweise ebenfalls aus Kunststoff. Durch die Nutzung des Platzes gelangen diese Plastikkörner durch die Schuhe in die Natur. Um diese Umweltverschmutzung zu verringern, wurde das Mikroplastikgranulat durch Sand ersetzt.

Nun konnte der Platz vom Vereinsvorsitzenden Oliver Scharrer, Bad Vilbels Bürgermeister Dr. Thomas Stöhr (CDU) und die Massenheimer Ortsvorsteherin Irene Utter eröffnet werden. Das erste Spiel durfte die B-Klasse des 1. FC Hessen Massenheim gegen den VFB Friedberg direkt nach der Eröffnung austragen. Außerdem wurden die Vereinsmitglieder Heinz Geppert, Volker Schuch und Pascal Goldmann für ihr außerordentliches ehrenamtliches Engagement vom Kreisfußballverband geehrt. "Ohne diese drei Herren würde unser Verein nicht laufen", erklärt Scharrer.

Der Verein und die Spieler erhoffen sich von dem neuen Platz eine gesundheitliche Verbesserung für alle Spieler. "Der Boden federt jetzt mehr, das sollte viel gelenkschonender sein", hofft Scharrer. Aber dennoch gibt es am Massenheimer Sportplatz noch Bedarf: Für die nächste Zeit sei eine Erneuerung der Terasse des Vereinsheims geplant

Zu aufwendiges Hygienekonzept

.

Durch Corona seien dem Verein viele Einnahmen weggefallen. Viele geplante Feiern wie das alljährliche Oktoberfest oder Mannschaftsfeiern fallen nun weg. Umso besser, dass die Rasenplätze der Stadt gehören und so die geplante Erneuerung ohne Probleme abgewickelt werden konnte.

Des Weiteren bedeute die Erstellung eines Hygienekonzepts und die Einhaltung einen enormen organisatorischen Aufwand. Bei den vielen Änderungen der Corona-Auflagen sei es anstrengend, ständig auf dem Laufenden zu bleiben, sagte Scharrer. Die Jugend-Mannschaften gehen normalerweise in der kalten Jahreszeit immer in die Sporthalle - dieses Jahr werden die Jüngsten wohl auf eine überdachte und geschützte Spielfläche verzichten müssen - zu aufwendig sei ein Hygienekonzept. Der Vereinsvorsitzende nimmt es mit Humor: "Frische Luft hat noch niemandem geschadet", sagt er und lacht.

Bürgermeister: Gut investiertes Geld

Bürgermeister Stöhr erinnert sich gerne an die Einweihung des ersten Spielfelds 2007 zurück. "Damals war das Eröffnungsspiel gegen unsere Patenstadt Brotterode in Thüringen. Die sparen immer noch auf die Erneuerung des Kunstrasenplatzes und wir haben ihn schon. Wir haben ein großes Herz für Fußball und ich glaube, die Erneuerung ist gut investiertes Geld. Ich hoffe, dass der Verein auf diesem Platz möglichst viele Siege heimfährt", lobt Stöhr.

Der 27-jährige Dominik Kolajka ist Spieler der 2. Mannschaft des 1. FC Hessen Massenheim. Er findet den Platz besser als den zuvor. "Auf dem alten haben einem der Rücken und die Knie wehgetan und bei einem Foul hat man sich sofort verletzt. Jetzt ist es deutlich angenehmer, man kann wieder Stollenschuhe tragen und die Bälle kommen besser an. Nur der Sand ist ein wenig nervig."

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare